Wichtigste Ziele Gesteckt

Eine Stärke im Stadtbild von Marktoberdorf seien die markanten Sichtachsen auf St. Martin, analysierten die Stadtplaner des Büros Schirmer. Foto: Bauer

Was hat Eurostadt mit der Stadtentwicklung von Marktoberdorf zu tun? Statistikbehörden, auch die der Europäischen Kommission, wirken mit ihren Prognosen bis in die kommunale Weiterentwicklung hinein und sollen helfen, Fehlplanungen für die Zukunft zu vermeiden. Nicht zuletzt auch auf dieser Grundlage diskutierte der Stadtrat in seiner Sitzung am Montag vergangener Woche das Integrierte Stadtentwicklungskonzept der Stadtplaner des Planungsbüro Schirmer aus Würzburg.

Der Landkreis sei ein Stabilisierungsraum, will heißen: die Bevölkerungszahl ist bis 2030 leicht zunehmend, erklärte der Stadtplaner Stefan Lehmann den Räten. Leider sei dies für die Kreisstadt selbst nicht zutreffen, das belege eine Prognose des Bayerischen Landesamtes für Statistik, wonach im Jahre 2028 1100 Menschen weniger in Marktoberdorf leben sollen. Noch dramatischer zeigt sich die Entwicklung des Durchschnittsalters der Oberdorfer von heute 43 Jahre auf 47 Jahre in 20 Jahren. Die Anzahl der „Hochbetagten“, also die der über 75-Jährigen, steige um cirka 40 Prozent, was natürlich ebenfalls Auswirkungen auf eine zukunftsweisende Stadtplanung habe. Allerdings, so Lehmann, erwarte man trotzdem eine steigende Anzahl an Haushalten, die künftig natürlich kleiner ausfielen. Aus der Bestandsaufnahme des Ist-Zustandes heute und diesen Zukunftsaussichten gelte es nun Oberziele, bzw. Leitbilder festzulegen, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen. Er riet zu einer Anbindung der hochwertigen Flusslandschaft, dabei solle insgesamt die Verbindung der Stadt in die Landschaft gestärkt werden. Auch eine Vernetzung der Grünzonen und die funktionale Verbesserung der innerstädtischen Verbindungen seien erstrebenswerte Ziele. Die Sicherung und Stärkung der Innenstadt als Wohn- und Einzelhandelsstandort, die Erhaltung und Fortentwicklung des Kultur-, Sport- und Bildungsangebots, die Sicherung der Ortsbild prägenden Ensembles und die Erschließung eines Verkehrsrückgrates für Fußgänger und Radfahrer gehörten zu den Leitbildern, auf die man sich verständigen müsse. Nicht tatenlos zusehen Trotz vieler Fragen und auch einiger Bedenken der Räte konnte Bürgermeister Werner Himmer im Hinblick auf die Oberziele einen fraktionsübergreifenden Konsens fest. So meinte Wolfgang Hannig (SPD), dass viele alte Menschen in der Stadt wohnen wollten. Auch betrachtete er die Bahnlinie als eine Art „Berliner Mauer“, die es von der Kemptener Straße aus zu durchbrechen gelte. Walter Schilhansel (CSU) forderte, der prognostizierten Entwicklung nicht tatenlos zuzusehen. Es gelte Marktoberdorf so attraktiv zu machen, dass eben dieser vorhergesagte Trend nicht eintrete. Axel Maaß (Grüne) wies darauf hin, dass gerade die Verkehrsplanung in der Stadt viel Konfliktpotential in sich trage. Er könne die dargestellten Oberziele gut mittragen, meinte Wolfgang Schmid (FW), wobei deren Umsetzung ein fließender Prozess sei, der flexibel gehandhabt werden müsse. Ohne Gegenstimmen nahm der Stadtrat die aufgezeigten Oberziele als Grundlage des integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) an.

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