Weder Mord noch Totschlag

Buchloer Polizei stellt Kriminalitätsstatistik für 2017 vor

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Die Präsenz der Polizei auf den Straßen verhindert oft Straftaten. In Buchloe steigt die Aufklärungsquote seit Jahren langsam aber stetig an.

Buchloe – Es gab weder Mord noch Totschlag und selbst die Zahl der Wohnungseinbrüche ging im letzten Jahr im Bereich der Polizei-Inspektion zurück. Zeit zum Ausruhen? Nein, sagen Buchloes Polizeichef Bernhard Weinberger und sein Stellvertreter Markus Dösinger gegenüber unserer Zeitung bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik 2017. Insgesamt ist die Zahl der Straftaten im Dienstbereich nämlich um zehn Prozent auf 860 Fälle gestiegen.

Stolz ist Bernhard Weinberger, dass die Aufklärungsquote im Bereich der Inspektion Buchloe seit Jahren steigend ist. 2017 betrug diese 71,2 Prozent. 2013 lag die Aufklärungsquote noch bei 63,1 Prozent.

Auffällig sei dabei die Steigerung bei den Sachbeschädigungen an Autos. Hier wurden 2017 insgesamt 39 Fälle registriert. Im Vorjahr waren es 21 Fälle. Auch bei der Sachbeschädigung auf Straßen, Wegen und Plätzen stieg die Zahl der Fälle von 39 auf 54. Darunter falle die Serie versuchter Sachbeschädigung an Maishäckslern sowie eine Serie von Graffiti-Schmierereien.

Weiterhin rückläufig ist die Zahl der Diebstähle. Nachdem diese im Jahr 2016 bereits von 278 auf 210 zurückgegangen seien, gingen sie im Jahr 2017 nochmals um acht Prozent auf 202 Fälle zurück. Dafür stieg die Zahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte von 130 auf 144 Fälle an. Darunter versteht die Polizei Betrug, Unterschlagung, Erschleichen von Leistungen, Untreue oder Urkundenfälschung.

Auffallend ist für die Polizei auch der Anstieg der Straftatbestände der Bedrohung und Beleidigung. Während 2016 insgesamt 22 Personen aktenkundig bedroht wurden, waren es 2017 30 Fälle. Die Zahl der angezeigten Beleidigungen stieg von 46 auf 61 Fälle.

In der Statistik taucht 2017 ein Fall von Vergewaltigung auf. Der Fall hat sich aber nach Aussagen des Inspektionsleiters schon im Jahr 2014 während der Ehe ereignet, wurde aber von der Ehefrau erst nach der Trennung im Jahr 2017 angezeigt. Elf sexuelle Delikte verzeichnete die Statistik im Jahr 2017, darunter ein Fall von sexuellem Missbrauch an einem Kind.

Nahezu konstant blieb mit 34 Fällen die Zahl der angezeigten Fahrraddiebstähle. Im Vorjahr waren es 33 Vorfälle. Die Polizei weist darauf hin, dass es immer hilfreich sei, wenn die Fahrradbesitzer ihre Fahrrad-Nummer wüssten und eine ordentliche Beschreibung des Fahrrades hätten.

Nur 36 Fälle von Rauschgiftdelikten wurden im Jahr 2017 zur Anzeige gebracht. Im Vorjahr waren es 58 Fälle. Das heißt aber nicht, dass die Rauschgiftkriminalität zurückgegangen ist. „Leider konnten wir uns im Jahr 2017 nicht wie gewünscht um diesen Bereich kümmern“, sagte Bernhard Weinberger unserer Zeitung. Da es sich hier um ein reines Kontrolldelikt handelt, sage die Zahl der angezeigten Straftaten nichts über die real vorhandene Kriminalität aus, betonte Weinberger.

Problematisch ist für den Buchloer Polizeichef die Zunahme der sogenannten Cyberkriminalität. Darunter versteht man die Internetkriminalität. Die erscheint kaum in der örtlichen Statistik. Zwar sitzen die Geschädigten im Dienstbereich der Polizei-Inspektion und melden dort auch die Fälle. Die Täter agieren aber oft auch im Ausland. Es ist ein Statistikproblem, denn die Straftat zählt dort, wo der Täter gehandelt hat.

Als besonders perfide sieht man bei der Polizei auch die Abzocke von Telefonbetrügern an. Betroffen seien meistens ältere Menschen. Die Täter schrecken selbst nicht davor zurück, sich als falsche Polizisten auszugeben. Markus Dösinger, stellvertretender Inspektionsleiter, rät allen Bürgern, beim geringsten Zweifel sofort mit der Polizei Kontakt aufzunehmen. Dort kenne man alle Tricks. „Ein Anruf bei uns kostet nichts.“

Erfreulich war 2017 die statistische Entwicklung bei den Wohnungseinbrüchen. Die Statistik registrierte sieben vollendete und einen versuchten Wohnungseinbruch. 2016 waren es elf und 2015 insgesamt 13 Fälle. Von den acht Fällen im Jahr 2017 konnten drei aufgeklärt werden. Es waren albanische, kroatische und rumänische Banden.

Insgesamt steht die Polizei-Inspektion im landesweiten Vergleich gut da. Gerechnet auf 100.000 Einwohner wurden 3241 Fälle registriert. Im Landkreis Ostallgäu waren es 3480 und in Bayern insgesamt sogar 4868 Fälle. Deutschlandweit wurden auf 100.000 Einwohner sogar 7755 Fälle registriert.

von Siegfried Spörer

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