"Wir sind immer beim Planen" – Interview mit ESVK-Coach Ken Latta

Der Frust nach dem letzten Spiel gegen Rosenheim in der Play-Off-Runde war bei ESVK-Coach Ken Latta sehr groß.

Kaum ist die Saison für die Cracks des ESV Kaufbeuren nach dem Scheitern gegen die Starbulls Rosenheim vorbei, gehen die Planungen schon weiter. Allerdings werden in der kommenden Spielzeit zwei wichtige Joker-Akteure nicht mehr für Kaufbeuren auflaufen. Bernhard Ebner und Jannik Woidtke wechseln zur Düsseldorfer EG in die Deutsche Eishockey-Liga. ESVK-Manager Klaus Habermann: „Es gehört seit Jahren zu unserem Konzept, jungen talentierten und lernbereiten Spielern eine echte Chance zu geben. Wenn sie diese dann nutzen und sich idealerweise zwei, drei Jahre konstant bei uns bewiesen haben, freuen wir uns mit ihnen über ihre Chance in der DEL“, wird er auf der offiziellen Homepage der Kaufbeurer zitiert. Der KREISBOTE nahm sich dies aber unter anderem zum Anlass, sich mit Cheftrainer Ken Latta über die vergangenen Saison zu unterhalten.

Ist die sportliche Bilanz des RSVK mit dem Erreichen der Play-Off-Runde dennoch positiv ausgefallen? Latta: „Natürlich! Wir sind mit einer jungen Mannschaft in die Saison gestartet. Für Klaus Habermann und mich war es wichtig, dass sich die jungen Spieler entwickeln. Sonst hätten wir den fünften Platz nie erreicht. Enttäuscht bin ich aber, weil wir gegen Schwenningen unser letztes Spiel vor den Play-Offs knapp verloren und somit die Chance auf Platz drei vertan haben“. Wie war das Gefühl, im letzten Play-Off-Heimspiel gegen Rosenheim am Ende knapp gescheitert zu sein? Latta: „Die Enttäuschung war sehr groß. Es hätte natürlich auch anders laufen können. Am Anfang der Play-Off-Runde habe ich gesagt, dass drei Faktoren entscheidend sein werden, die ich als Coach nicht beeinflussen kann: Verletzungen, Torwartleistung und die Schiedsrichter. Beide Goalis haben sehr gut gefangen und gespielt. Zu den Referees ist eines zu sagen, dass sie in Kaufbeuren sehr gut gepfiffen haben. Nur in Rosenheim sah es etwas anders aus. Das war leider so“. Was ging ihnen direkt nach der Schlusssirene im letzten Spiel gegen Rosenheim durch den Kopf? Latta: „Oh je. Ja, ich habe geschimpft! Ich habe das F-Wort gesagt. Wir waren diesmal so nah dran. Wir wollten die zweite Runde in den Play-Offs erreichen. Viele hatten uns vor der Saison abgeschrieben. Von ‘Abstiegsrunde’ und ‘keine Chance’ bis hin zum eigentlichen ‘Abstieg aus der Liga’ war die Rede“. Was hat dem ESV Kaufbeuren zum Durchstarten ins Halbfinale gefehlt? Latta: „Ich denke, die Erfahrung der jungen Spieler hat wohl gefehlt, obwohl sie sich gut entwickelt haben“. Sollte die Liga den ESV Kaufbeuren jetzt nicht einmal ernst nehmen? Latta: „Gewiss. Wir haben jetzt zum dritten Mal hintereinander den Einzug in die Play-Off-Runde geschafft. Rosen- heims Coach Franz Steer hat es bei der Pressekonferenz schon gesagt: was Kaufbeuren in den letzten drei Jahren gezeigt hat, ist enorm. Viele Mannschaften mit einem höheren Etat als wir wären gerne in den Play-Offs. Wir haben es geschafft. Ich denke schon, dass wir uns in der Liga stabilisiert haben. Das ist nicht jedes Jahr selbstverständlich. Ich bin richtig stolz auf unsere gemeinsame Arbeit“. Die Planungen für die neue Saison laufen bestimmt. Können sie sich wenigsten einmal kurz ausspannen? Latta: „Wir sind immer beim Planen (lacht), aber ich brauche dringend eine Nasenoperation. Das konnte ich während der Saison nicht durchführen lassen. Ich möchte meinen Sohn gern bei den Play-Off-Spielen in Kanada besuchen. Die Frage ist, wann fliege ich. Eine Hütte am See, die mir in Kanada gehört, muss auch noch renoviert werden. Aber momentan hängt alles in der Luft“.  Mr. Latta, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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