Der Tag wird Geschichte schreiben

Bürgermeister Josef Schweinberger begrüßt die Schüler der Klasse 5b.

Am Dienstag hat in Buchloe eine neue Ära begonnen. Für über 100 Kinder begann das neue Schuljahr in einer bisher nicht vorhandenen Schulform in Buchloe: am Gymnasium. Die vier sogenannten Vorläuferklassen für die fünfte Jahrgangsstufe sind zunächst in der Comenius-Grundschule untergebracht und bis zum geplanten Schuljahresbeginn 2013/2014 eine Außenstelle des Jakob-Brucker-Gymnasiums in Kaufbeuren. Auch wenn es sich damit noch um eine Interimslösung handelt, war bei allen Beteiligten die Freude über den Beginn zu spüren. Bei einem Empfang für die neuen Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern in der Dreifachturnhalle des VfL Buchloe sagte Bürgermeister Josef Schweinberger: „Der Tag wird in die Geschichtsbücher eingehen.“

Es war schwer auszumachen, wer aufgeregter war: die Schüler, die Eltern oder die Verantwortlichen für die Errichtung des neuen Gymnasiums in Buchloe. Das zumindest gab Bürgermeister Josef Schweinberger bei der Begrüßung der Schüler unumwunden zu: „Ich war genauso aufgeregt wie ihr!“ Und Landrat Johann Fleschhut wählte den Vergleich mit einem Fußballspiel: „Das Spiel war bereits verloren, aber der Ministerpräsident hat es neu angepfiffen!“ Die Dreifachturnhalle im Schulzentrum Buchloe vibrierte vor Anspannung und Freude. Endlich war es soweit. Nach anfänglichen Rückschlägen war das Projekt nach einem Antrag im Jahr 2005 und einer positiv verlaufenen Bedarfsanalyse dennoch vom Kultusministerium abgelehnt worden. Erst nach einer persönlichen Vorsprache durch eine Ostallgäuer Delegation bei Ministerpräsident Seehofer brachte wenige Monate später am 17. Juni 2009 die Entscheidung für ein Gymnasium in Buchloe. Im weiteren Verlauf hatte sich der Kreistag im Juli letzten Jahres bei der Realisierung des Neubaus für ein Vergabeverfahren mit einer sogenannten „Öffentlich-Privaten Partnerschaft (ÖPP)“ entschieden. Die europaweite Ausschreibung für einen privaten Investor läuft noch. Die Comenius-Grundschule bietet aufgrund ihrer geeigneten und ausgestatteten Räume gute Voraussetzungen für den Start. Die Schülerinnen und Schüler werden von Lehrkräften des Jakob-Brucker-Gymnasiums (JBG) in Kaufbeuren unterrichtet. Nach derzeitigem Plan wird mit dem Bau des neuen Gymnasiums im März 2012 begonnen. Das neue Schulgebäude wird an den schon bestehenden Schulkomplex bestehend aus Hauptschule, Realschule, Dreifachturnhalle und den Sportanlagen angegliedert. Der Schulbetrieb im neuen Schulgebäude startet dann mit Beginn des Schuljahres im Herbst 2013. Es entstehen zwei Ausbildungsrichtungen. Ein naturwissenschaftlich-technologisches und ein sprachliches Gymnasium (NTG und SG), jeweils ab der 5. Klasse mit Englisch als erster Fremdsprache. Oberstudiendirektor Werner Altmann begrüßte alle Anwesenden und freute sich, mit soviel Schülern zu starten. Studiendirektor Alexius Batzer ist Koordinator und Ansprechpartner vom Kaufbeurer Gymnasium. „Es ist angerichtet“, so die Worte des Leiters in Buchloe, der sich auch für die tolle Aufnahme an der Schule bedankte. Landrat Johann Fleschhut begrüßte die Kinder mit den Worten: „So sehen Pioniere aus. Es wird immer heißen: Das waren die Ersten!“ Die Feierstunde wurde vom Percussion-Ensemble des JBG mit Robert Gleichsner „schlagkräftig“umrahmt. Am Donnerstag besucht Staatssekretär Thomas Kreuzer aus dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultur die Schule und pflanzt mit den Schülern einen „Gymnasiumwald“.

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