"Dauerhaft Gutes tun"

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Die Kuratoriumsmitglieder der Internatsstiftung St. Maria Kaufbeuren: (v. li.) Rudolf Wisbauer, Internatsleiterin Schwester Anna Stein, Barbara Wirth, Bernd Dössinger, Ingeborg Gottstein, Winfried Nusser, Generaloberin Schwester Regina Winter, Oberbürgermeister Stefan Bosse, Ingrid Hiemer, Dr. Karl Pörnbacher, Anna Batzer und Dr. Hermann Starnecker (auf dem Bild fehlen: Werner Bobritz, Europaministerin Dr. Beate Merk und Staatssekretär Franz Pschierer)

Kaufbeuren – Die Internatsstiftung St. Maria Kaufbeuren feierte kürzlich ihr Jubiläum und blickte Stolz bei der jüngsten Kuratoriumssitzung auf zehn Jahre erfolgreichen Dienst für die Jugend zurück. Mit dem Motto „Stiften heißt, dauerhaft Gutes tun“ wird um Spenden gebeten, um das Stiftungskapital weiterhin zu erhöhen und noch mehr Kinder unterstützen zu können.

In einem Pressegespräch erklärte Kuratoriumsmitglied Rudolf Wisbauer: „Wir haben 2006 mit 50.000 Euro Stiftungskapital angefangen. Jetzt, 2016, haben wir 500.000 Euro.“ Aus Zustiftungen, Benefizkonzerten und Sozial­aktionen würden notwendige Geräte für das Internat beschafft und auf Antrag einzelne Kinder bezuschusst, um ihnen den Verbleib oder die Aufnahme im Internat zu ermöglichen. 

Manchmal könnten Familien oder Alleinerziehende die Kosten von monatlich 445 Euro vorübergehend schwer aufbringen. Oder bei zunehmend schwieriger werdenden Lebensumständen, zum Beispiel die Trennung oder Wegzug der Eltern, würde sich zum Wohle der Mädchen der Verbleib im Internat anbieten, so Wisbauer. Hier leiste die Internatsstiftung einen wertvollen Beitrag, denn durch das Internat hätten dann die Mädchen ein zweites Zuhause und durch den Besuch der weiterführenden Schulen die Chance auf einen erfolgreichen Start ins Berufsleben. 

Rudolf Wisbauer, bis vor Kurzem noch Rektor der Marien-Realschule und jetzt im (Un-)ruhestand, schilderte die Anfänge der Stiftung vor zehn Jahren: Die Zahl der Internatsschülerinnen ging zurück und die Hilfsbedürftigkeit nahm weiter zu. Die Gründung der Stiftung zur Unterstützung bei Bedürftigkeit und die Verbindung des Internats mit dem Angebot der offenen Ganztagsschule hätten die Lösung ergeben. Auch eine Ehemaligenvereinigung unterstütze die Arbeit an den Schulen und am Internat. 

„40 Internatsplätze und 95 Plätze in der Ganztagsbetreuung in insgesamt sechs Gruppen gibt es momentan im Internat“, erklärt Schwester Anna Stein, die Leiterin des Internats und Schwester des Crescentiaklosters. Das Internat sei gut ausgelastet mit Zwei-Bettzimmern, sowie Ein-Bettzimmern für die älteren Mädchen. In der hauseigenen Mensa würden täglich 500 bis 600 Essen zubereitet und an die Mädchen ausgegeben. Das Angebot sei für alle Schülerinnen der Marien-Realschule und des Gymnasiums ohne Anmeldung offen und biete damit Synergieeffekte für die Küche. Die Betreuung durch die Schwestern und ausgebildeten Erzieherinnen erfolge auch beim Essen. „Damit soll auch auf verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln hingewirkt werden“, betont Schwester Anna. 

In der Nachmittagsbetreuung würden sich dann die Mädchen beispielsweise im Rahmen von Tierpatenschaften um die Tiere kümmern oder trieben Sport, bevor dann in der Studierzeit die Hausaufgaben bearbeitet würden. Um einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Mobiltelefon zu erlernen, dürften die jüngeren Mädchen tagsüber kein Handy benutzen, hätten aber abends eine feste Nutzungsmöglichkeit. „Diese Lösung wird von den Mädchen auch angenommen“, bestätigt Schwester Anna. 

Auch sonst wirkten die Schwestern und ausgebildeten Erzieherinnen als Ansprechpartner für die Mädchen für die kleinen „Problemchen“ und bei großen Anliegen. „Wir geben allen Kindern Rückzugsmöglichkeiten und bieten Geborgenheit, helfen aber auch, Selbstbewusstsein zu entwickeln“, erklärt Schwester Anna wie selbstverständlich. Katholische Einflüsse zeigen sich am Morgen- und Abendgebet zum Essen, an den freiwilligen Gottesdiensten und an gut vorbereiteten und ausgeschmückten Feiern zu den kirchlichen Feiertagen. 

Schwester Anna, Rudolf Wisbauer und die übrigen Kuratoriumsmitglieder freuen sich schon auf den 8. Oktober. Dann ist ein großes Ehemaligentreffen geplant als „Wiedersehensfest“.

von Wolfgang Krusche

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