Versuchter Betrug

Wirbel um falschen Hunderter: 52-jähriger Kaufbeurer muss in Haft

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„Kein sonderlich geschickter Betrugsversuch“: Der Angeklagte wollte einen 100-Euro-Schein wechseln, der auf der Rückseite unbedruckt war.

Kaufbeuren – Was ein 52-jähriger Kaufbeurer nun vor dem Amtsgericht auftischte, hörte sich für die Beteiligten nach einer „irren Geschichte“ an: Der Mann stand vor Gericht, weil er im Februar in einem Kaufbeurer Schnellrestaurant eine falsche 100-Euro-Note übergeben hatte – die obendrein auf der Rückseite unbedruckt war. Der wegen Diebstahldelikten mehrfach vorbestrafte Mann wurde zu einer dreimonatigen Haftstrafe verurteilt.

Darin, dass es sich um keinen sonderlich geschickten Betrugsversuch handelte, waren sich die Parteien einig. Der Angeklagte beteuerte, nicht bemerkt zu haben, dass es sich bei der Banknote um Falschgeld handelte. Er habe nach einem Geldgewinn in einem Spielcasino dort einer unbekannten Person zunächst 100 Euro geliehen, und das Geld zu einem späteren Zeitpunkt von dieser zurückbekommen. Den besagten Schein wollte der Angeklagte dann in einem Schnellrestaurant wechseln, wobei der Verkäuferin die Fälschung auffiel. Daraufhin meinte der Angeklagte, seinen „Kollegen“ suchen zu müssen und sei laut Aussage der Zeugin gegangen. Durch die Sichtung der Bilder auf der Überwachungskamera im Geschäft konnte die Polizei den Mann ausfindig machen.

Der Angeklagte gab an, zu diesem Zeitpunkt Antidepressiva und Schmerzmittel eingenommen zu haben, und nicht mehr klar bei Bewusstsein gewesen zu sein. Laut ärztlichem Attest liegt bei dem an Krebs erkrankten 52-Jährigen eine Anpassungsstörung mit depressiver Symptomatik vor.

Die Staatsanwältin hielt die vom Angeklagten geschilderten Umstände für dubios und äußerte Zweifel daran, dass man einem völlig Unbekannten ohne Weiteres diese Geldsumme leihen würde. Dass ihm darüber hinaus die Fälschung nicht aufgefallen sei, sei lediglich eine Schutzbehauptung.

Dass die „irre Geschichte“ sich so abgespielt haben könnte, hielt der Verteidiger dagegen für möglich: „Man kann nicht so doof sein, sich das auszudenken“, so der Verteidiger in seinem Plädoyer.

Diese Geschichte wollte die Vorsitzende dem Angeklagten, der wiederholt auf seine Krankheit und seine schwierigen Lebensumstände verwies, aber nicht so recht abkaufen und bezeichnete die Schilderungen als „unglaubwürdig“. Sie sah den Tatbestand des – wenn auch „untauglichen“ – versuchten Betruges als erfüllt an. Der 52-Jährige stand aufgrund von mehreren Vermögensdelikten bereits unter offener Bewährung. Die Vorsitzende merkte in der Urteilsverkündung auch seine „massiv hohe Rückfallgeschwindigkeit“ an.

von Mahi Kola

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