Projekt „Zertifizierung nach Wundsiegel“

Vorbildlich abgeschnitten

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Peter Kuisel (v. li.), Stabstelle Qualitätsmanagement, Rosmarie Asmanis, Stationsleitung, Ursula Schüller, Auditorin, Chefärztin Dr. Michaela Knestele, Leiterin Wundzentrum, Alexandra Donnert, stellvertretende Stationsleitung, Sabine Engstle, Pflegerische Leitung Wundambulanz und Theresia Müller, Klinikleitung Kaufbeuren.

Kaufbeuren – Obwohl das Wundzentrum Allgäu unter Leitung von Chefärztin Dr. Michaela Knestele die Vorgaben für eine Zertifizierung schon erfüllt hat, lange bevor es überhaupt die Möglichkeit dazu gab, haben Knestele und ihr Team das Projekt „Zertifizierung nach Wundsiegel“ jetzt in Angriff genommen und das Zertifikat unter großem Lob der Auditorin erworben.

Auditorin Ursula Schüller, zertifizierte Pflegetherapeutin Wunde ICW e.V. (Initiative Chronische Wunde) war regelrecht begeistert von den exzellenten Strukturen, die sie in Knesteles Abteilung sowohl ambulant als auch stationär vorgefunden hat. „55 Prozent der Vorgaben müssen erreicht werden, um das Zertifikat zu erhalten“, informiert Schüller. „Im Wundzentrum Allgäu waren es stattliche 80 Prozent. So gut, ja ich möchte schon fast sagen, so vorbildlich, hat noch kein von mir zertifiziertes Wundzentrum abgeschnitten.“ 

Neben einer leitliniengerechten Behandlung von Patienten mit chronischen Wunden, sind auch weitere Kriterien wie das Einholen einer Zweitmeinung vor Amputation, die regelmäßige Fotodokumentation vom Wundzustand, die sichere Überleitung zur Nachbehandlung sowie die interprofessionelle Behandlung Voraussetzung für die erfolgreiche Zertifizierung. 

Dazu Knestele: „Die Kriterien, wie sie hier abgefragt und bewertet wurden, waren schon immer der Leitfaden unseres Tuns in der Wundbehandlung der Patienten.“ Als Initiatorin des drittgrößten Wundkongresses, der jährlich in Marktoberdorf stattfindet, hat Knestele die Wundbehandlung in den Fokus gerückt und damit vielen Patienten geholfen und einen oft langen Leidensweg beendet. Denn leider sei die professionelle Wundbehandlung lange Zeit ein Stiefkind der Medizin gewesen. „

Die professionelle Behandlung von Wunden ist sehr zeitaufwändig, erfordert immens viel Geduld, eine exzellente Zusammenarbeit von Arzt, Pflege, Hausarzt, Physiotherapie, Podologie, Sanitätshaus und man kann sich damit keine großen Lorbeeren verdienen“, vermutet Knestele. Außerdem sei die Wundmedizin kein eigenes Fachgebiet, sondern setze medizinisches Wissen und Können unter anderem aus den Bereichen der Chirurgie, Inneren Medizin und Dermatologie voraus. 

Umso dankbarer seien die Patienten, wenn sie endlich Hilfe fänden, weiß die Wundmedizinerin aus Erfahrung. Mittlerweile ist das Wundzentrum Allgäu mit seiner stationären Behandlung in Kaufbeuren und der Wundambulanz in Marktoberdorf Hospitationszentrum für Ärzte und Pflegekräfte aus der ganzen Welt. „Wir hatten schon Hospitationsgäste aus Litauen, China, Brasilien, Australien, USA und natürlich fast ganz Europa“, erzählt Knestele. 

„Ich lege allergrößten Wert auf die Qualifizierung unserer Mitarbeiter und die Umsetzung unseres Wissens und Könnens am Patienten“, so Knestele. Um jedoch eine gute Ergebnisqualität langfristig zu sichern, bedarf es noch eines wichtigen Kriteriums: „Die Mitwirkung des Patienten!“ je besser informiert und aufgeklärt dieser ist, umso besser sei das Ergebnis.

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