Bürger beteiligen sich am Projekt

Waal hat einen Dorfladen

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Waals Dorfladen ist offiziell eröffnet: Beiratsvorsitzender Matthias Bultmann (v. re.), Landrätin Maria Rita Zinnecker und Bürgermeister Alois Porzelius griffen zur Schere. Mit dabei Marktleiter Stephan Jurende (li.) und sein Verkaufsteam.

Waal – Zur Geschäftseröffnung gab es frischen Spargel und frische Erdbeeren als Sonderangebot. Vor dem Laden war ein Festzelt aufgebaut. Die Sonne schien und die Musik spielte. Nicht zu vergessen, das halbe Dorf war auf den Beinen, um den neuen Laden zu feiern. Die Rede ist von der Eröffnung des Dorfladens in Waal.

2013 war die Nahversorgung der Marktgemeinde mehr oder weniger zusammengebrochen, als der damalige Edeka-Markt geschlossen wurde. Zwar gab es einen Bioladen, Metzgerei und Bäckerei, doch die Lücken im Sortiment konnten auch diese nicht füllen.

Es waren Waals engagierte Bürger und ihr Bürgermeister Alois Porzelius mit dem Marktgemeinderat, die die Weichen im Jahr 2015 stellten, um wieder einen Laden zu bekommen. Der Besuch eines „Tante-Emma-Seminars“, so Rathauschef Alois Porzelius, habe die Erkenntnisse in Richtung Dorfladen gelenkt. Die Gemeinde finanzierte eine Unternehmensberatung und unterstützte die engagierten Bürger, die sich das Dorfladenkonzept ausgedacht hatten. So kam die Geschichte langsam ins Rollen. Es kam zur Gründungsversammlung und der Gründung des Beirates.

Matthias Bultmann, Gründungsmitglied und Vorsitzender des Beirats, ließ anlässlich der Ladeneröffnung noch einmal die Geschichte Revue passieren. Mit Stolz berichtete er, man sei für die Bedarfs- und Standortanalyse von Haustür zu Haustür gegangen. Das Ergebnis: „Die Waaler wollen einen Dorf­laden“, sagte Bultmann.

Zur Idee eines Dorfladens gehört, dass sich die Bürger finanziell am Projekt beteiligen. Mit Stolz konnte Bultmann auf 300 Anteilszeichner verweisen, die insgesamt mehr als 84.000 Euro investiert hätten, um die Nahversorgung im Ort wieder zu beleben.

Da bekanntermaßen nichts ohne Geld geht, mussten natürlich auch noch andere Geldquellen angebohrt werden. Den umtriebigen Beiräten gelang es sogar, die Europäische Union an ihrem Projekt zu beteiligen. Das sogenannte Leaderprogramm ist ein Förderinstrument der EU, mit dem der ländliche Raum gestärkt werden soll, sagte Josefine Gutte vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vor den Festgästen. Ihre Behörde war neben dem Landratsamt für die Bearbeitung des Antrages zuständig. „Waal ist ein Paradebeispiel auch für andere Gemeinden“, lobte Gutte. Es würden regionale Produkte verkauft, die Wertschöpfung bliebe am Ort und ein Dorfladen sei ein Beitrag zum Umweltschutz, da viele Fahrten zu den oft weit entfernten Märkten entfallen würden.

Gute Wünsche gab es auch von Landrätin Maria Rita Zinnecker. „Waal hat seine Vision verwirklicht“, lobte die Landrätin. So ein Zentrum habe nicht jedes Dorf. In der Tat, der neue Dorfladen ist im Zentrum des Ortes neben Rathaus, Kirche und Gasthaus.

Ein strahlender Stephan Jurende konnte die Glückwünsche nicht nur der Ehrengäste entgegennehmen, unter ihnen Buchloes 2. und 3. Bürgermeister Manfred Beck und Herbert Barthelmes und Jengens Rathauschef Franz Hauck. Der Marktleiter mit seinem Verkaufsteam genoss sichtlich die Aufmerksamkeit, die ihnen entgegengebracht wurde. Carmen Hankel, Karin Ückert, Sonja Schmidt und Sabine Weibl werden künftig mit ihrem Chef die Kunden bedienen.

Wie viel Umsatz Stephan Jurende am Eröffnungstag gemacht hatte, wollte er nicht verraten. Es sei aber ein voller Erfolg gewesen, betonte der Marktleiter gegenüber unserer Zeitung.

Einen „Testeinkauf“ hat auch Beiratsmitglied Dr. Christian Alex hinter sich, berichtete er unserer Zeitung. „Meine Frau hat mir eine Liste zusammengestellt und ich habe alles bekommen“.

Bei strahlendem Wetter genossen die Waaler die Eröffnung bei Kaffee und Kuchen, Wurstsemmeln und Bier bis in die Abendstunden. Den kirchlichen Segen gab es von Pfarrer Jan Forma und die „Musikgesellschaft Harmonie Waal“ rundete mit ihren Klängen den erfolgreichen Nachmittag ab.

von Siegfried Spörer

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