20 Millionen für Burkina Faso

Wie die Aktion des Schulwerks der Diözese Augsburg unterstützt wird

Mäppchen Spende
+
Hunderte Mäppchen hat Inge Schuster aus Waal genäht, mit deren Kauf alle Interessierten eine Spendenaktion des Schulwerkes der Diözese Augsburg unterstützen können.

Waal/Kaufbeuren – In diesem Jahr haben sich die Schulen des Schulwerks der Diözese Augsburg ein ganz besonderes Ziel gesteckt: „20 Millionen für Burkina Faso“ heißt die Challenge, mit der ein Partnerschulwerk im Westen von Afrika unterstützt werden soll. Auch im Ostallgäu und in Kaufbeuren wird dafür fleißig gesammelt.

Burkina Faso gehört zu den zehn ärmsten Ländern der Welt. 45 Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. Fehlende Niederschläge in den letzten Jahren haben eine verheerende Hungersnot zur Folge, hinzu kommt der Terror, den islamistische Gruppen aus den Nachbarländern Niger und Mali verbreiten. Zwangsverheiratung und Genitalverstümmelung sind in Burkina Faso trotz Verbots keine Seltenheit. Das Schulwerk der Diözese Augsburg hat dort ein Partner-Schulwerk in der Diözese Kaya. Circa 7000 Schülerinnen und Schüler in sechs Kindergärten, 16 Grundschulen und zwölf weiterführenden Schulen werden hier betreut, denn Bildung tut Not, da die Hälfte der Bevölkerung unter 17 Jahre alt ist. Die geschilderte Ausnahmesituation hat aber zur Folge, dass viele Schulen geschlossen bleiben müssen.

Schülerin Philippa sammelt als Wertebotschafterin am Marien-Gymnasium die Spenden ihrer Mitschülerinnen ein.

Abbé Dr. Emanuel Sawadogo ist dort der Schulwerksdirektor. Er war ehemals Pfarrer der schwäbischen Gemeinde Jettingen-Scheppach. Da war es naheliegend, dass der Augsburger Weihbischof Florian Wörner und der Schulwerksdirektor Peter Kosak dazu aufgerufen haben, innerhalb des Schulwerks 20 Millionen in der Währung Burkina Fasos zu sammeln, sprich fast 30.000 Euro. Dies entspricht pro Schüler im Schulwerk einer Spende von 1,50 Euro. In einem normalen Jahr wohl also gut machbar, allerdings deutlich schwieriger, wenn die Schülerinnen und Schüler nicht in die Schule kommen können. Kreativität war gefragt.

Als Schule des Schulwerks Augsburg ist auch das Marien-Gymnasium Kaufbeuren mit von der Partie. Lehrerin Brigitte Buck-Schönweitz war von Anfang an bei der entsprechenden Arbeitsgemeinschaft des Schulwerks dabei. Geplante Ideen zum Sammeln von Spenden wie die Durchführung eines Spendenlaufs oder das Entrümpeln der Schülerbücherei konnten nicht verwirklicht werden. Schnell stand aber fest: „Wir wollen an dem Projekt festhalten“, so Buck-Schönweitz. Hier ist die Lehrerin dankbar für die große Unterstützung aus dem Schulpastoral-Team, insbesondere für den Einsatz von Sr. Daniela Martin als dessen Leiterin, die letztendlich auch die zündende Idee für das Spendensammeln in Zeiten von Distanz­unterricht hatte: Die Schülerinnen bekamen kleine Säckchen mit nach Hause, in denen sie zusammen mit ihren Familienangehörigen das Restgeld vom Einkaufen und ähnlichem sammeln konnten.

Ob Scheine oder Münzen darin landen, spielt dabei keine Rolle. „Jeder kann das geben, was er für richtig hält“, betont Buck-Schönweitz. Auch das Rückgeld der Pfandflaschen im Schulhaus wird gesammelt. Alle Mädchen seien von Herzen mit dabei. Hierzu trägt auch ein Video mit Benediktinermönch Pater Felix Ouédraogo aus Burkina Faso bei, der den Mädchen online sein Herkunftsland näher gebracht hat. Eine Flüssigkeitssäule in der Aula zeigt den Schülerinnen ihren Erfolg: Inzwischen sind schon über 1000 Euro zusammengekommen. Und die Spendenaktion ist noch nicht vorbei. Jetzt ist ein E-Mail-Austausch mit den Schülern in Burkina Faso geplant.

Und auch die Rentnerin Inge Schuster aus Waal hat in Zusammenarbeit mit der Fachakademie für Sozialpädagogik Maria Stern in Augsburg schon Einiges erreicht. Sie hat mehrere 100 Mäppchen in allen verschiedenen Farben und Mustern genäht, die von den Schülern und Schülerinnen für fünf Euro erstanden werden können. 100 Prozent der Einnahmen werden dabei gespendet, sodass über diesen Weg bis jetzt schon fast 2000 Euro Spenden gesammelt werden konnten. Dabei ist Schuster nach wie vor fleißig mit Nähen beschäftigt. Die Aktion wird auf jeden Fall noch bis zum Ende des Schuljahres laufen. Auch wer sonst Interesse an einem Mäppchen hat, muss nicht leer ausgehen. Die Mäppchen, die sich übrigens neben der Aufbewahrung von Stiften auch prima zum Verstauen von Sonnenbrillen, Masken oder anderen Gegenständen in vergleichbarer Größe eignen, können bei Schuster über WhatsApp (0151/17537486) oder Facebook zum Preis von fünf Euro bestellt werden.

Agnes Reißner

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Feiernde und Auto-Poser auf Parkplatz eines Restaurants
Feiernde und Auto-Poser auf Parkplatz eines Restaurants
Bauausschuss für Norma-Erweiterung in der Bahnhofstraße
Bauausschuss für Norma-Erweiterung in der Bahnhofstraße
Die Natur ist ihr Revier – Vier Naturschutzwächter in Kaufbeuren
Die Natur ist ihr Revier – Vier Naturschutzwächter in Kaufbeuren
Kaufbeurer Bauausschuss lehnt Antrag eines Investors ab
Kaufbeurer Bauausschuss lehnt Antrag eines Investors ab

Kommentare