"Wir sind Mut-Bürger…"

Eine Premiere: Das gemeinsame Singen von Kaufbeurer Heimatlied und Bayernhymne beim Neujahrsempfang der Kaufbeurer CSU. Foto: Becker

Kaufbeuren – Der schon traditionelle Neujahrsempfang des CSU-Ortsverbandes Kaufbeuren hat sich offensichtlich zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt. Ortsvorsitzender und MdB Stephan Stracke konnte fast 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Geistlichkeit, Schulen, Verbänden und Vereinen begrüßen. Der Vorsitzende gab einen Rückblick auf das vergangene Jahr und stimmte optimistisch auf die Herausforderungen der Zukunft ein. „Wir sind Mut-Bürger, die anpacken“, so Stracke. MdL Franz Pschierer und OB Stefan Bosse gingen in ihren Ausführungen auf die Landespolitik und lokale Problemfelder ein.

Stephan Stracke freute sich über die zahlreich erschienenen Gäste aus allen gesellschaftlichen Bereichen und Organisationen sowie den Nachbarge- meinden, die mit ihrem Besuch nicht nur die Verbundenheit zur CSU Kaufbeuren ausdrückten. „Es zeigt auch, die Stadt Kaufbeuren steht niemals alleine da“, so Stracke, „sondern sie ist zusammen mit dem Umland gut aufgehoben und wird getragen in der Gemeinschaft wie hier und heute!“ In seinem Rückblick ging der Vorsitzende kurz auf die Situation des Bundespräsidenten ein. Die Welle der Empörung sei seines Erachtens oftmals von nichts anderem getragen als von „Bigotterie, Scheinheiligkeit und einem moralinsauren Schaum“. Beim Thema Geld erlebe man ganz großes Kino, allerdings ohne „3D-Effekt“. In diesem Zusammenhang griff er die angelsächsische Finanzmarktpolitik an und empfahl, sich auf eine alte Tugend zu besinnen: „Bei sich selbst anfangen und nicht mit dem Finger auf andere zeigen!“ Mit Blick auf die Standortschließung sagte der Mandatsträger, es gebe Momente, die „werfen einen zurück“. Doch eine gewisse Zeit nach dem Schimpfen und Hadern müsse man sich den Herausforderungen mit dem Motto stellen: „Wir sind Mut-Bürger, die anpacken.“ Finanzstaatssekretär Franz-Josef Pschierer stellte in seinem Grußwort insbesondere die finanz- und wirtschaftspolitische Stärke Bayerns dar. Der Freistaat habe seit 2006 keine neuen Schulden gemacht und die stabilste Finanzlage aller 16 Bundesländer. Er lobte den Mittelstand, der für ein Überleben der Krise gesorgt habe. Nach der Standortschließung sehe er Bund und Land in der Pflicht. Neben der möglichen Verlagerung von Behörden und Hochschulzweigen versprach er seinen Einsatz für die Ansiedlung eines grünen Zentrums in Kaufbeuren. Ein schweres Jahr OB Bosse bezeichnete das letzte Jahr als schwer. „In der Kommunalpolitik kann man sich nicht wegducken“, so Bosse in Anspielung auf die Kliniksituation und die Standortschließung. Er betonte nochmals den vernünftigen Schritt hinsichtlich überfälliger KU-Reform und sagte: „Mehr ging nicht!“ Das Thema Bundeswehr habe alle sehr gefordert, so die Stadtoberhaupt. Die Schließung Kaufbeurens sei eine der schwierigsten Entscheidungen gewesen, sowohl in der Staatskanzlei als auch im Ministerium. Man sei nun ernsthaft dabei, die Möglichkeit einer Kooperation auszuloten. Zu den strategischen Forderungen zählte Bosse unter anderem die Verstetigung der FH für Finanzen und die Etablierung einer Außenstelle der FH Kempten sowie den Ausbau der B 12. Mit dem Singen des Kaufbeurer Heimatliedes und der Bayernhymne unter musikalischer Begleitung endete der offizielle Teil. Das Klarinettenquintett der Sing- und Musikschule unter der Leitung von Jiang Bin Wei umrahmte zudem die Veranstaltung musikalisch. wb

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