„Was wäre wenn...?“

Darstellerin Marleen Lohse dreht in „Cleo“ die Zeit zurück

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KB-Redakteurin Sandy Kolbuch und Marleen Lohse

Am 25. Juli startet „Cleo“, das Spielfilmdebüt von Erik Schmitt, in den Kinos. Kreisbote-Redakteurin Sandy Kolbuch traf Hauptdarstellerin Marleen Lohse, die in die Rolle der Titelheldin schlüpft, in Berlin.

Du spielst nicht nur Cleo, sondern hast auch am Drehbuch mitgeschrieben. Wann entstand diese Idee?

Lohse: Eigentlich von Anfang an. Wir haben das gemeinsam so entschieden. Nachdem das Treatment das Stipendium von Wim Wenders bekommen haben, hat das Projekt immer mehr Zug bekommen.

Was hat Dich am meisten an der Geschichte gereizt?

Lohse: Ich fand die philosophische Frage „Was wäre, wenn man noch einmal von vorne anfangen könnte?“ sehr spannend. Wir hatten aber so viele Versionen und die Fragestellung hat sich in den drei Jahren Arbeit so oft verändert, weil auch wir uns alle auch weiterentwickelt haben, sodass die Geschichte sehr schwer von meiner eigenen zu trennen ist.

Ist die Dreharbeit eine andere, wenn man selbst am Drehbuch mitgewirkt hat?

Lohse: Absolut. Man hat eine ganz andere Verantwortung der Figur gegenüber. Ab einem gewissen Punkt ist es ganz wichtig, loszulassen. Wir hatten zum Glück die Autorin Stefanie Ren als Unterstützung. Dramaturgie über 90 Minuten ist ein Handwerk, das man auch gelernt haben muss. Wir haben gemerkt, dass man sich immer wieder von Ideen verabschieden muss, die zwar wunderbar sind, die aber nicht in die Dramaturgie passen. An diesem Punkt habe ich erkannt, dass ich etwas Abstand zu der Geschichte gewinnen muss, um mich anschließend wieder voll in die Figur werfen zu können.

War Dir beim Schreiben stets bewusst, dass Du später Cleo sein wirst?

Lohse: Ich hatte tatsächlich nur die Geschichte im Kopf. Wir haben uns zusammengesetzt und überlegt, was wäre wenn... Dann hatten wir noch andere Stränge, aber dieses Grundthema war tatsächlich das, was uns am meisten motiviert hat.

Wie siehst du die Verbindung der drei Ebenen – Liebesgeschichte, Schatzsuche und Berliner Geschichte?

Lohse: Die Ebenen sind untrennbar miteinander verbunden. Während der Schatzsuche lernen sich die zwei Hauptprotagonisten näher kennen und werden dabei stetig von den Mentoren begleitet. Dadurch ergibt sich ein Ganzes.

Was bedeuten die Mentoren für Cleo?

Lohse: Meine Figur hat in der Kindheit etwas Traumatisches erlebt und sich anschließend dafür entschieden, keine Phantasie mehr in ihr Leben zu lassen. Die Mentoren sieht sie daher eher als Feinde. Lange Zeit tauchen die Geister der Vergangenheit nicht auf, bis Cleo ihre Einstellung und damit die Beziehung zu ihren Phantasiefiguren ändert. 

Wenn Du selbst die Zeit zurückdrehen könntest, gäbe es etwas, dass Du in Bezug auf Deine Karriere ändern würdest?

Lohse: Ich habe mir die Frage im Zuge der Vorbereitung auf den Film selbst gestellt: Ich kann tatsächlich mit ganz leichtem Herzen sagen, dass ich nichts anders machen würde. Ansonsten würden wir vermutlich jetzt nicht hier sitzen und uns über diesen Film unterhalten. Diese Frage ist hoch philosophisch und sehr komplex. Rückblickend habe ich vielleicht mal Lehrgeld bezahlt, aber aus Fehlern gelernt. Aber dadurch wird man klüger und stärker. Niemand macht alles richtig. Es ist immer die Frage, wie man damit umgeht (lacht).

Vielen Dank für das Gespräch.

Sandy Kolbuch

Marleen Lohse (*1984) gab bereits mit zwölf Jahren ihr Spielfilmdebüt und wurde durch die Serie ''Die Kinder vom Alstertal'' bekannt. 2010 schloss sie ihr Studium an der Filmuniversität Babelsberg ab. Neben dem Studium wirkte sie in zahlreichen Fernsehproduktionen mit, darunter im ''Tatort''. 2015 übernahm sie die Hauptrolle in dem Thriller ''Sanft schläft der Tod'' und eine der Hauptrollen in dem Dreiteiler ''Bella Germania''. Seit 2014 ist sie in der ARD Krimi-Reihe ''Nord bei Nordwest'' zu sehen.Zudem übernahm sie verschiedene Rollen in Kinoproduktionen. Sie hat bei der Drehbucharbeit mitgeholfen. Das Treatment für den Film "Cleo'' gewann ein Stipendium der Wim Wenders Stiftung.

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