Ich will Feuerwehrmann werden

Für den Nachwuchs ist es das Größte, sich in die Feuerwehrautos zu setzen. Fotos: Schönhaar

Interessierte Bürger konnten vergangenen Samstag beim Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr Kaufbeuren Fuhrpark, Übungsanlagen und Räumlichkeiten besichtigen. Bei Sonnenschein kamen Groß und Klein ans Gerätehaus in der Neugablonzer Straße.

Neben dem Film über den Kaufbeurer Rathausbrand aus dem Archiv des Feuerwehrmuseums, gab es im Keller ein weiteres Highlight zu sehen: Die Atemschutz-Übungsanlage. Einmal jährlich müssen die Feuerwehrler hier durch. Eine physische sowie psychische Belastung, wenn der Ernstfall unter möglichst realistischen Bedingungen simuliert wird. Am Tag der offenen Tür zeigen junge Feuerwehrleute, wie sie den Einsatz mit Atemschutzmaske trainieren – immer zu zweit. Schon das Anlegen der Ausrüstung ist dabei eine Schau: Schwere Jacke und Schuhe, Sturmhaube als Hitzeschutz, Atemschutzmaske, Sauerstoffflasche, Lampe, Helm, Handschuhe – da kommen einige Kilogramm zusammen, jegliche Bewegung fällt schwer. Nach dem Anziehen klingt das Geräusch durch den Lungenautomaten nach schwerem Atmen. Dann geht es auf’s Laufband beziehungsweise auf die Endlosleiter. Ein Kollege steuert aus einem Kontrollzentrum die Geräte, regelt die Geschwindigkeit und stoppt die Zeit. Wenn beide Feuerwehrleute einmal Laufband und Endlosleiter absolviert haben, geht es auf die eigentliche Atemschutzübungsstrecke: Ein schwarzer Gitterkäfig, in dem man kaum aufrecht stehen kann, teilweise krabbeln muss, und der mit zahlreichen Hindernissen wie Autoreifen gespickt ist. Hier müssen sie nun durch, mitsamt Ausrüstung, immer auf den Partner achtend. Bei der „echten“ Übung hat es rund 50 Grad Celsius, dichten Rauch und kaum Licht. Zum Tag der offenen Tür ist das Licht an, die Temperatur normal, damit die Besucher zusehen können und einen Eindruck von der Übung bekommen. Eindruck hinterlassen hat die Vorführung jedenfalls. Kinder wie Erwachsene staunen nicht schlecht, wenn die Feuerwehrleute nach der Kletterei im Käfig noch mal auf Laufband und Endlosleiter müssen. Von der Aufregung im Keller konnten sich dann alle im Gerätehaus bei Kaffee, Kuchen oder Grillwurst erholen. Stadtbrandinspektor Wolfgang Zwinger hat den Tag der offenen Tür organisiert und hätte sich über mehr Zulauf gefreut. Auch wenn dieses Jahr nicht ganz soviel geboten war wie beispielsweise im Jubiläumsjahr 2008, waren doch an die 80 Helfer involviert. Zwinger sieht die Veranstaltung als Möglichkeit für die Feuerwehr, um zu zeigen, was sie kann und welche Ausrüstung sie hat. Für die Besucher ist es eine einmalige Möglichkeit, Technik und Räumlichkeiten zu bestaunen. „Und gerade für die Kinder ist es das Größte, sich in ein Feuerwehrauto zu setzen“, freut sich Zwinger. „Das sind die Feuerwehrleute der Zukunft.“ Deshalb hat die Jugendfeuerwehr auch speziell für den Nachwuchs hinter dem Gerätehaus eine Spielwiese mit allerlei Action aufgebaut. Nach einem aufregenden Tag bei der Feuerwehr haben sicherlich so manche Eltern von ihren Sprösslingen zu hören bekommen: „Wenn ich groß bin, will ich Feuerwehrmann werden.“ Die Kaufbeurer Feuerwehr würde sich freuen, denn Nachwuchs ist immer willkommen. se

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