Städtebauliches Leitbild

„Wir brauchen die Nachverdichtung“

Die Stadtentwicklungspolitik soll an den Erfordernissen einer wachsenden Stadt ausgerichtet werden, so das städtebauliche Leitbild für Kaufbeuren.
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Die Stadtentwicklungspolitik soll an den Erfordernissen einer wachsenden Stadt ausgerichtet werden, so das städtebauliche Leitbild für Kaufbeuren.

Kaufbeuren – Im Bauausschuss stellte Baureferatsleiter Helge Carl die Instrumente vor, die verstärkt für die städtebauliche Entwicklung zum Einsatz kommen sollen.

Seit 2006 gibt es im Kauf­beurer Stadtrat eine „Arbeitsgruppe Wohnen“, die Strategien zur Schaffung von Wohnraum in Kaufbeuren entwickeln soll. In der Regel tagt die Arbeitsgruppe unter Ausschluss der Öffentlichkeit, um die Interessen der zumeist privaten Grundstückseigentümer zu schützen. Gleichzeitig werden Beschluss­empfehlungen für den Stadtrat entwickelt. So wurden 2019 die sogenannten „Baulandbeschlüsse“ vorgeschlagen und gefasst.

Städtebauliches Leitbild zur Wohnbauentwicklung

Wie Helge Carl vorstellte, wolle Kaufbeuren Stadt der kurzen Wege sein. Deshalb soll Kauf­beuren als prosperierendes Oberzentrum innerhalb der Metropolregion München weiterhin von den Zuzugsbewegungen aus den Metropolen profitieren. „Die Stadt­entwicklungspolitik soll an den Erfordernissen einer wachsenden Stadt ausgerichtet werden“, führte Carl aus. Dazu strebe Kaufbeuren höhere städtebauliche Dichte in zentrumsnahen Bereichen an, die kurze Wege zu den Arbeitsplätzen, Versorgungseinrichtungen und sozialen sowie kultureller Infrastruktur biete. Dabei sollen flächensparende Bautypologien gewählt, aber auch Wert auf attraktive Freiräume gelegt werden.

Zuspruch von den Fraktionen

Oliver Schill, 2. Bürgermeister der Stadt Kaufbeuren und Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat, sah in dem Leitbild auch ein Ergebnis aus dem Klimaschutzkonzept. Ernst Schönhaar bestätigte für die CSU-Fraktion: „Wir brauchen die Verdichtung und brauchen die Qualität der Bautypologien“. Für die SPD-Fraktion mahnte Catrin Riedl, man möge nicht nur auf dem Papier beschließen, sondern das Leitbild auch mit Leben füllen. Einstimmig begrüßten die Mitglieder des Bauausschusses das neue Leitbild.

Reduzierung der Abstandsflächen

Eine Anwendung zur gewünschten Nachverdichtung war auch die Änderung der Satzung über abweichende Maße der Abstandsflächen. Werner Fehr, zuständig für Stadtplanung und Bauordnung, berichtete von positiven Erfahrungen mit halbierten Abstandsflächen (bisher 0,8 H, neu 0,4 H) für die Kernbereiche in Neugablonz und Kaufbeuren, die man dort seit 2021 erlassen habe. Der Bauausschuss unterstützte auch hier den Entwurf einer neuen Satzung, welche die Anwendung der reduzierten Abstandsflächen nun auf das gesamte Stadtgebiet von Neugablonz und Kaufbeuren ausdehnt.

Weiterhin wurde die Verkehrs­erschließung für das Bauleitplanverfahren „Im Hart Nord“ vom Ausschuss diskutiert und der Empfehlung der Verwaltung zum Bau eines Kreisverkehrs gefolgt. Stadträtin Catrin Riedl dazu: „Der Kreisel wirkt verkehrsberuhigend und ist an dieser Stelle notwendig.“

Wolfgang G. Krusche

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