Wertvolles Erbe für heute und morgen

Die Vorsitzende der Leutelt-Gesellschaft Gabriele-Elisabeth Stumpe bei ihrer Festansprache vor geladenen Gästen sowie Prof. Barbara Probst-Polasek Foto: Becker

In einer Feierstunde gedachte die Leutelt-Gesellschaft des 150. Geburtstages von Gustav Leutelt, dem Schriftsteller und Lehrer aus dem Sudetenland. Gabriele-Elisabeth Stumpe als Vorsitzende der Gesellschaft konnte rund 100 Mitglieder und Gäste mit Bürgermeister Gerhard Bucher als Vertreter der Stadt an der Spitze begrüßen. In ihrer Festansprache ging sie auf das Schaffen von Leutelt ein und betonte: „Das historische Werk unseres Dichters Gustav Leutelt von damals ist uns wertvolles Erbe für heute und morgen.“

In ihrer Begrüßung bezeichnete die Vorsitzende den Schriftsteller als einen besonderen Menschen und stellte fest, dass es schwierig sei, außergewöhnliche Worte über einen Menschen zu finden, den man nie in seinem Leben getroffen hat. So schloss sie zunächst mit einer heiteren Episode aus dem Leben des kleinen Schulbuben Gustav. Bürgermeister Bucher lobte das Engagement der 1957 neu gegründeten und heute etwa 800 auch über Deutschland hinaus verteilten Mitglieder umfassenden Gesellschaft für das Bemühen, die deutschsprachige Kultur des Isergebirges in ihrem ursprünglichen Gebiet wach zu halten und auch die heutige tschechische Bevölkerung für die Vergangenheit der gemeinsamen Heimat zu interessieren. In ihrer Festansprache beschrieb Gabriele Stumpe den keineswegs weltfremden, aber der Isergebirgswelt und im Besonderen dem Kamnitztal eng verbundenen Schriftsteller. Dessen Stärke war es, als sogenannter „Dichter des Isergebirges“ mit sensibler, jedoch bildhafter Art der Darstellung die Landschaft und Charakterisierung seiner Landsleute zu beschreiben. In seinen Werken erlaubte er einen Blick in die einfachen Isergebigsstuben, um anschließend wieder nach draußen schauen zu können, wo unüberhörbar das Rauschen des sanft oder drohenden Waldes zu vernehmen war. Das Glashandwerk und der Wald waren die Komponenten, aus denen Leutelt seine Themen schöpfte. In Ausschnitten aus den Werken „Könighäuser“, „Friedhofsrosen“ „Der Glaswald“ und „Das zweite Gesicht“ wird deutlich, dass die Szenarien Gustav Leutelts in abgewandelter Form auch auf die Medien von heute übertragen werden können und ihre Gültigkeit behalten haben. Erbe wird bewahrt Ein von Thomas Schönhoff gelesener Briefwechsel zwischen Leutelt und seinem Freund Bürgermeister Karl R. Fischer sowie die musikalische Umrahmung durch Frau Prof. Barbara Probst-Polasek mit Werken des Komponisten Rudolf Leberl rundeten die Veranstaltung ab. Einige Werke Leutelts sind inzwischen in die tschechische Sprache übersetzt worden, sie finden bei den heutigen Bewohnern überraschend großes Interesse. Die 1995 renovierte Gedenkstätte von Gustav Leutelt in Josefsthal/ Josefův Důl und das dort am 150. Geburtstag eröffnete kleine Leutelt-Museum lassen im Hinblick auf den Erhalt des kulturellen Erbes von Gustav Leutelt wie die 2009 begonnene Partnerschaft zwischen Gablonz/Jablonec und Kaufbeuren/Neugablonz auch für die Zukunft hoffen.

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