„Kaufbeuren braucht so einen Laden“

Zehn Kaufbeurer planen Eröffnung eines Unverpackt-Ladens

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Viel Herzblut stecken diese Kaufbeurer in ihr Projekt: Wolfgang Bauer (hinten, v. li.), Stephanie Rieß, Tobias Bauer, Susanne Friedrich-Würfel, Werner Würfel, Ursula Scheidl, Martina Wiedersatz, Stadträtin Marita Knauer, sowie (vorne, v. li.) Sandra Palazzolo und Kristina Immerz mit ihren Kindern.

Kaufbeuren – Im Unverpackt-Laden „Frohnatur“ kann man in Kaufbeuren künftig nachhaltig einkaufen. Zehn Kaufbeurer aus verschiedensten Branchen und Tätigkeitsfeldern haben sich dazu zusammengeschlossen und sind seit einigen Monaten mit viel Leidenschaft dabei, das Projekt startklar zu machen. Der Laden soll voraussichtlich noch in diesem Jahr in der Innenstadt eröffnen.

Einkaufen kann man dort unverpackte Lebensmittel wie Getreide, Nudeln, Nüsse, Tee, Kaffee und Gewürze, plastikfreie Drogerieartikel sowie unverpackte Haushaltswaren wie Wasch- oder Reinigungsmittel. Viel Wert legen die Gründer darauf, dass die Produkte möglichst regional produziert werden. Vorzugsweise sind sie auch aus fairem Handel und in Bio-Qualität. „Unser Ziel ist eine komplett plastikmüllfreie Lieferkette“, bekräftigt Mitgründer Tobias Bauer.

Beim Einkauf können die Kunden das Produkt in der Menge, die benötigt wird, aus Lebensmittelspendern in mitgebrachte Behälter füllen. Für Spontaneinkäufe stehen im Laden auch Mehrwegbehälter wie zum Beispiel Baumwollbeutel bereit.

„Wir möchten eine echte Möglichkeit bieten, zukunftsgerecht in Kaufbeuren einzukaufen, etwas Gutes für Mensch und Natur zu tun und die Innenstadt zu beleben“, beschreibt Bauer die Vision der Gründer.

Augenmerk auf soziale Projekte

Der Laden soll darüber hinaus als gemeinnütziges Unternehmen gegründet werden – erwirtschaftete Gewinne werden also nicht an die Inhaber ausgezahlt, sondern in gemeinnützige und soziale Projekte investiert. Das Geschäft wird dabei nicht durch ehrenamtliche Arbeit betrieben, denn alle Mitarbeiter sollen einen fairen Lohn für ihre Arbeit bekommen. Auch eine Café-Ecke ist geplant, die künftig weiter ausgebaut wird, und Menschen nach einer psychischen Krise wie beispielsweise Burnout die Möglichkeit bietet, dort zwei bis drei Stunden pro Woche zu arbeiten, damit sie langsam wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen können.

Finanzierung durch Crowdfunding

Die Erstfinanzierung des Projekts soll durch eine Crowdfunding-Kampagne auf der Seite www.startnext.de/frohnatur erfolgen, die am 19. September startet. „Wir wollen die Gemeinschaft an dem Projekt teilhaben lassen und es gemeinsam mit unseren Unterstützern auf die Beine stellen“, so Bauer. Das Fundingziel sind 50.000 Euro: Die ersten 25.000 Euro werden dafür verwendet, den Laden zu mieten, zu renovieren und einzurichten, und mit den zweiten 25.000 Euro wird das komplette Warensortiment eingekauft. Für die Mitstreiter gibt es auch verschiedene Gegenleistungen, wie etwa Einkaufsgutscheine.

Mitgründer Tobias Bauer ist zuversichtlich, dass das Ziel mit vereinten Kräften erreicht werden kann, und hofft auf zahlreiche Unterstützer, die mit ihren Spenden zum Gelingen des Projekts beitragen: „Wir haben mit vielen Leuten gesprochen und sie alle waren der Idee gegenüber sehr positiv eingestellt“. Vor allem die jungen Leute wollen laut Bauer in dieser Hinsicht etwas bewegen, sodass möglichst viele Menschen mit der Freude an einem nachhaltigen Lebensstil angesteckt werden. „Kaufbeuren braucht so einen Laden“, ist Bauer überzeugt. Ein passendes Objekt, in das „Frohnatur“ einziehen kann, ist auch schon in Aussicht, nämlich in der Kaiser-Max-Straße 38.

Mehr über das Vorhaben können Interessierte am 19. September ab 13 Uhr im Biergarten im Jordanpark erfahren, denn da stellt die Gruppe ihr Projekt vor.

von Mahi Kola

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