Servicestelle EhrenAmt legt Jahresbericht im Kreisausschuss Ostallgäu vor

Wenn das Ehrenamt Hilfe braucht

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Die Servicestelle Ehrenamt im Landratsamt Ostallgäu ist Anlaufstelle für alle ehrenamtlich engagierten Menschen. Im Kreisausschuss wurde jetzt der Jahresbericht vorgelegt.

Ostallgäu – Die Servicestelle EhrenAmt im Landratsamt ist zentrale Anlaufstelle für Ehrenamtliche aber auch Koordinator für Fortbildungen und fördert die Anerkennungskultur für das Ehrenamt. Jetzt legte die Servicestelle im Kreisausschuss ihren Jahresbericht vor.

In vielen Bereichen des täglichen Zusammenlebens würde ohne die Arbeit von Ehrenamtlichen vieles fehlen. Von den Schülerlotsen über die Seniorenbeauftragten bis zu den Vereinsvorständen. Wohin aber wenden, wenn die Ehrenamtlichen selbst mal Hilfe oder Informationen für ihre Arbeit brauchen? Die Servicestelle EhrenAmt sieht sich hier als zentrale Anlaufstelle für alle Ehrenamtlichen im Landkreis. Sie berät und informiert, macht Fortbildungen und Seminare für die Beteiligten und fördert letztendlich auch die Anerkennungskultur für die Arbeit im Ehrenamt.

Ein zunehmend wichtiger Bereich sei laut Julia Grimm von der Servicestelle EhrenAmt das sogenannte Vereinscoaching, bei dem die Vorstände von regionalen Vereinen geschult werden in Fragen zu Struktur, Aufbau und Organisation ihrer Vereine. Im vergangenen Jahr wurden dazu eine freiwillige Feuerwehr, ein Musikverein und drei Sportvereine in allgemeinen Fragen, aber auch im Speziellen geschult. Parallel dazu gibt es seit Sommer vergangenen Jahres über einen Rahmenvertrag mit einem Rechtsanwalt eine Rechtsberatung für Vereine zu Satzungs- und Haftungsfragen. Im März und Oktober gab es gut besuchte Workshops für Veteranenvereine, um neue Wege und Aufgaben zu erarbeiten, wie die Tradition erhalten, aber auch die Zukunft dieser Vereine gesichert werden könne, berichtete Grimm.

Ein aktuelles Thema wurde in Workshops zur Prävention sexueller Gewalt in Vereinen und Verbänden aufgegriffen. 25 Teilnehmer arbeiteten an diesem Thema, angeleitet durch die Sozialpädagogin Hermine Huber. Aber auch an die Nachwuchssuche wurde gedacht bei einem informativen Austausch zum Thema „Junge Menschen in der Vereinsführung“, um auch die Erwartungen junger Menschen von Vereinen und Ehrenamt zu erörtern.

Natürlich wurde auch im abgelaufenen Jahr gelobt für die ehrenamtliche Arbeit und so wurde im März 2017 zum wiederholten Male die Ostallgäuer Ehrenamtskarte verliehen. Damit sollen engagierte Menschen aus dem Landkreis geehrt werden und ihrerseits Vorteile genießen, beispielsweise durch kostenlose Bergbahnfahrten, Fahrten mit der Forggensee-Schifffahrt oder den Eintritt in Museen. Wegen der hohen Nachfrage erhielt die traditionelle abendliche Schifffahrt auf den Forggensee mit den Inhabern der Ehrenamtskarte einen Zusatztermin, wobei jeweils rund 200 Personen an Bord interessante Gespräche und Begegnungen hatten. „Ich schaffe es immer nur, durch ein Schiffsdeck zu kommen, weil ich dabei immer so viele Unterhaltungen habe“, bestätigte Landrätin Rita Maria Zinnecker.

Ein organisatorischer Höhepunkt war im vergangenen Jahr die Fachtagung „Ehrenamt im Ostallgäu“ mit über 150 Teilnehmern, was eine Verdreifachung der Besucherzahlen gegenüber 2016 bedeutet. Hier gab es für engagierte Menschen komprimierte Informationen an einem Tag. „Wegen der sehr positiven Rückmeldungen soll die Fachtagung jährlich stattfinden“, sagte Julia Grimm. Die diesjährige Fachtagung sei für den 29. September geplant.

Mit einer einheitlichen Adressdatenbank wolle man auch die Vereine im Ostallgäu besser und zielgenauer erreichen. Dazu waren die entsprechenden Daten bei den Gemeinden eingeholt worden und werden nun – unter Berücksichtigung des Datenschutzes – in eine einheitliche Form gebracht.

Für dieses Jahr sind bereits für den 24. Februar ein Rhetorik-Workshop und im März neue Vereinscoachings geplant. Die Bewerbungen dazu würden bereits laufen, sagte abschließend Julia Grimm und freut sich auf Fragen und Anregungen unter Telefon 08342/911-290 oder per E-Mail an ehrenamt@­ostallgaeu.de.

von Wolfgang Krusche

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