"Wir haben sehr viel erreicht"

Aktuelle und ehemalige Mitglieder des Seniorenbeirats der Stadt Kaufbeuren. Darunter auch die Gründungsmitglieder Alfred Peter (sitzend 3.v.li.) sowie Elisabeth Vietze (sitzend li.), Brigitte Glöggler (sitzend 2.v.re.) sowie Stadträtin Christa Becker-Hansen (sitzend re.) Foto: Zasche

Die eigentliche Geburtsstunde des Seniorenbeirats Kaufbeuren hatte zwar bereits 1990 geschlagen – aber für die Feier des „20-jährigen“ Jubiläums wurde erst jetzt ein passender Termin gefunden. Als musikalische Umrahmung des Festakts am vergangenen Mittwoch trugen Marlene Tietje (Blockflöte) und Christoph Müller (Keyboard) Flöten- und Klavierkonzerten von Vivaldi, Telemann und Schubert vor. Sina und Janine Schröder, zwei Schülerinnen der Städtischen Musikschule, brachten moderne Songs von Adèle und KT Tunstall zu Gehör und begleiteten sich auf Western- und Akustik-Gitarre. So wurde eine Brücke zwischen Klassik und Moderne, zwischen Alt und Jung gebaut.

Als Gründungsmitglied Alfred Peter - von Anfang an bis zu seinem gesundheitsbedingten Rücktritt erster Vorsitzender des Seniorenbeirats - auf dem Rollstuhl in den vollbesetzten historischen Sitzungssaal gefahren wurde, begrüßte ihn stürmischer Applaus. Bei seiner Rede schwelgte er dann in Erinnerungen und bekräftigte einmal mehr die Erfahrung, dass ehrenamtliche Tätigkeit ihren Lohn in sich trägt. Die beiden Gründungsmitglieder Elisabeth Vietze, ehemalige Stadträtin, und Brigitte Glöggler, präsentierten ihre Erinnerungen als Sketchdialog in ihrer jeweiligen Mundart Paurisch und Allgäuerisch. Sie ließen sich ebenfalls von ihrem Thema hinreißen und waren kaum zu bremsen. Auch daran kann man die Begeisterung ermessen, mit der im Laufe der vergangenen 20 Jahre insgesamt 40 Frauen und Männer ehrenamtliche Arbeit im Seniorenbeirat geleistet haben. Mit diesem nie erlahmenden Enthusiasmus wurde erst unter Alfred Peter und nun auch unter dessen Nachfolger Karl-Heinz Wenzel allerhand auf die Beine gestellt. Zum Beispiel – um nur ein paar Highlights zu nennen – die beiden Seniorentreffs „Baumgärtle“ in Kaufbeuren und „s Koffejtippl“ in Neugablonz, wo es unter anderem einen preiswerten Mittagstisch gibt. Oder die Aktion „Urlaub ohne Koffer“. Einmal im Jahr können Menschen, die sonst nicht mehr aus dem Haus kommen, bei Füssen eine Woche ausspannen. Die Teilnehmer werden morgens mit dem Bus zu Hause abgeholt, tagsüber gut verpflegt und unterhalten und abends wieder zurückgebracht. Einige der ersten „kofferlosen Urlauber“ hatten den Forggensee zuvor noch nie gesehen. Oder das seit über zehn Jahren bestehende „Internetcafé für Senioren und Menschen mit Behinderung“, wo man vormittags in kleinen Gruppen alles rund um das Thema „PC“ stressfrei lernen kann und nachmittags individuelle Beratung und Hilfe bei PC-Problemen erhält. Oder die vor 5 Jahren erstmals herausgegebene, kostenlose Vierteljahresschrift „Wer- tachbote“, die sich nicht nur in Seniorenkreisen großer Beliebtheit erfreut und inzwischen in einer Auflage von 1500 Stück erscheint. Oder, oder, oder – „bei einer kompletten Aufzählung all des von uns zuwege Gebrachten säßen wir morgen noch hier“, meinte Alfred Peter nicht ohne Stolz. Der Seniorenbeirat besteht aus 16 teils gewählten, teils berufenen Mitgliedern, die sich aus Vertretern der Kaufbeurer Senioreneinrichtungen und vier Vertretern des Stadtrats zusammensetzen. Das von diesem Gremium entwickelte Konzept der umfassenden Seniorenbetreuung war so erfolgreich, dass es weit über die regionalen Grenzen hinaus von anderen Städten kopiert wurde. Bereits 1996 wurden Alfred Peter und Brigitte Glöggler nach Berlin eingeladen, um dem dortigen Seniorenbeirat im Beisein von Vertretern des Familienministeriums den Kaufbeurer Altenhilfeplan vorzustellen. Die meisten vom Seniorenbeirat ins Leben gerufenen Projekte sind inzwischen „Selbstläufer“ und tragen sich auch weitestgehend selbst. Nur für größere Vorhaben steht die Stadt als Rückendeckung bereit. Elisabeth Vietze formulierte es so: „Mr kenn dankbar sein fr olle drei OBs (Rudolf Krause, Dr. Andreas Knie, Stefan Bosse), die mr ei n Seniornbeirate drlabt hon. Die hon uns vu Ofang o gestitzt – dos ös ne iebrole su.“

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