Marktoberdorf – Wohin mit der Windkraft?

Drei Standorte übrig

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Nur drei der elf Gebiete, die der Planungsverband Allgäu unverbindlich als mögliche Windkraftstandorte ausgewiesen hatte, haben der Überprüfung durch das Büro Sieber standgehalten.

Marktoberdorf – Wieder einen Schritt weiter ist man in Marktoberdorf bei der Fortschreibung des Kapitels „Erneuerbare Energien“ im Hinblick auf den Flächennutzungsplan. Elf Gebiete, die im Vorfeld vom Planungsverband Allgäu als sogenannte „Suchräume“ ausgewiesen worden waren (wir berichteten), wurden in den vergangenen Wochen weiter auf ihre Eignung als Windkraft-Standorte geprüft – mit überraschendem Ergebnis.

Die neusten Erkenntnisse im Hinblick auf die Überprüfung von möglichen Windkraft-Standorten teilte jetzt das Büro Sieber dem Marktoberdorfer Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss mit.

Bereits Anfang Oktober waren erste kritische Voruntersuchungen in den elf Suchräumen vorgenommen und eine entsprechende Stellungnahme an den Regionalen Planungsverband Allgäu verabschiedet worden. In der Zwischenzeit wurden diese elf Gebiete nun detailliert und anhand einer Kriterienliste mit einem Punktesystem bewertet und gewichtet. Dabei zeigte sich: Von den zunächst laut Planungsverband rechtlich und technisch geeigneten elf Flächen für Windkraftanlagen bleiben nach einge- hender Prüfung im Auftrag der Stadt nur drei übrig, die nicht nur aus städtebaulicher, landschaftsplanerischer und immissionsschutzrechtlicher Sicht ge- eignet sind, sondern auch eine wirtschaftlich rentable Windhäufigkeit besitzen. 

Geeignete Gebiete

In die „engere Wahl“ kam dementsprechend ein Gebiet östlich von Hausen zu den Gemeindegrenzen von Bidingen und Biessenhofen („Suchraum 2“), welches geeignet für circa acht Windkraftanlagen sei, ein Gebiet südwestlich von Rieder („Suchraum 6“), wo rund acht Windkraftanlagen errichtet werden könnten, und der „Suchraum 8“ zwischen Ronried und Balteratsried an der Grenze zu Lengenwang mit einer geschätzten Eignung für rund zehn Windkraftanlagen. 

Auffallend dabei ist, dass alle diese drei Gebiete östlich von Marktoberdorf liegen und laut den aktuellen Untersuchungen eine bessere Windhäufigkeit aufweisen als die Gebiete westlich der Kreisstadt – damit steht man genau im Gegensatz zu den Daten des „Bayerische Windatlas“ der Staatsregierung.   Hubert Sieber kommentierte dies mit den Worten: „Der Windatlas ist nicht der Weisheit letzter Schluss.“

Im Anhörungsverfahren, welches momentan zu der beabsichtigten Änderung des Flächennutzungsplans läuft, sind zahlreiche Stellungnahmen eingegangen, die vom Büro Sieber ab sofort ausgewertet und für die Abwägung und Entscheidung im Stadtrat aufbereitet werden. von Jörg-Dietmar Reinelt

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