"Wir sind dagegen"

Wirtschaftsvertreter aus der Region haben sich in einer Presseerklärung gegen die Klinik- Schließung ausgesprochen. Damit wolle man mit Gerüchten aufräumen, die lokale Wirtschaft würde die Schließung des Krankenhauses Marktoberdorf einstimmig begrüßen. „Wir sehen uns in der Verpflichtung für unsere Unternehmen und die Bürger der Stadt Marktoberdorf dem energisch zu widersprechen“, heißt es in dem Schreiben.

Für dreischichtig produzierende Unternehmen wäre trotz höchster Sicherheitsstandards der Wegfall der medizinischen Versorgung vor Ort ein großer Schaden. Werde ein Standort durch Schließung des Krankenhauses weniger attraktiv, verliere auch der Handel automatisch. „In unserem Unternehmen versteht niemand, dass die Marktoberdorfer Wirtschaft weiterhin die Kosten der Kliniken Kaufbeuern-Ostallgäu zu erwirtschaften hat, ohne die Sicherheit einer lokalen Klinik behalten zu können“, erklärt Thomas Hübner , Geschäftsführer der Hübner GmbH. International tätige Unternehmen wie AGCO-Fendt und Rösle seien darauf angewiesen, für gut ausgebildete und bewegliche Führungskräfte attraktiv zu bleiben. Deshalb verlangt auch das Management von AGCO-Fendt eine qualitativ hochwertige und schlagkräftige medizinische Versorgung am Standort MOD heißt es in der Erklärung. Wirtschaftlich handeln bedeute laut der Wirtschaftsvertreter Kosten und Nutzen im Gleichgewicht zu halten. Wirtschaftlich Handeln bedeute eben nicht nur reinen Kostenabbau und Kostenabbau sei nicht sinnvoll, wenn dadurch der Nutzen überdurchschnittlich und einseitig beschnitten werde. „Wir als in Marktoberdorf ansässige Unternehmen halten die jetzt vorgeschlagene Lösung für schädlich.“ Gerade der Industriestandort Marktoberdorf erwirtschafte durch überdurchschnittlich viele Schichtarbeiter auch überdurchschnittlich viele Mittel für den Unterhalt der Kliniken. „Es ist nicht einzusehen, warum gerade dieser Standort im Notfall verwaist dastehen soll. Wenn hier 24 Stunden gearbeitet wird, dann ist eine 24 Stunden Notfallversorgung vor Ort unverzichtbar. Eine wie immer ausgerüstete Spezialklinik an anderer Stelle ist keine Lösung“, so die Unterzeichner. Dass die überdurchschnittlichen Beiträge aus Marktoberdorf wenigstens durchschnittliche Anspruche an die medizinische Versorgung in Form einer Klinik vor Ort rechtfertigen stehe für die Unterzeichner außer Zweifel. „Eine wirkliche Lösung muss sowohl die Leistungen als auch die Bedürfnisse des Standorts Marktoberdorf berücksichtigen. Deshalb unterstützen wir weiterhin die berechtigte Forderung unser-er Mitarbeiter und der Bürger in Marktoberdorf und Umgebung nach einer Klinik vor Ort.“ Die Schließung der Klinik in Marktoberdorf werde als einzige Möglichkeit dargestellt, die ökonomische Schieflage der Kliniken Kaufbeuren-Ostallgäu zu beheben. Die Schließung eines vergleichsweise kleinen Hauses in Marktoberdorf könne die großen wirtschaftlichen Probleme der großen Klinik in Kaufbeuren nicht lösen. „Die weitere Spezialisierung einer bereits jetzt unbezahlbaren Spezialklinik in Kaufbeuren erscheint uns nicht einmal unter Kostenaspekten überzeugend. Wenn aber hier ein herber Verlust und dort kein wirklicher Gewinn entsteht, kann die Maßnahme nicht wirtschaftlich sinnvoll sein.“ Zu den Unterzeichnern gehören Franz Josef Fendt (Eisen-Fendt), Thomas, Hübner (Hübner GmbH), Hubert Schmid (Hubert Schmid Umweltschutz), Dr. Hermann Steinhauser (Gebrüder Rösle KG) und Andreas Wachter (Atterer Fachhandel GmbH).

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