Kritik an Garagen im Erdgeschoss – Ein Stockwerk mehr

Wohnungsbau: Noch Hausaufgaben im Zentrum von Marktoberdorf

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Ansicht zum neuen Wohnhaus im Zentrum von Marktoberdorf. Die Garagen im Erdgeschoss, das fehlende Vordach und die großen Fenster nach Südwesten wurden kritisch gesehen.

Marktoberdorf – Noch die eine oder andere Hausaufgabe soll der Planer machen, was ein markantes Gebäude mit zehn Wohneinheiten im Zentrum von Marktoberdorf angeht. Kritisch gesehen wird im Stadtrat vor allem, dass im Erdgeschoss nur Garagen vorgesehen sind. Das Haus soll anstelle eines früheren Bauernhofes errichtet werden an der Eberle-Kögl-Straße – schräg gegenüber dem bekannten Fachhandel Atterer.

Für die Gestaltung bekomme der Vorschlag „keinen Schönheitspreis von mir“, bekundete Eduard Gapp (CSU) zu Beginn der Debatte im Stadtrat, als es um den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Wohnhaus an der Eberle-Kögl-Straße 25 ging. Das Planungsbüro solle noch Varianten vorschlagen, ergänzte Gapp.

Georg Martin (Grüne) findet die Nachverdichtung an zentraler Stelle gut. Eine Tiefgarage wäre freilich besser als die Einhausung für Autos und Fahrräder im Erdgeschoss.

Ein weiterer Punkt war die Dachgestaltung. Zweiter Bürgermeister Wolfgang Hannig meinte: „Allgäutypisch sind Vordächer“. An dem Gebäude gebe es aber keine. Hannig fügte hinzu: „Da fehlt mir etwas“. Außerdem würden die großen Fenster auf der Westseite „wie Löcher ausschauen“. Zu bedenken sei, dass dieses Gebäude – von Füssen oder Schongau kommend – am Eingangstor zur Innenstadt steht.

So ein Vordach sei gut für Spaziergänger bei Regen oder gar bei Hagel, befand Peter Grotz (Freie Wähler). Ihm wäre außerdem lieber, sogar noch ein Stockwerk draufzusatteln. Der Kniestock von einem Meter könnte durchaus erst im vierten Geschoss einsetzen, meinte Grotz.

Es sei zu begrüßen, „dass auch hier was entsteht“, kommentierte Eugen Kögel von der CSU-Fraktion. Was ihm aber nicht gefalle, sei die Platzierung der Garagen im Erdgeschoss. Da sollten Wohnungen oder Geschäfte rein, merkte Kögel an.

„Nicht drauf bestehen“

Carl Singer (Freie Wähler) hakte nach, ob die Stadt den Vorplatz zur Straße hin aufwerten könne. Was das Vordach angeht, so sollte man nicht drauf bestehen. Beim Architektenwettbewerb zur Martinsschule in der Nähe würde die Stadt auch nicht drauf pochen.

Werner Moll (Stadtteile aktiv) plädierte dafür, das Vorhaben „nicht zu zerlegen“. Auch bei dem Wohn- und Geschäftshaus, das zurzeit auf der anderen Straßenseite in die Höhe gezogen wird, wolle er nicht von einer „allgäutypischen Bebauung“ sprechen.

Investor für das Wohnhaus an der Eberle-Kögl-Straße ist ein Projektentwickler aus Wolfertschwenden. Das noch bestehende Gebäude an diesem Platz soll durch einen modernen Neubau ersetzt werden.

Der Bebauungsplan aus dem Jahr 1999 erlaubt nur zwei Stockwerke und ein Dachgeschoss. Im Sinne einer angemessenen Nachverdichtung soll aber ein weiteres Vollgeschoss ausgebildet werden. Deswegen sei ein „vorhabenbezogener Bebauungsplan“ notwendig, mit dem man gleichsam den „Startschuss für das Projekt“ gebe, wie Ralf Baur vom Stadtbauamt ergänzte.

Thomas Haag von der Firma Abt.Plan in Kaufbeuren hatte das geräumige Wohnhaus im Markt­oberdorfer Stadtrat vorgestellt. Im ersten und zweiten Stockwerk sind jeweils vier Wohnungen vorgesehen. Die zwei größten Einheiten mit jeweils über 110 Quadratmetern befinden sich im Dachgeschoss.

Trotz der kritischen Stimmen: Die Marktoberdorfer Stadträte haben schließlich den Aufstellungsbeschluss für den (vorhabenbezogenen) Bebauungsplan gefasst. Das Votum war sogar einstimmig.

jj

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