Bürogebäude wird Asylbewerberheim

"Die Zeit läuft"

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In diesem ehemaligen Bürogebäude soll nach dem Willen der Stadt Wohnraum für 33 Asylsuchende entstehen.

Kaufbeuren – Die Zeit läuft und die Stadt muss handeln. Sie erwartet in naher Zukunft die Zuweisung weiterer Asylbewerber durch den Freistaat. Die derzeitigen Kapazitäten für Aufnahmen sind so gut wie erschöpft. Daher beabsichtigt die Stadt, das ehemalige Bürogebäude für gewerblich-technische Berufe an der Sudetenstraße in Neugablonz zu einer Unterkunft für Asylbewerber umzubauen.

Dazu muss allerdings der bestehende Bebauungsplan geändert werden. Einem Anwohner gefällt dies nicht. „Doch die Stadt hat keine andere Wahl“, so OB Stefan Bosse im jüngsten Bauausschuss. 

Im rechtskräftigen Bebauungsplan ist hier die Sondernutzung Verbrauchermarkt festgeschrieben. Die Befreiung von den Vorgaben ist erforderlich, weil das Büro- und Schulungszentrum nun in ein Wohn- heim für Asylbewerber umgebaut werden soll. 

Ein unmittelbarer Anlieger will die Änderung allerdings nicht hinnehmen und verweigert sein Einverständnis. Er befürchtet Beeinträchtigungen in der Abwicklung seines Anlieferverkehrs. Doch die Stadt ist verpflichtet, die Bewohner men- schenwürdig unterzubringen. „Uns fehlen die Alternativen“, stellt die Stadtspitze klar, „wir sind zum Handeln gezwungen.“ Auch Dr. Thomas Jahn (CSU) bekräftigte, dass es sich um eine „absolute Notsituation der Kommune“ handele. Er prangerte in diesem Zusammenhang auch das Vorgehen der italienischen Behörden an, die sich mit ihren Aktionen nicht an geltendes EU-Recht halten. Der OB wies auch auf die schwierige Betreuung an den über die Stadt verteilten Wohnorten für die Asylsuchenden hin. Ulrike Seifert (Grüne) machte deutlich, dass ohne das große ehrenamtliche Engagement vieler Bürger für die hilfebedürftigen Asylbewerber dies nicht möglich wäre. 

Das Gebäude wird derzeit ausgeräumt. Sobald die Baugenehmigung vorliegt, wird mit den Umbauarbeiten begonnen. Die Fertigstellung ist für Mitte Januar 2015 geplant. Es soll Wohnraum für 33 Asylbewerber geschaffen werden. Referatsleiter Helge Carl schloss das Restrisiko einer Klage gegen einen Beschluss zwar nicht gänzlich aus, stufte die Wahrscheinlichkeit dafür aber als gering ein. Das Gremium entschloss sich daher einstimmig für die Befreiung von den bisherigen Festsetzungen im Bebauungsplan. von Wolfgang Becker

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