Windpark in Denklingen und Fuchstal beeinträchtigt das Ostallgäu

Pläne deutlich abspecken

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Nicht nur am Schreibtisch, sondern unmittelbar an betroffenen Orten wollte Landrat Johann Fleschhut (rechts) mit seinen Bürgermeisterkollegen Johann Strohhacker, Alois Porzelius, Franz Martin, Manfred Hauser und Karl Fischer (von rechts nach links) sowie Baujuristin Gudrun Hummel (links) die geplanten Windkraftstandorte in ihren möglichen Auswirkungen besichtigen. Wie hier in Salabeuren werde nach Meinung der Kommunalpolitiker die „bedrän- gende Wirkung“ zu vieler Windkraftanlagen besonders deutlich. Sie sprechen sich für eine wesentliche Verbesserung mit deutlich weniger Windkraftanlagen aus.

Ostallgäu – Der geplante Windpark in Denklingen und Fuchstal mit 51 Windkraftanlagen beeinträchtigt laut Landrat Johann Fleschhut zu sehr die angrenzenden Gemeinden im Ostallgäu.

Landrat Johann Fleschhut und die Bürgermeister der Märkte Kaltental und Waal, der Gemeinden Oberostendorf, Osterzell und Bidingen sind übereinstimmend der Auffassung, dass der geplante Windpark in Denklingen und Fuchstal die genannten Gemeinden durch den möglichen Bau von 51 Windkraftanlagen zu stark beeinträchtigt. „Deshalb fordern wir mindestens eine Reduzierung um 16 Windkraft- anlagen insbesondere im westlichen Bereich, wo ansonsten eine bedrängende Wirkung für mehrere Ortsteile entstehen würde“, betonte Fleschhut. Er hatte kürzlich die Bürgermeister zu einer gemeinsamen Erörterung mit seiner Baujuristin Gudrun Hummel und zu einer anschließenden Rundfahrt zu den sensibelsten Punkten eingeladen.Beim Treffen im Kaltentaler Rathaus waren sich alle Beteiligten einig, die Bedenken, die auch verstärkt aus der Bürgerschaft kommen, „sehr ernst“ zu nehmen. Außerdem sollte, so der Landrat, „eine abgestimmte Stellungnahme zum laufenden Verfahren der Änderung des Flächennutzungsplans der beiden oberbayerischen Nachbargemeinden erarbeitet werden. „Wir wollen hier gemeinsam und damit mit noch größerem Gewicht auf unsere Belange hinweisen und erwarten, dass diese auch berücksichtigt werden“, fasste Fleschhut den gemeinsamen Standpunkt der Bürgermeister Manfred Hauser, Alois Porzelius, Karl Fischer, Johann Strohhacker und Franz Martin zusammen. Jede Kommune werde die eigene Betroffenheit in Gemeinderatsbeschlüsse und die daraus folgenden Stellungnahmen im Verfahren einarbeiten. Andererseits sollen aber auch solidarisch die Betroffenheiten der Nachbargemeinden jeweils mit übernommen werden, „da insbesondere regionale, und nicht nur gemeindespezifische Auswirkungen zu befürchten sind“, so der Landkreischef. Das Landratsamt werde „ohnehin die Gesamtinteressen berücksichtigen und eine über- greifende Stellungnahme im Sinne der Bürger und Kommunen abgeben“, so Fleschhut. Man könne nicht ein großes Klimaschutzkonzept im Nachbarlandkreis auf Kosten des Ost- allgäus entwickeln, machte der Landrat klar. Die Baujuristin im Landrats-amt, Gudrun Hummel, fasste die Kritikpunkte zusammen: Insbesondere könne der Emissionsschutz nicht gewährt sein, weil teilweise nächtliche Lärmwerte überschritten würden. Außerdem spiele der Artenschutz mit dem gefährdeten Rotmilan, dem Schwarzstorch und eventuell dem Uhu eine wichtige Rolle. Laut Erkenntnissen der Planungen im Landkreis Ostallgäu sei nicht unwahrscheinlich, dass die noch ausstehende spezielle artenschutz- rechtliche Prüfung die Zahl der geplanten Windkraftanlagen reduziere, so Hummel. Entlang der Hangleite von Nord nach Süd existiere zudem ein sogenanntes „landschaftliches Vorbehaltsgebiet“, das Belangen des Landschaftsschutzes besonderes Gewicht beimisst. Deshalb könne es auch hier zu Kon- flikten mit der Windkraftnutzung kommen. Die geplanten Windkraftanlagen dürften nach Meinung der Beteiligten auch den Römerturm als bedeutendes Denkmal beeinträchtigen.Alle Beteiligten waren sich einig, die bereits auch bilateral geführten Gespräche mit den Nachbarkollegen fortzusetzen. „Allerdings müssen noch erhebliche Änderungen eingearbeitet werden, bevor die Planungen dann für die Ostallgäuer Gemeinden und die Bürgerschaft verträglich sein können,“ erklärt Landrat Fleschhut den übereinstimmenden Willen der Bürgermeisterkollegen, hier ergebnis- orientiert auf konkrete Verbesserungen hinzuarbeiten. kb

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