Weder Mord noch Totschlag

Erfreuliche Bilanz: Buchloer Polizei veröffentlichte ihre Kriminalitätsstatistik

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Buchloes Polizei zeigt Präsenz und war auch 2019 wieder erfolgreich bei der Aufklärung von Strafdaten.

Buchloe – Das hört sich richtig gut an. Es gab im Jahr 2019 weder Mord noch Totschlag, die Gesamtzahl der Strafdaten im Bereich der Polizei-Inspektion Buchloe ist weiter rückläufig und die Aufklärungsquote blieb auf hohem Niveau konstant. Polizeichef Bernhard Weinberger kann zufrieden sein.

Schon im Jahr 2018 gab es einen Rückgang bei den Strafdaten um 4,3 Prozent. Dieser Trend hat sich 2019 fortgesetzt. Laut amtlicher Statistik sank die Zahl der Delikte von 823 auf 661 Fälle im Berichtsjahr. Das entspräche einem Rückgang von 19,7 Prozent. Allerdings gab es nach Auskunft der Polizei einen Datenbankfehler. Nicht erfasst wurden die 98 Betrügereien eines Buchloers. Berücksichtigt man dieses in der Statistik mit, liegt der Rückgang immerhin noch bei 7,8 Prozent.

Mehr Internetkriminalität

Wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Zu schaffen machen den Beamten nicht nur in Buchloe die weiterhin steigende Zahl von „Cybercrime“, besser auch unter dem Begriff Internetkriminalität bekannt. Obwohl die Delikte zunehmen, tauchen sie aber in der Kriminalstatistik meist nicht auf. Das liegt daran, dass die Statistik eine sogenannte Tatort-Statistik ist. Das bedeutet, die Fälle werden dort gezählt, wo der Täter gehandelt hat. In der Regel sitzen die Ganoven aber im Ausland. Seit Mitte 2018 wird zwar eine separate Statistik über diese Strafdaten geführt, die jedoch vom Bundeskriminalamt noch nicht veröffentlicht wurde. Bei der Buchloer Polizei gingen 2019 insgesamt 157 derartige Anzeigen mit meist unbekannten Tätern im Ausland ein. Meist handelte es sich um Betrugsdelikte.

Im Bereich der Gewaltkriminalität bewegten sich 2019 die Fallzahlen auf einem relativ niedrigen Niveau. Insgesamt wurden 22 Fälle verzeichnet, davon ein Fall von Raub zwischen zwei Pfandflaschensammlern und 21 Fälle von gefährlicher Körperverletzung.

Als erfreulich bezeichnet Bernhard Weinberger den Rückgang bei den Diebstählen und Sachbeschädigungen. Die Gesamtzahl ging von 199 auf 148 Fälle zurück. Das entspricht einem Rückgang von 25 Prozent.

34 Fahrräder wurden 2019 entwendet, im Vorjahr waren es 44 Fälle. Die Polizei weist darauf hin, dass es für eine Aufklärung sinnvoll ist, wenn die Fahrradbesitzer bei der Anzeigenerstattung die Fahrrad-Nummer wüssten und eine ordentliche Beschreibung ihres Drahtesels hätten. Gemeint ist hier wohl ein Fahrradpass. Die Polizei weist ferner darauf hin, dass es in diesem Zusammenhang hilfreiche Apps für das Handy gibt.

Im Bereich der Rauschgiftdelikte wurden 2019 insgesamt 30 Vorgänge registriert. Da es sich hier aber um reine Kontrolldelikte handelt, sage diese Zahl wenig über die real vorhandene Kriminalität aus, so die Polizei.

Weniger Einbrüche

Erfreulich sei auch der seit 2015 stetig rückläufige Trend bei den Wohnungseinbrüchen. Insgesamt wurden 2019 sieben Einbrüche in Privatwohnungen verzeichnet, wobei in den Zahlen noch ein Einbruch aus dem Vorjahr dabei ist. Von den somit sechs Fällen sind zwei nur versuchte Einbrüche. Bei einem Einbruch konnte sogar der Täter auf frischer Tat ertappt werden. Bilanz der Polizei: Von den vier vollendeten Einbrüchen konnte zwei aufgeklärt werden, also 50 Prozent.

Bei den Sexualstrafdaten musste eine Steigerung von elf auf 18 Delikte festgestellt werden. Allerdings führt die Polizei diese Steigerung auf eine Novellierung des Sexualstrafrechts zurück. Tathandlungen, die vorher lediglich den Tatbestand der Beleidigung erfüllt hätten, seien dem Sexualstrafrecht zugeordnet worden. Allein fünf der 18 Fälle würden dem Tatbestand der sexuellen Belästigung nach § 184i StGB zugeordnet werden können. In acht Fällen lag ein sexueller Missbrauch von Kindern oder Jugendlichen vor. Als problematisch bezeichnet die Polizei das Versenden von (kinder-)pornografischen Material unter Schülern über das Handy.

Erfreulich für die Buchloer Polizei ist, dass die Aufklärungsquote auf hohem Vorjahresniveau von 74 Prozent gehalten werden konnte. In ganz Bayern lag 2019 die Aufklärungsquote bei 67 Prozent. Die Polizei-Inspektion Buchloe umfasst die Gemeinden Buchloe, Jengen, Kaltental, Lamerdingen, Oberostendorf, Rieden, Waal, Westendorf, sowie die Gemeindeteile Untergermaringen der Gemeinde Germaringen.

Siegfried Spörer

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