Ostallgäuer Autorin stellt Bücher vor

Unheimliche Geschichten

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Die Ostallgäuer Autorin Stefanie Kasper steht ihren Lesern in der Neugablonzer Stadtbücherei Rede und Antwort.

Kaufbeuren-Neugablonz – Den Unesco-Welttag des Buches, der den Stellenwert des Lesens ins Gedächtnis ruft und weltweit zu Ehren des geschriebenen Wortes zelebriert wird, feierte die Stadtbücherei in Neugablonz mit einer Lesung der Ostallgäuer Autorin Stefanie Kasper. Sie stellte ihre beiden zuletzt erschienenen Werke „Der Dunkle Grund des Sees“ und „Das verlorene Dorf“ vor.

Ev Waldmann, die als Moderatorin durch den Abend führte, beschreibt die in Peiting aufgewachsene Autorin und Mutter zweier Söhne als „kreative Wortliebhaberin und Büchernärrin“, die gerne im Garten arbeitet und die Natur genießt.

Als Kind, so die Anekdote, die man auch auf Kaspers Homepage nachlesen kann, hatte sie eine kettenrauchende Nachbarin, die für sie Gummibärchen in der Zeitung versteckte und ihr ein liniertes Heft schenkte – samt „Latin-Lover mit Dreitagebart“ auf dem Buchcover. Im zarten Alter von acht Jahren schrieb sie darin Geschichten mit dramatisch anmutenden Titeln wie „In sengender Hitze. Wie wir nur knapp dem Tod entkamen“ oder „Der Vogel, der keine Mutter mehr hatte“.

Auch heute noch macht das Schreiben die Autorin glücklich, die lange Zeit als Redakteurin tätig war und Harper Lees Roman „Wer die Nachtigall stört“ sowie John Irvings „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ zu ihren Lieblingsbüchern zählt.

Mit ihren Kindern unternimmt sie gerne Wanderungen am Forggensee, der „wie eine Mondlandschaft“ auf sie wirkt – und der den Schauplatz ihres Kriminalromans „Der Dunkle Grund des Sees“ bildet. Darin bekommt es die Protagonistin Isabel Radspieler mit mysteriösen Ereignissen rund um ihr versunkenes Heimatdorf zu tun, welches in diesem Szenario vom aufgestauten Forggensee geflutet wurde, und muss das rätselhafte Verschwinden ihrer Verwandten aufklären. Es geht um „die Heimat und den Verlust derselben“, erzählt Kasper, und so ist das Buch allen „Heimatberaubten und Geflohenen“ gewidmet.

Auch ihr Roman „Das verlorene Dorf“ ist nicht minder schaurig: Das Waisenmädchen Rosalie kommt im 19. Jahrhundert mit Albinismus zur Welt. Im Augsburger Waisenhaus wird sie als „Geschöpf der Nacht“ wahrgenommen, als unheimliches Wesen in den Augen der Anderen. In das Schongauer Waisenhaus abgeschoben, verliebt sie sich in den Bauern Romar, aber dessen Heimatdorf Haberatshofen – ein bis 1845 real existierendes Walddorf – birgt einige Geheimnisse und es häufen sich unerklärliche Todesfälle...

In Übereinstimmung mit vielen Leserstimmen bezeichnet Waldmann das Leseerlebnis, das die Bücher in ihr ausgelöst haben, als „sogartige Spannung“, welche einen „in einem Schreckmoment“ gefangen nehme. Dies ließ auch die lebendige Intonation der Autorin erahnen, die ihren im Dunkeln tappenden Figuren bei der Lesung eine glaubhafte Stimme verlieh.

Mit den zur Verfügung gestellten Weinen und Knabbereien konnten die Gäste anschließend in lockerer Atmosphäre Gespräche führen, mit der Autorin plaudern und ihre Buchexemplare signieren lassen.

von Mahi Kola

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