Auf den Weg gebracht

Wohnen von Micro bis Maxi im Neubaugebiet „Hinterm Schloss“ in Marktoberdorf

MOD_Baugebiet Hinterm Schloss
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Das neu geplante Baugebiet „Hinterm Schloss“ grenzt östlich an den Friedhof der Schlosskirche und südlich an die bestehende Bebauung am Alsterberg. Von der Mehrfamilienanlage bis zum Mini-Haus sollen dort zukünftig verschiedene Wohnformen zu finden sein.

Marktoberdorf – Flächen sparen, dicht bebauen und trotzdem hochwertigen Wohnraum schaffen. Das alles soll in naher Zukunft im Neubaugebiet „Hinterm Schloss“ Wirklichkeit werden. Der Bauausschuss stellte dem jüngst präsentierten Entwurf zum Bebauungsplan ein gutes Zeugnis aus und brachte damit ein städtebauliches Konzept auf den Weg, mit dem Marktoberdorf der steigenden Einwohnerzahl und der großen Nachfrage nach Wohnbaugrundstücken gerecht werden will.

Der Entwurf, den der Irseer Architekt und Städteplaner Martin Hofmann den Stadträten vorstellte, sieht nämlich eine sehr gemischte Bebauung vor: vom Mehrfamilienhaus, über Doppel-, Reihen- und Kettenhäuser bis hin zum klassischen Einfamilienhaus. Alle diese Wohnformen werden auf dem rund 2,6 Hektar großen Baugrund zu finden sein.

Mini-Häuser geplant

Und als Besonderheit gibt der Planentwurf – auf nachdrücklichen Wunsch des Flächeneigentümers – auch den Bau einer Tiny-House-Siedlung frei. Wohnen von Micro bis Maxi also. Maßgabe sei von Anfang an gewesen, sparsam und verantwortungsbewusst mit Grund und Boden umzugehen, so Städteplaner Hofmann. „Das wird keine Villengegend“, bescheinigte er der Stadt, „sondern bedarfsgerechtes und nachverdichtetes Wohnen.“ Die Hanglage begünstige darüber hinaus den Einbau von Keller- und Tiefgaragen.

Doch nicht nur bei den Mini-Häusern, die mit einem Grundriss von vier mal sechs Metern auskommen, wird Platzsparen groß geschrieben. Weil die Wohnqualität dabei nicht zu kurz kommen soll, hatte es der Entwurf in sich. Die leicht versetzt geplanten Reihenhäuser sollen durch kleine Gassen voneinander getrennt und doch miteinander verbunden sein. Eng aneinander und trotzdem mit genügend Raum gen Süden liegen auch die Doppelhäuser, die direkt auf die nördliche Grundstücksgrenze gebaut werden können. Ebenso wie die raffinierten Doppelhäuser in Winkelform eine Reihe höher, die Südterrassen für Bewohner beider Hälften zulassen.

Konzept erhält Lob

Das Konzept erntete durch die Bank viel Lob von den Stadträten im Bauausschuss, die es mit 11:2 Stimmen dem Stadtrat für seine nächste Sitzung empfahlen. Eugen Kögel (CSU) und Meinrad Seelos (Stadtteile aktiv) äußerten sich ebenso positiv wie auch Georg Martin (Die Grünen), der sich zu einem „Gefällt nicht ganz schlecht“ hinreißen ließ. Michael Eichinger (Freie Wähler) lobte den vielseitigen Entwurf als „aus einem Guss“ und Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell (CSU) sprach von einer „spannenden Sache mit vielen innovativen Ansätzen“. Dr. Anne-Dore Fritzsche (Die Grünen) fragte an, warum auf die Umweltverträglichkeitsprüfung des Gebiet verzichtet werde, wenn doch eine Grün- und Frischluftschneise am östlichen Rand der Stadt geschlossen werde. Die Prüfung sei aufgrund der Größe des Baugebiets nicht vorgeschrieben, antwortete Marion Schmid vom Bauamt. Außerdem würden Umweltbelange ohnehin geprüft und beispielsweise ein Artenschutzgutachten erstellt.

Der städtebauliche Entwurf zum Bebauungsplan „Hinterm Schloss“ wird im nächsten Schritt dem Stadtrat in seiner kommenden Sitzung vorgelegt, um dann im beschleunigten Verfahren den Trägern öffentlicher Belange sowie den Bürger vorgestellt zu werden.

von Angelika Hirschberg

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