Schwindel aufgeflogen

Wegen Betrugsversuchs verurteilt: 19-jähriger Ostallgäuer bezahlt mit Falschgeld

+
Weil er unter anderem Falschgeld in Umlauf bringen wollte, wurde jetzt ein 19-Jähriger verurteilt.

Kaufbeuren – Wegen in Umlaufbringen von Falschgeld und Diebstahl in mehreren Fällen wurde ein 19-jähriger Ostallgäuer vom Kaufbeurer Amtsgericht zu einem Dauerarrest von drei Wochen, einer Geldstrafe in Höhe von 600 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung und Therapiegesprächen in einer Suchtfachambulanz verurteilt. Nach eigener Aussage habe er die Diebstähle aus einem „Zwang“ heraus begangen und sei in seinem Verhalten negativ von „falschen Freunden“ beeinflusst wurden.

Falschgeld online bestellt

Im Zeitraum von Oktober 2019 bis Januar 2020 hatte der zu dem Zeitpunkt 18-Jährige mehrere Diebstähle in Einkaufsmärkten begangen und in verschiedenen Tankstellen in Kaufbeuren und Marktoberdorf versucht, Ware mit Falschgeld zu bezahlen. Sein Täuschungsversuch blieb allerdings erfolglos, da die Kassierer die Scheine, die mit dem Schriftzug „Raubkopie“ gekennzeichnet waren, sofort als Fälschung erkannten. Das Falschgeld – 100 falsche Euro-Scheine für sechs Euro – hatte der junge Mann über das Internet bestellt und sich an seine Wohnanschrift liefern lassen.

Vor Gericht gab der 19-jährige an, dass er „nicht mit Geld umgehen“ könne und daher „auf die dumme Idee gekommen“ sei, sich das Geld auf diese Weise zu beschaffen.

Laut dem Bericht eines Polizeibeamten konnte der junge Mann durch die Videoüberwachung einer Tankstelle identifiziert und an seiner Arbeitsstelle ausfindig gemacht werden. In den Ermittlungen sei der Angeklagte „absolut zugänglich und geständig“ gewesen und habe weitere Vergehen „von sich aus zugegeben“. Neben den Falschgeld- und Diebstahldelikten gesellen sich zu den Straftaten des 19-Jährigen noch ein Hausfriedensbruch, weil er trotz Hausverbot einen Kaufbeurer Einkaufsmarkt betrat, und der unerlaubte Besitz eines Schlagrings. Den Schlagring habe er nach seinen Äußerungen vor Gericht dafür gebraucht, um sich gegen seine „alte Clique“ zu wehren, die seinen Austritt nicht akzeptiert und ihm gedroht hätte. Die Waffe sei allerdings nie zum Einsatz gekommen. Die Motivation hinter den Diebstählen beschrieb er als zwanghafte Handlung, wobei er auch Sachen entwendet hätte, die er gar nicht gebraucht habe, „nur für den Kick“. Wegen seines Suchtproblems, zu dem auch exzessiver Alkoholkonsum zählten, habe er bereits eine Beratung bei der Caritas in Anspruch genommen.

Die Vertreterin der Jugendgerichtshilfe (JGH) berichtete von einer psychischen Belastung in der Familie, dem der junge Mann als Heranwachsender aufgrund der Querschnittslähmung seines Vaters ausgesetzt war. Der Vater beschrieb seinen Sohn als „herzensguten Menschen“, der aber „leicht beeinflussbar“ sei und an die falschen Freunde geriet. Dem JGH-Bericht zufolge sei der 19-Jährige mit dem ersten Diebstahl, der eine „Kettenreaktion“ auslöste, „in etwas hineingeschlittert“. Der junge Mann, der bis dato gut in den Ausbildungsbetrieb und die Familie eingebunden war, habe in den Gesprächen entsprechend „reumütig“ gewirkt und sich für seine Taten geschämt.

Dass sich der Angeklagte trotz der „gehäuften Begehung von Straftaten“ voll geständig zeigte, wirkte sich positiv auf das Strafmaß aus. Der Richter verwarnte den jungen Mann und äußerte zeitgleich die Hoffnung, dass es sich bei den begangenen Taten um eine „schlimme Phase“ handelte, „die jetzt hoffentlich ein Ende hat“.

aus dem Gericht berichtet Mahi Kola

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Feierlicher ökumenischer Segen für Kaufbeurens neues Feuerwehrhaus
Feierlicher ökumenischer Segen für Kaufbeurens neues Feuerwehrhaus
Satzungsänderung für Bauvorhaben in der Eberle-Kögl-Straße beschlossen
Satzungsänderung für Bauvorhaben in der Eberle-Kögl-Straße beschlossen
Nach erneutem Streik: Busfahrer in Kaufbeuren warten weiterhin auf Reaktion
Nach erneutem Streik: Busfahrer in Kaufbeuren warten weiterhin auf Reaktion
Til Schweiger dreht Szenen seines neuen Kinofilms in Kaufbeuren
Til Schweiger dreht Szenen seines neuen Kinofilms in Kaufbeuren

Kommentare