Ein Zeichen der Hoffnung

Segnung von zwei Feldkreuzen zwischen Ingenried und Irsee

+
Im Rahmen einer kleinen Feier segnete Pfarrer Dr. Pius Benson zwei Kreuze auf Pforzener Gemeindeflur.

Pforzen – Nach einem heftigen Gewitterschauer erstrahlte pünktlich, wie auf Bestellung, wieder die Sonne. Besser hätte es Petrus zur Freude der zahlreichen Besucher nicht richten können, die sich zur feierlichen Segnung des neu renovierten „Schwarzen Kreuzes“ und eines weiteren Wegkreuzes oberhalb der Hammerschmiede zwischen Ingenried und Irsee eingefunden hatten. Der Pforzener Arbeitskreis „Geschichte“ hatte zu dieser kleinen Feierstunde geladen.

Josef Freuding, bis vor kurzen noch Zweiter Bürgermeister der Gemeinde Pforzen und unermüdlicher „Motor“, wenn es darum geht, die Geschichte der engeren Heimat zu beleben und für weitere Generationen zu bewahren, konnte bei dieser Gelegenheit eine ganze Reihe von Ehrengästen begrüßen. So waren unter anderem die Gemeindeoberhäupter der am Projekt „Klosterspuren“ beteiligten drei Gemeinden aus Pforzen, Irsee und Rieden, sowie Gemeinderatsmitglieder und Vertreter der aktiven Arbeitskreise erschienen.

Nach Umsetzung der Wanderroute von Irsee nach Pforzen und Ingenried, spielte als geographischer Mittelpunkt dieses geschichtsträchtigen Raumes ein altes, in die Jahre gekommenes Holzkreuz, eine wichtige Rolle. Wie der Historiker und ehemalige Archivar der Stadt Kaufbeuren Dr. Stefan Fischer bei seiner Ansprache im Rahmen dieser Feierstunde erklärte, soll das sogenannte Schwarze Kreuz am alten Verbindungsweg zwischen der Hammerschmiede, sowie den Gemeinden Pforzen und Ingenried zum Kloster Irsee an dieser einstigen Wegkreuzung auch als Orientierungszeichen und Treffpunkt gedient haben. Bis ins 17. Jahrhundert reicht seine Geschichte zurück. Die Bauern der umliegenden Höfe und Ortschaften benutzten jährlich mehrmals diesen Saumpfad, um im Kloster vorstellig zu werden und beispielsweise jeweils am 30. September, dem Michaelitag, ihre Steuern und Abgaben zu entrichten. Am Kreuz dürften sich die Leute mit Sicherheit verabredet, getroffen und bei einem stillen Gebet innegehalten haben.

So entwickelte sich das „Schwarze Kreuz“, wie Josef Freuding erklärte, zu einem wahren Symbol und christlichen Zeichen inmitten unserer heimatlichen Kulturlandschaft. Es war nach seinen Worten ein Zeichen der Hoffnung und der Orientierung. Wichtige Gründe dafür, ein derart geschichtsträchtiges Kultur- und Glaubensgut vor dem Verfall zu bewahren. Deshalb war es für ihn und seine Mitstreiter des Arbeitskreises „Geschichte“ und der am Projekt „Klosterspuren“ Beteiligten ein Herzensbedürfnis, dieses historische Kreuz, das auch in heutiger Zeit regelmäßig von Wanderern und Spaziergängern aufgesucht wird, zu erhalten und einer gründlichen Renovierung zu unterziehen.

Nicht weit vom „Schwarzen Kreuz“ entfernt ließ Freuding vor ein paar Jahren ein neues, nach seinen Vorstellungen geschaffenes Feldkreuz aufstellen. Es sei errichtet worden, um künftigen Generationen ein Zeichen zur inneren Orientierung zu sein. Mit Befriedigung und Freude könne er feststellen, dass auch dieses zweite Kreuz gern aufgesucht werde und ständig frische Blumen und Kerzen aufgestellt werden.

Abschluss und Höhepunkt war die Segnung und Weihe der beiden Kreuze durch Pfarrer Dr. Pius Benson, Seelsorger der Pforzener Kirchengemeinde St. Valentin.

von Klaus-Dieter Körber

Auch interessant

Meistgelesen

Digitalisierung im Tourismus: BayernCloud führt örtlich erhobene Daten zusammen und stellt sie bereit
Digitalisierung im Tourismus: BayernCloud führt örtlich erhobene Daten zusammen und stellt sie bereit
Runderneuert und erheblich erweitert: 13. filmzeit vom 27. September bis 11. Oktober
Runderneuert und erheblich erweitert: 13. filmzeit vom 27. September bis 11. Oktober
Betrunkener Mann stürzt in Buchloe von Balkon
Betrunkener Mann stürzt in Buchloe von Balkon
Aggressiver 21-Jähriger tritt in Kaufbeuren Haustür ein
Aggressiver 21-Jähriger tritt in Kaufbeuren Haustür ein

Kommentare