Wellness für die Seele

Ein Wellnestag, der der Seele gewidmet ist, so ließe sich ohne weiteres der Landfrauentag umschreiben, der vergangene Woche im Marktoberdorfer „Modeon“ stattfand. Bereits beim Empfang wurde der „erste Allgäuer Milchempfang kreiert“, wie es Kreisbäuerin Gabriele Paulsteiner nannte. Ob frische Milch oder Cappuccinomilch, beides wurde den Landfrauen in Sektgläsern serviert und sollte nicht nur die Seele streicheln, sondern auch auf die Milch – „das Beste, was wir haben“ – aufmerksam machen.

Der Religionslehrer und Klinikseelsorger aus Bad Grönenbach, Josef Epp, stellte provokant in seinem Vortrag „Achtsamkeit für die Quellen aus denen wir leben“ die Frage: „Warum darf eigentlich jeder Trottel auf unserem Seelenheil herumtrampeln?“ Es gäbe Pflanzenschutz, Tierschutz oder auch Wasserschutz, aber „wer setzt sich für den Seelenschutz ein?“. Nicht nur der Vortrag, sondern auch Epps Buch „Die Sonne sehen, auch wenn es dunkel ist“ beschäftigt sich mit dem Thema „Burnout“. Kennzeichen seien „wenn der Akku leer ist und es tut einfach nur alles weh; ich freu´ mich nicht mehr und bin emotional ausgebrannt“. Um dieses zu verhindern, bat Epp die anwesenden Landfrauen „schützen sie bestimmte Seelenbereiche für ihr eigenes Seelenheil“. Des weiteren ging er auf die drei Kraftquellen ein, die es zu schützen gelte. Die erste Quelle „sind sie selbst“ und er forderte dazu auf: „Treffen sie sich wenigstens einmal am Tag und fangen sie an sich Zeit für sich selbst zu nehmen!“ Die zweite Quelle sei das menschliche Miteinander. Es sei die Gemeinschaft aus der der Mensch Kraft schöpfe. Die dritte Quelle sei Gott. Er sei die Kraftquelle, die nie versiegt und „einen Halt gibt, der nicht zerbricht“, betont Epp, der vor 16 Jahren seine Frau bei einer Herztransplantation verloren hat und danach seine drei Kinder allein groß zog. Wer alles nur auf später verschieben würde, nehme das Geschenk der Schöpfung nicht an. Nach dem Vortrag blieb den Anwesenden genügend Zeit, um sich Epps Buch signieren zu lassen oder auch die Wellness-Ausstellung im Foyer des „Modeons“ zu besuchen. Verschiedene Gerüche, wie duftende Kräuterkissen, streichelten dort die Seele. Balsam für die Seelen der Landfrauen waren auch die Worte des Marktoberdorfer Bürgermeisters Werner Himmer, der hervorhob, dass Bäuerinnen solche Allrounder seien, wie es sie in keiner anderen Berufssparte gebe. Das Thema Milch griff Kreisbäuerin Paulsteiner in ihrer Rede noch einmal auf und betonte, dass „Milch nicht einfach nur ein Getränk sei, sondern auch ein Lebensmittel“. Generell müsse „der Mensch wieder mehr da- rauf achten, was er kauft und wo die Lebensmittel herkommen“, so Paulsteiner. Ihr Appell an die Landfrauen: Der Marke Allgäu ein Gesicht geben und dafür zu sorgen, dass der Landkreis gentechnikfrei werde. „Denn dann sind wir nicht mehr austauschbar“, betonte die Kreisbäuerin. Kreisobmann Josef Nadler unterstrich, dass „Milch die Lebensader des Allgäus“ sei und ergänzte, „solange unser Allgäu so motiviert ist, haben wir eine gute Zukunft.“

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