Jahresversammlung von VLF und VLM in Ruderatshofen

"Auf die Zahlen schauen"

+
Von den frisch gekürten Landwirtschaftsmeistern wurden Markus Hotter, Johannes Schwayer und Bettina Sellner mit dem Bayerischen Meisterpreis ausgezeichnet. Die Ehrung nahmen vor: die Vertreterin der Frauengruppe Ilse Mittelmayr (v. links) und Josef Schorer sowie Remigius Erhard (rechts) und MdL Angelika Schorer (2. v. rechts).

Ruderatshofen – Ein umfangreiches Programm hatten sich die Verbände landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen (VLF) und landwirtschaftlicher Meister (VLM) anlässlich ihrer Jahreshauptversammlung in die Tagesordnung geschrieben.

Neben dem alle zwei Jahre fälligen Geschäfts- und Kassenbericht, den Ehrungen von Absolventen und Meistern galt es bei der jüngsten Versammlung der Landwirtschafts-Verbände VLF und VLM auch die Vorstandschaft neu zu wählen. Da war es kein Wunder, dass die Diskussion über das interessante Referat zum Thema „Milch-Getreide-Biogas: wo stehen Sie im Vergleich“ keinen breiten Raum einnehmen konnte. Bei den Wahlen folgten die anwesenden Verbandsmitglieder den Wahl- vorschlägen und so wurde der alte Vorstand mit großer Mehrheit bestätigt. Entgegen den im Wahljahr gehegten Erwartungen, hätten die lokalen Politiker die Veranstaltung nicht gestürmt, meinte der alte und neue Vorsitzende Josef Schorer bei der Begrüßung. Prominentester Gast war Angelika Schorer (MdL CSU), die bei ihren Grußworten den guten landwirtschaftlichen Nachwuchs lobte und diesen aufforderte, dass Forum, das die beiden Verbände VLF und VLM bieten, auch zu nutzen. Keine Überraschungen für die Landwirtschaft seien nach der CSU-Klausur in Kreuth zu erwarten, der Agrarhaushalt mit rund 1,4 Milliarden Euro sei bereits genehmigt worden. Bezogen auf den Landkreis zeigte sich Schorer erfreut, dass die wichtige Entscheidung für das „Grüne Zentrum“ nun gefallen sei und forderte die Anwesenden auf, Druck zu machen, damit die Grundstücksfrage in Kaufbeuren endlich geklärt werde. Auch beruhigte sie die anwesenden Landwirte, dass ihre Partei, zusammen mit dem Koalitionspartner FDP, alles gegen die Flächenstilllegungspläne der EU tun werde. Zufrieden mit der Preisentwicklung für Getreide, Fleisch und Milch zeigte sich Josef Schorer, Vorsitzender von VLF und VLM, und wünschte allen Anwesenden alles Gute für das neue Jahr. Mit dem silbernen Verbandsabzeichen konnte der ebenfalls wieder gewählte Geschäftsführer der beiden Verbände Remigius Erhard drei Mitglieder für hervorragende Verdienste um die Landwirtschaft und die Förderung des landwirtschaftlichen Ausbildungswesens auszeichnen. Sowohl die Leiterin der Technikerschule für Agrarwirtschaft Elisabeth Hiepp, als auch den Leiter des Fachzentrums für Rinderhaltung, Johann Miller, und den Landwirtschaftsinspektor a.D. Josef Kling zeichnen neben ihrem Engagement für die Ausbildung, ihr ehrenamtlicher Einsatz für die Gemeinschaft aus, hob Erhard hervor. Schon nach außen soll die Qualifikation sichtbar sein, die einen Landwirtschaftsmeister auszeichnet. Im Jahr 2012 konnten 13 frisch gekürte Meister hierzu ein Schild entgegennehmen, das auch für den Außenstehenden die Nahrungsmittelproduktion Meisterniveau deutlich macht. Dass die Betriebsgröße allein nicht der entscheidende Faktor für einen auskömmlichen Betrieb einer Landwirtschaft ist, darauf wies der Referent Christian Fendt hin. Der Landwirt müsse seine Zahlen kennen und dabei immer die Gewinnrate im Auge behalten. Der Kuchen könne nur einmal verteilt werden und so wirkten sich zum Beispiel höhere Kosten für den Maschinenbetrieb sofort auf das Einkommen des Landwirts aus. Unterstützung erhielt er dabei von Josef Schorer der bemerkte, man müsse immer auf die Ausgaben schauen, denn die Einnahmenseite sei relativ. Engagiert wandte sich auch Johann Miller gegen die „Wachstumsmassenpsychose“ denn die Disparität sei vom Preisniveau unabhängig. Wo durch ungebremstes Wachstum die durchschnittliche Feldentfernung wachse, da stiegen auch die Maschinenkosten. von Klaus Bauer

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Mauerreste entdeckt
Mauerreste entdeckt
Hat der Standort Kaufbeuren eine Chance?
Hat der Standort Kaufbeuren eine Chance?
Sudetendeutsche Schicksale nach 1945
Sudetendeutsche Schicksale nach 1945

Kommentare