Planungen für den Neubau laufen

Warum das Vereinsheim an anderer Stelle errichtet wird?

TSV-Vorstand Uwe Seidel steht vor dem Tiny House
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TSV-Vorstand Uwe Seidel steht vor dem Tiny House, das nun als rollendes Büro, Besprechungs- und Aufenthaltsbereich hergenommen wird.

Oberbeuren – Wer auf das Trainingsgelände des TSV Oberbeuren kommt, sieht nicht nur lachende und glückliche Kinderaugen bei den zahlreichen Fußballeinheiten, auch auf den vier zur Verfügung stehenden Tennisplätzen wird wieder eifrig gespielt. Rund vier Monate nach der Explosion ist wieder Normalität eingekehrt, dank auch der niedrigen Inzidenzen. Wenn auch die Explosionsursache noch immer nicht feststeht.

Mittlerweile ist die Unglücksstelle komplett geräumt. Dort, wo Ende Februar das Vereinsheim in die Luft ging, ist über den gesamten Bereich eine Kiesschicht aufgetragen. Die noch nicht reparierten Schäden an den umliegenden Häusern und Garagen erwecken wieder die Erinnerungen an die Nacht der Explosion. Parallel zum Märzenbach steht seit geraumer Zeit ein Tiny House, welches vom selbständigen Architekten Wendelin Burkhardt, zugleich Ressortleiter Marketing und Öffentlichkeitsarbeit bei den Fußballern des SVO Germaringen, und mehreren ortsansässigen Firmen dankenswerterweise als Überbrückung zur Verfügung gestellt wurde. Das Tiny House soll primär als Aufenthalts- oder Besprechungsraum dienen. „Hier können Trainer- und Spielersitzungen stattfinden“, sagt Geschäftsführerin Susanne Zoller. Am ehemaligen Vereinsheim sollen in Kürze neun Container aufgestellt werden. „Wir können sie großzügig stellen“, so Uwe Seidel, Vorstand des TSV Ober­beuren, „weil es eine gute Option für eine Übergangslösung ist.“ Für die nächsten Monate werden Fußballer und Tennisspieler stets improvisieren müssen. Der Bauantrag ist mittlerweile eingereicht worden. Liegt die Baugenehmigung vor, kann die Firma Finsterwalder mit einer Vorlaufzeit von zwei bis drei Tagen die Container liefern. Sobald sie ausgerichtet sind, werden in einem weiteren Schritt die notwendigen Anschlüsse für Gas, Wasser und Strom gelegt. „Den Luxus wie vor der Explosion werden wir bis zum Neubau nicht haben“, erzählt Seidel und blickt im Vorort-Gespräch mit dem Kreisboten gleich auf den Bereich, wo das neue „Wohnzimmer“ des TSV Oberbeuren künftig errichtet werden soll.

Neuer Ort fürs Vereinsheim

Auf Höhe der Tennisplätze gibt es einen Wall. Genau da laufen die Planungen für die Errichtung eines neuen Vereinsheims, parallel zu den Plätzen, nicht unweit von der WC-Anlage und dem Kiosk. Es soll ein langgestreckter Bau entstehen. „Der neue Standort ist viel besser, zentraler und nicht weit vom Fußballplatz entfernt. Der Zugang zum Tennisplatz ist unmittelbar davor“, begründet Uwe Seidel die Entscheidung für diesen Standort. Er konnte auch die Stadtverwaltung als Bauherrn davon überzeugen. Der Vereinsbetrieb kann trotz der bevorstehenden Baumaßnahmen ohne Probleme weiterlaufen. Unterdessen hofft der TSV-Vereinschef, dass die Planungen spätestens im Herbst soweit fortgeschritten sind, dass im Frühjahr 2022 die Bagger anrollen können. Seidel geht sogar noch einen Schritt weiter: „Ich hoffe sehr, dass der Bau dann nächstes Jahr im Herbst steht. Das sollte theoretisch schon möglich sein.“

Solidarität ungebrochen

Derweil sind weit über 80.000 Euro an Spendengeldern eingegangen. Demgegenüber steht eine Summe von 140.000 Euro an Inventar, das durch die Explosion verloren ging. Schon vor der Katastrophe kam die Idee auf, das Vereinsheim zu erweitern, um dadurch mehr Kabinen für die Fußballabteilung zu haben. Nun wird alles in den Neubau gepackt. In Summe wird das Vereinsheim größer.

Bis aber die Container stehen, werden sich alle TSV-Mitglieder wie schon bei den strengen Corona-Auflagen arrangieren müssen. Umgezogen zum Trainingsplatz zu kommen, bis der Normalbetrieb läuft, ist schon eine gängige Situation. Die Dusche nach der Einheit ist noch nicht möglich. „Jeder ist dafür sensibilisiert. Unsere jetzige Situation versteht jeder, es kann auch jeder damit umgehen“, macht Geschäftsführerin Susanne Zoller mehr als deutlich.

Währenddessen sind die Ermittlungen zur Ursache der Explosion noch längst nicht abgeschlossen. Wie Oberstaatsanwalt und Pressesprecher Sebastian Murer von der Staatsanwaltschaft Kempten gegenüber dem Kreisboten mitteilte, können derzeit noch keine weitergehenden Auskünfte erteilt werden.

Stefan Günter

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