"Wenn ich groß bin, werde ich…"

„Ich bin doch nur ein oder zwei Stundenkilometer zu schnell gefahren!“ ist laut Jürgen Wendt eine häufige Ausrede von „geblitzten“ Fahrern. Die Mädchen lernten von Jürgen Wendt (Foto) jedoch, dass das Messgerät erst nach Abzug einer Toleranz von fast 10 Stundenkilometern überhaupt aktiv wird. Foto: Frisch

Was bedeutet eigentlich beim Autofahren „zu schnell“? Und wie wird die Geschwindigkeit korrekt gemessen? Zu diesen Fragen würde so mancher Autofahrer gerne seine ganz eigenen Ansichten äußern. Die richtigen Antworten bekamen jedoch die acht Mädchen und ein Junge, die am diesjährigen Kaufbeurer „Girls’ Day“ teilgenommen haben, vom Verkehrsdienstangestellten Jür- gen Wendt. Einen Vormittag lang ließ er die Schüler(innen) an seinem Arbeitsalltag teilhaben. Besonders spannend wurde dabei die Geschwindigkeitsmessung mit einem echten „Blitzgerät“ verfolgt und kommentiert.

Sogenannte „männer-“ beziehungsweise „frauenspezifische“ Berufe dem jeweils anderen Geschlecht vorzustellen und somit veralteten Rollenklischees entgegen zu wirken, ist das Ziel des „Girls’ Day“. Schülerinnen im Alter von etwa elf bis 13 Jahren aus diversen Kaufbeurer Schulen dürfen an diesem Tag in einen Beruf ihrer Wahl hinein- schnuppern. Irritiert verfolgten die Autofahrer im Rosental, wie sie am Donnerstag nicht nur von einem Jürgen Wendt, sondern gleich von einer ganzen Gruppe Jugendlicher „gemessen“ wurden – und fuhren darum meist „sicherheitshalber“ mit der dort vorgeschriebenen Geschwindigkeit von 10 km/h. Dabei dienten die Aufnahmen diesmal nur zur Demonstration. „Interessant“ und „spannend“ fanden es die Mädchen, wie die Lasertechnik bei der Messung funktioniert, wie der „Polfilter“ das Gesicht des Autofahrers auf der Aufnahme erkennbar werden lässt und dass die Verkehrsdienstangestellten des Öfteren ein „dickes Fell“ gegenüber wütenden Bürgern brauchen – auch wenn die Geschwindigkeitsmessung nur eine von ihren vielen Aufgaben ist.

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