Die Natur war schneller - Anwohner in Sorge

Windböe fällt umstrittene Esche in Irsee

Baum Esche Irsee
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Glück im Unglück, dass bei diesem Baumsturz in Irsee kein Mensch zu Schaden kam.

Irsee – Im Februar berichtete der Kreisbote über eine bedrohlich schräg stehende Esche am südlichen Teil des Ziegelweges. Der Bitte des Anwohners und der Marktgemeinde Irsee, die Esche auf Grund der Bedrohungslage zu fällen, ist der Waldbesitzer in den vergangenen zwei Jahren nicht nachgekommen. Der Streit landete im Frühjahr 2021 vor dem Verwaltungsgericht Augsburg. Ergebnis: Das Gericht ordnete damals aus Sicherheitsgründen die Sperrung der Straße an, die bis zum heutigen Tag noch wirksam ist.

Die Natur wartete nicht, bis das Gericht, der Waldbesitzer, die Anwohner und die Verwaltung der Marktgemeinde zu einer Einigung gekommen waren und eine Lösung für den schräg stehenden Baum gefunden hatten. Am Morgen des 9. Juli entwurzelte eine starke Windböe die betroffene Esche, welche daraufhin auf das rechte Giebeldach des gegenüberstehenden Wohnhauses fiel. Bei dem Aufprall barsten Dachziegel, deren Bruchstücke dann im Vorgarten des Grundstückes landeten. Die Bewohner befanden sich zu dieser Zeit im Inneren des Hauses. Zum Glück.

Durch den Aufprall gingen einige Dachziegel zu Bruch und fielen in den Garten.

Dieser Vorfall geschah nicht ohne Vorwarnung. Bereits zwei Nächte zuvor knickte ein etwas kleinerer Baum in der Mitte des Ziegelweges um und stürzte mit zerstörerische Kraft in den Garten des gleichen Grundstücks. Diesen Baum entsorgte der Besitzer des Waldes umgehend und somit weitestgehend unbemerkt.

Aus Beweisgründen

Nach dem Fall der größeren, bereits schräg gestandenen Esche dokumentierten noch am gleichen Vormittag einige Vertreter der Marktgemeinde, zwei Gemeindearbeiter, Bürgermeister Andreas Lieb und der Zweite Bürgermeister Bertram Sellner den Vorfall. Sie setzten außerdem den Waldbesitzer darüber in Kenntnis, dass der umgestürzte Baum sich jetzt auf Gemeinde- und Privatgrund befände und aus Beweisgründen nicht beseitigt werden dürfe. Nach Aussage des betroffenen Hausbesitzers erschien am frühen Nachmittag des Unglückstages der Waldbesitzer allerdings. Er kam mit einem Traktor und Kettensägen sowie einem Helfer am Ort des Geschehens. Offensichtlich mit der Absicht, die umgefallene Esche zu entsorgen. Nur mit viel Courage, so der Hausbesitzer gegenüber dem Kreisbote, sei es ihm gelungen, „die Männer von ihrem Vorhaben abzuhalten“.

Keine gute Nachricht für die Anwohner dieses Waldgebietes in Irsee. Sie befürchten nun, dass sich ein solcher Vorfall bei entsprechenden Witterungsbedingungen jederzeit wiederholen könne. Nach Aussage von Bürgermeister Lieb ist schon in Kürze ein gemeinsames Gespräch geplant. Dann werden Vertreter der Gemeinde Irsee, deren Rechtsanwalt und der Besitzer des Waldes die momentane Situation und das weitere Vorgehen in der Angelegenheit besprechen. Ob es dazu kommt und was sich dabei ergibt, wird der Kreisbote berichten.

Jürgen Wischhöfer

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