Wieder mehr Unfälle

Polizei Buchloe zieht Bilanz: Vermehrte Kontrollen sollen Unfälle vermeiden helfen

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Statistisch gesehen kommt jeden Tag die Laserpistole der Buchloer Polizei 38 Minuten zum Einsatz. Da kein Beweisfoto angefertigt werden kann, muss der Fahrzeugführer sofort angehalten werden.

Buchloe – Die Unfallursachen sind oft vielfältig. Zu schnelles Fahren, Ablenkung durch Handys, Alkohol am Steuer oder auch Wild haben 2018 dafür gesorgt, dass die Zahl der Verkehrsunfälle im Bereich der Polizeiinspektion Buchloe von 505 im Vorjahr auf 547 gestiegen ist.

Buchloes Polizeichef Bernhard Weinberger sagte bei der Präsentation der Zahlen: „Manchmal wundert es mich, dass nicht mehr passiert“. Im Blick hat er beispielsweise die Missachtung der Überholverbote auf der B12. Im letzten Jahr wurden 54 Kraftfahrer zur Anzeige gebracht, die trotz der beginnenden Überholverbote auf der meist dreispurig ausgebauten Strecke noch auf dem Gas blieben und die markierten Sperrflächen zum Überholen genutzt hätten. Dann kann es richtig teuer werden, denn dann kann die Polizei „Vorsatz“ unterstellen und die Bußgelder sogar verdoppeln.

Die Unfallstatistik 2018 zeige, so Weinberger, dass wieder zwei Tote und 117 Verletzte zu beklagen sind. Ein tödlicher Unfall passierte, als ein Motorradfahrer in einen abbiegenden Traktor mit Anhänger fuhr. Der Mann hatte gerade seinen Motorradführerschein gemacht. Beim zweiten tödlichen Unfall war Alkohol im Spiel. Der Autofahrer hatte sich beim Ausfahren von der B12 überschlagen und das Genick gebrochen. Insgesamt gab es acht Unfälle mit Alkohol am Steuer, darunter waren auch zwei betrunkene Radfahrer.

Mehr als die Hälfte der Verkehrsunfälle sind zum Glück jedoch nur sogenannte Kleinunfälle mit Blechschäden. 68 Fälle von Fahrerflucht wurden registriert, die Hälfte davon wurde aufgeklärt. Bei zwei Unfällen mit anschließender Fahrerflucht gab es Verletzte.

Bei den Wildunfällen gab es eine Steigerung von zehn Prozent. Auf der Strecke blieben 166 Tiere, darunter allein 130 Rehe. Im Jahr davor waren es noch 110 tote Rehe.

Das schöne Wetter im letzten Jahr hat, so vermutet Bernhard Weinberger, auch die Zahl der Fahrradunfälle steigen lassen. Insgesamt wurden 30 Unfälle mit sieben Schwerverletzten und 21 Leichtverletzten registriert. Erstmals sei auch eine signifikante Unfallzunahme bei den sogenannten E-Bikes festzustellen, betonte der stellvertretende Inspektionsleiter Markus Dösinger. Während es 2017 nur ein Unfall war, stieg die Zahl im Jahr 2018 auf sechs Unfälle mit zwei schwer- und vier leichtverletzten Personen an. Es seien vorwiegend ältere Menschen, die eigentlich auf ein normales Fahrrad nicht mehr steigen würden. Mit den E-Bikes erreichten ältere Menschen oft Geschwindigkeiten, die sie mit reiner Muskelkraft nicht erreichen würden.

Ein Dorn im Auge ist der Polizei auch die Fahrt unter Drogeneinfluss. Markus Dösinger betonte, es seien meist junge Leute, die bekifft hinter dem Lenkrad sitzen. Alkohol sei bei dieser Gruppe selten bis nie im Spiel.

Die Polizei Buchloe versucht ebenso wie im restlichen Bayern durch Kontrollen, Unfälle zu verhindern. Bei Alkoholkontrollen wurden in 37 Fällen Autofahrer aus dem Verkehr gezogen. Bei 15 Personen bewegte sich der Alkoholgenuss im Bereich einer Ordnungswidrigkeit, die anderen Fahrzeugführer waren fahr­untüchtig. Bei weiteren 20 Autofahrern wurde Drogeneinfluss festgestellt. Die Gesamtzahl der bei den Kontrollen aufgefallenen Alkohol- und Drogenfahrten bewege sich in einem stabilen Bereich, betonte Bernhard Weinberger gegenüber unserer Zeitung. Auffällig sei jedoch, dass die Zahl der Alkoholfahrten rückläufig sei, während die Zahl der Drogenfahrten anstiege. Man werde in Zukunft verstärkt weiter kontrollieren, sagte der Polizeichef, um Fahrer aus dem Verkehr zu ziehen, bevor sich Unfälle ereignen.

317-mal konnte die Buchloer Inspektion mit ihrer Laserpistole Geschwindigkeitsübertretungen feststellen. Hier ist die Polizei „großzügig“. Erst bei Überschreitungen um mehr als zehn Kilometern pro Stunde nach Abzug der Messtoleranz werde geahndet, sagte Weinberger.

Verstärkt will die Polizeiinspektion in Zukunft auf die verbotene Handynutzung achten. Bei 66 Unfällen im letzten Jahr seien Fahrzeuge von der Fahrbahn abgekommen. Die Ursache Handy kann zwar selten nachgewiesen werden, wird aber als häufige Unfallursache vermutet.

Aber auch als Freund und Helfer konnten sich die Buchloer Polizei im letzten Jahr beweisen. Bei einer Kontrolle fiel auf, dass ein Reifen zu wenig Luft hatte. Die Beamten haben dann schnell mal den Reifen gewechselt. Über diesen Service habe sich die Autofahrerin sehr gefreut.

von Siegfried Spörer

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