Wechsel in Herzkammer des Konzerns

Symbolische Schlüsselübergabe von Thomas Seibert (links) an Tim Keller (rechts). Foto: Bauer

Uns ist damals nicht klar gewesen, wie entscheidend die Phase nach ihrer Ankunft sein würde führte Landrat Johann Fleschhut an die Adresse des scheidenden Nestlé-Werksleiters Thomas Seibert gerichtet aus. Viele lobende Worte gab es am vergangenen Donnerstag auch von anderer Seite für Seibert, der diese für den Standort Biessenhofen bedeutende Phase maßgeblich mitgeprägt hatte. Nach fünfjähriger Führungsverantwortung übergab er den Staffelstab an seinen Nachfolger Tim Keller.

Einen Eindruck, welche Veränderungen diese Phase mit sich gebracht hatte, lieferte die Betriebsratsvorsitzende Susanne Ferschl. Niemals habe sich das erträumen können, was sich da nach dem Verkauf der Bärenmarke entwickelt. Auch Dr. Gunter Fricke von Nestlé Deutschland konnte der hoch investiven Neuausrichtung des Biessenhofener Werkes viel Positives abgewinnen, indem er sich in seiner Laudatio für den Einsatz von Seibert bedankte und darauf hinwies, dass das Unternehmen sehr stolz auf das neue Werk sei. Er charakterisierte Seibert als geradlinig, kommunikativ und menschenorientiert. Seibert selbst sagte in seiner Ansprache, dass er die Zeit in Biessenhofen sehr intensiv erlebt habe und er anfänglich seinen Auftrag nach dem Abzug der Bärenmarke nicht habe einschätzen können. Die Szenarien reichten von einer Aufteilung des Werkes bis hin zu seiner Zerschlagung. Aber bereits nach einem halben Jahr kam es, nicht zuletzt auch Dank der hohen Motivation der Mitarbeiter und der Leidenschaft der Führungskräfte, ganz anders. Auch außerhalb des Werkes hätten sich alle als sehr hilfsbereit erwiesen. Seibert lobte die schnelle Genehmigung aller Vorhaben durch Landratsamt und Bürgermeister, was schließlich auch mit dazu beigetragen habe, dass 640 hoch spezialisierte Arbeitsplätze erhalten werden konnten. 115 Millionen Euro seien in die neue Fabrik zur Produktion von hypoallergener Babynahrung investiert worden und weitere 35 Millionen Euro seien in so genannte Upgrades, sowie in die Herstellung von Zerealien und Getränken geflossen. Aufgabe seines Nachfolgers Tim Keller sei es nun, so Seibert, das Werk ihm rauen Konkurrenzkampf weiter zu stabilisieren und auszubauen. Den Bürgermeister von Biessenhofen habe Seiberts Entscheidung, von Biessenhofen in die Herzkammer des Konzerns an den Genfer See zu wechseln, anfänglich nicht glücklich gemacht, gestand Wolfgang Eurisch, aber man habe seinen lang gehegten Wunsch akzeptiert. Er lobte den offenen Umgang von Seibert mit seinem Umfeld und sehe in ihm einen Botschafter für Biessenhofen. Seinen Nachfolger Tim Keller, der vorher Nestlé Betriebsleiter im Iran war begrüßte er mit den Worten. „Wer mit den Behörden im Iran zurecht kam, müsste auch hier in Biessenhofen klar kommen“. Keller, der zuletzt zu Wort kam, gab einen kurzen Abriss seines Werdeganges. Seit 16 Jahren sei er bei Nestle, von denen er 14 Jahre im Ausland zugebracht habe. Von der Schweiz habe ihn sein Weg über Indien, die Philippinen und den Iran schließlich ins Allgäu geführt. Hier sehe er seine Aufgabe die Zukunft des Werkes zu sichern. Scherzhaft bemerkte er mit Blick auf seinen Vorgänger, dass in der Formel 1 nicht die Autobauer, sondern die Fahrer die Stars seien.

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