Die Polizei informiert über Pflichten

Wildunfall bei Jengen: 25-Jährige lässt verletztes Reh liegen

Auto fährt im Herbst auf nasser Straße und totes Reh liegt auf Fahrbahn
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Sinn und Zweck der gesetzlichen Vorschriften ist, dass der Revierinhaber das verletzte Tier suchen und von den Leiden erlösen kann.

Jengen/Landkreis – Gestern Abend war es einer 25-jährigen Autofahrerin nicht mehr möglich, dem Zusammenprall mit einem Reh zu entgehen. Obwohl das Tier mit ihrem Wagen zusammen stieß und verletzt liegen blieb, fuhr die junge Frau weiter und verständigte erst eine halbe Stunde die Beamten der Polizeiinspektion Buchloe. Damit erfüllte sie ihre gesetzlichen Pflichten nicht. Wie sich Personen bei einem Wildunfall verhalten sollen, berichtet in diesem Zusammenhang die Polizei.

Montagabend stieß eine 25-jährige Buchloerin mit ihrem Pkw auf der Ortsverbindungsstraße zwischen Wiedergeltingen und Weicht mit einem querenden Reh zusammen. Die Frau ließ das verletzte Tier am Straßenrand liegen und fuhr weiter.

Erst eine halbe Stunde später meldete sie den Vorfall bei der Polizei. Die Beamten verständigten den zuständigen Jagdpächter, der sich um das Reh kümmerte. Gegen die Autofahrerin wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Immer wieder stellt die Polizei bei Wildunfällen fest, dass viele Fahrzeugführer die gesetzlichen Pflichten nicht kennen, die nach einem solchen Unfall zu beachten sind. So schreibt Paragraph 34 der Straßenverkehrsordnung (StVO) vor, dass nach einem Unfall jeder Beteiligte unverzüglich anzuhalten und den Verkehr zu sichern hat, sowie sich über die Unfallfolgen vergewissern muss (Verwarnung 30 Euro).

Nach Paragraph 32 StVO ist es verboten, Gegenstände auf der Straße liegen zu lassen, wenn dadurch der Verkehr gefährdet oder erschwert wird. Zu den Gegenständen zählen auch tote Tiere. Der Verursacher hat das Tier zur Seite zu räumen und wenn dies nicht sofort möglich ist, bis dahin ausreichend kenntlich zu machen. Dies kann unter anderem dadurch geschehen, dass man mit eingeschalteter Warnblinkanlage bis zum Eintreffen der Polizei stehen bleibt und dadurch den nachfolgenden Verkehr warnt (Bei Missachtung: Bußgeld 60 Euro, ein Punkt).

Zudem schreibt das Bayerische Jagdgesetz vor, dass Fahrzeugführer, die Schalenwild (wie zum Beispiel Rehe und Wildschweine) durch An- oder Überfahren verletzen oder töten, dies unverzüglich dem Revierinhaber oder der Polizei mitteilen müssen. Sinn und Zweck dieser Vorschrift ist, dass der Revierinhaber schnellstmöglich das getötete Tier verwerten oder das verletzte Tier suchen und von den Leiden erlösen kann. Bei Verstößen kann das Landratsamt eine Geldbuße bis zu 1000 Euro festsetzen.

kb

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