Ein würdiger Deutscher Meister

Die Ringer des TSV Westendorf haben bei den Deutschen B-Junioren-Meisterschaften in Mühlheim/Ruhr und in Bad Kreuznach die Konkurrenz aufgemischt. Stolz sind die beiden Trainer Bernd Nothelfer (links) und Thomas Stechele (rechts). Foto: sg

„Das ist der absolute Hammer“, kann es Nachwuchs-Cheftrainer Thomas Stechele erst gar nicht fassen, als er in Bad Kreuznach telefonische Informationen erhielt, dass Felix Jürgens sein Meisterstück machte. Das Nachwuchstalent konnte in seiner Gewichtsklasse bis 54 Kilogramm im griechisch-römischen Stil den Deutschen Meistertitel bei den B-Junioren holen. In Mühlheim an der Ruhr schaffte Vereinskollege Matthias Kohler zudem einen hervorragenden dritten Platz (bis 69 kg). Auch in Rheinland-Pfalz gab es Grund zum Jubeln, als sich Simon Einsle (bis 46 kg) im Freistil den dritten Platz sicherte.

Es war ein harter Weg für den neuen Deutschen Meister aus Westendorf bis zu seinem Erfolg. Felix Jürgens zeigte ein ums andere Mal sein Können auf der Matte. Gleich zu Beginn siegte er gegen Florian Schenk aus Südbaden in zwei Runden. Kurzen Prozess machte der Westendorfer in seinem zweiten Kampf gegen den Saarländer Daniel Buchmiller, den er vorzeitig schulterte. Der Nordbadener Lars Bittermann musste ebenfalls mit 0:7 und 0:7 einsehen, dass der Titel 2011 jetzt nur noch über Felix Jürgens laufen dürfte. Auch gegen den Pirmasenser Felix Wagner behielt der Ostallgäuer in zwei Runden die Nerven. Spannend verlief allerdings das Finale gegen den Südbadener Simon Günter. Der 13-jährige holte sich Runde Eins mit 3:0 und gab die zweite Runde mit 2:6 ab, wobei schon beinahe den Titel futsch war. „Die Trainer haben ich dann vor der alles entscheidenden dritten Runde wieder eingeheizt. Dann ging es wieder. Ich habe nicht mehr großartig nachgedacht, sondern einfach gerungen“, so Felix Jürgens. Die alles entscheidende Runde gewann der Westendorfer mit 9:3. Sehr stolz ist Mutter Monika, die sich nur den ersten Kampf am Freitag und den Finalkampf am Sonntag zu Gemüte führte. „Es ist wahnsinnig. Ich habe furchtbar gelitten“, erzählt sie auf der Fahrt nach Hause im KREISBOTEN-Interview, dass sie die restlichen Kämpfe nicht mit ansehen konnte. Doch hat Felix in ihren Augen phantastisches geleistet. „Für mich ist der Titel schon sehr wichtig, ja etwas Besonders“, hält sich der frisch gebackene Titelträger etwas zurück. Die große Anspannung ist vorbei als er mit seinen Eltern die über 600 Kilometer lange Autofahrt von Mühlheim nach Westendorf zurückfährt. „Ich bin mit hohen Erwartungen hingefahren. Den dritten Platz wollte ich schon erreichen“. Noch im vergangenen Jahr wurde Jürgens übrigens bei seinen ersten Deutschen Meisterschaften Zwölfter. Mächtig stolz war Bernd Nothelfer, Co-Trainer der Herrenmannschaft und Betreuer der beiden Athleten am Wochenende. „Ich bin vollauf zufrieden. Das war ein gelungenes Wettkampfwochenende“. Nothelfer führt den Erfolg beider Ringer auf das kontinuierliche Training zurück. „Die Jungs waren sehr motiviert und haben hier voll mitgezogen“. Der 33-jährige Übungsleiter weiter: „Es hat mir bei den Deutschen selber viel Spaß gemacht, weil wir Ringer haben, die vorne mitmischen konnten“. Auch der BRV-Landestrainer Matthias Fornoff hatte nur lobende Worte für Felix Jürgens. „Er hat das alles umgesetzt, was ich als Trainer verlangt habe. Felix hat gekämpft und zeigte sich sehr diszipliniert auf der Matte. Er ist immer an seine Grenzen gegangen. Damit ist er ein würdiger Deutscher Meister“. Schon bei den Bayerischen Meisterschaften vollbrachten die B-Junioren des TSV Westendorf einen wahren Medaillenregen. Jetzt auf nationaler Ebene haben sich die Ringer mit ihren hervorragenden Plätzen einen Namen gemacht. „Für uns ist es optimal gelaufen“, zieht Nachwuchs-Cheftrainer Thomas Stechele eine mehr als positive Bilanz. sg

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