Zeichen der Zeit erkannt

Neue Berufsfachschule für Pflegekräfte eingeweiht

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Seit August ist die Berufsfachschule für Pflegekräfte in Buchloe bereits in Betrieb, jetzt erfolgte die offizielle Einweihung: Dr. Thomas Jahn, CSU-Fraktionssprecher im Stadtrat KF (v. li.), Dr. Paul Wengert, Sigrid Kothe, Lehrkraft, Brigitte Feniki, Schülerin, MdL Angelika Schorer, Landrätin Maria Rita Zinnecker, Cordula Unglert-Heck, Lehrkraft, die Schüler Hazrad Shinwari und Pascal Reimer sowie Axel Wagner, Pflegedirektor der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren.

Buchloe – „Der Mangel an Pflegekräften ist derzeit ein gesellschaftliches Kernproblem“, so Landrätin Maria Rita Zinnecker in ihren Grußwort anlässlich der Einweihungsfeier an der neuen Berufsfachschule für Pflegekräfte in Buchloe. „Aufgrund der demografischen Entwicklungen wird der Mangel in den kommenden Jahren größer und damit wird der Bedarf an qualifizierten Pflegekräften auch kontinuierlich und vor allem erheblich steigen“, betonte die Landrätin weiter. „Die beste Methode, diesen Mangel zu beheben ist es, eigene Fachkräfte auszubilden“.

Nach Schließung der Krankenpflegeschule am Buchloer Krankenhaus St. Josef vor zehn Jahren, tat sich in der Krankenpflegehelfer-Ausbildung im hiesigen Raum eine große Lücke auf. Wie überhaupt in ganz Schwaben. Bislang gab es nur zwei derartige Schulen in Augsburg und in Friedberg. Ab sofort ist es nun möglich, innerhalb eines Jahres einen qualifizierten Berufsabschluss zum staatlich geprüften Pflegefachhelfer und zur staatlich geprüften Pflegefachhelferin zu erlangen. Wie Axel Wagner, Pflegedirektor vom Klinikverbund Ostallgäu-Kaufbeuren, erklärte, sei die Kürze der Ausbildung ein wesentlicher Pluspunkt. Dadurch werde vielen ein schneller und auch sanfter Einstieg in den Pflegebereich ermöglicht. Wer hier abschließe, habe angesichts der weiteren Entwicklung im Pflegebereich einen absolut sicheren Arbeitsplatz. Neben der Möglichkeit im Klinikverbund als Pflegefachhelfer weiter zu arbeiten, bestehe auch die Chance, eine dreijährige Ausbildung zum examinierten Krankenpfleger an der Berufsfachschule für Krankenpflege in Kaufbeuren anzuhängen.

Als wichtigen und auch langfristigen Beitrag, den Pflegenotstand wenigstens zu reduzieren, bezeichnete Ute Sperling, Vorstand des Klinikverbundes Ostallgäu-Kaufbeuren, diese neu geschaffene Einrichtung. Man habe die Zeichen der Zeit erkannt und entsprechend gehandelt. Außerdem sei die Eröffnung dieser Fachschule ein Bekenntnis und eine Stärkung des Krankenhausstandortes Buchloe.

Dank der tatkräftigen Unterstützung vonseiten der Stadt Buchloe konnte das Projekt „Berufsfachschule für Pflegehelfer“ außerordentlich rasch umgesetzt werden. Im Februar dieses Jahres fanden die ersten ernsthaften Gespräche statt und in Rekordzeit konnte das Ganze umgesetzt werden. Das Schulgebäude am Schrannenplatz, zuvor als Kita-Übergangslösung genutzt, wird von der Kommune gestellt und kann so lange genutzt werden, bis ein entsprechender Schulneubau realisiert werden kann. Auf 260 Quadratmeter Nutzfläche ist Raum für insgesamt 18, von der Regierung von Schwaben genehmigte, Ausbildungsplätze.

Derzeit befinden sich 14 Schülerinnen und Schüler in der Ausbildung. Dabei reicht der Einzugsbereich von Landsberg am Lech bis Memmingen. Sigrid Kothe und Cordula Unglert-Heck sind zusammen mit weiteren Lehrkräften für den Schulbetrieb zuständig. Wie die beiden Lehrerinnen übereinstimmend dem Kreisbote in einem Gespräch erklärten, stehe eine fürsorgliche Pflege der Patienten, sowie Menschlichkeit und ein herzlicher Umgangston im Vordergrund.

Während der theoretische Unterricht in der Schule stattfindet, absolvieren die Schüler den praktischen Teil ihrer Ausbildung im Krankenhaus St. Josef, sowie im Senioren- und Pflegeheim. Ein erfolgreicher Hauptschulabschluss beziehungsweise eine abgeschlossene Berufsausbildung ist Voraussetzung für eine Bewerbung. Auch ausländische Staatsangehörige, die im Besitz einer gültigen Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung sind, können sich bewerben. Ebenso sind ältere Quereinsteiger, die sich umschulen möchten, willkommen.

von Klaus-Dieter Körber

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