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Aufbruch-Umbruch nach einjähriger Pause wieder voll da

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Kaufbeuren – Rund 150 Menschen – davon 110 auf der Bühne – umfasst das Aufbruch-Umbruch-Team. Deren höchstes Anliegen ist es seit 33 Jahren, die Menschen im Saal mit einer teils akrobatischen, teils zwerchfellerschütternden bunten Mischung aus Tanz, Live-Musik, Theater, Show und Klamauk zu unterhalten. Auch bei ihrem neuen Programm, das am vergangenen Freitag im Stadtsaal Premiere hatte, ist ihnen das wieder bestens geglückt.

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5 / 54„Geil – dr Capo ka Steinzeitisch“. © Zasche
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11 / 54Auch der Kaiser entsteigt dem Zeitloch... © Zasche
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14 / 54Auch der Kaiser entsteigt dem Zeitloch... © Zasche
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Neben dem Aufbruch-Umbruch-Stamm-Team um Jürgen Richter, Sepp Eichhorn, Achim Meirich, Christa Becker-Hansen, Biggi Salomon, Peter Scharl (alle in mehreren Rollen) und zahllosen weiteren Einzeldarstellern, die hier gar nicht alle aufgeführt werden können, wirkt auch wieder eine Reihe seit Jahren beliebter und bewährter Show-Gruppen mit: Die immer hübsch anzusehende weiß-blaue Wertachgarde in allen Größen mit Garde- und Showtanz, die atemberaubenden Akrobaten von Anam Cara, Chris Meirichs Dance Soulution, die fantastischen Aufbruch-Umbruch-Trommler „Taktlos“ und die umwerfend komische Männergarde der Buronia Dream Boys. Neu hinzugekommen sind die Alphornbläser-Gruppe „Hiata Blech“ sowie anstelle der Radlerband die Brass Formation „CNSB“ mit ihrem Allgäu-Groove.

2019 hat das Aufbruch-Umbruch-Team vor einer Kaufbeuren-Skyline einschließlich „Ferreckle-Center“, „Spittel-TV“, Minarett und Neugablonzer Kirchturm die „wahren Vorgänge“ um die Spittelmühl-Baustelle nach Herzenslust politisch unkorrekt aufs Korn genommen. Irgendwie hatten es nämlich die Bauarbeiter geschafft, in der Baustelle ein Zeitloch zu öffnen. Und nun steigen aus diesem Loch lauter Gestalten aus allen möglichen Epochen der Kaufbeurer Vergangenheit heraus: Als erstes erscheint Neptun mit einer Meerjungfrau. Ungewaschene, der Sprache noch nicht sonderlich mächtige Steinzeitmenschen erklären einen Mückenschiss zu „Buron“. Gablonzer Schmuckhersteller verschieben ihre Expansionspläne bei „Buron“ auf zwanzigtausend Jahre später, bis die Steinzeitburonen vielleicht auch lesen und schreiben gelernt haben.

Zwischendurch kämpfen Moscheebefürworter erfolglos mit Luftballons gegen Moscheegegner, etliche kommunalpolitische Spitzen werden abgeschossen und die „Lügenpresse“ kriegt ihr Fett weg.

Die Klempner, die die beschädigten Rohre im Loch flicken sollen, präsentieren – ganz und gar nicht „taktlos“ – auf ihren als „Marimbaphon“ montierten Abflussrohr-Vorräten eine begeisternde Percussion-Nummer. Es wird die „PfA“ (Partei für Andersdenkende) gegründet, wobei Althippie Herbert Stumpe mit seiner Gitarre und Rocker Schorsch Stauder passend umgetextete Hits zum Besten geben.

Wenig später entsteigen dem Zeitloch Alphornbläser als Fanfaren für den Auftritt eines ziemlich weibischen Kaisers Maximilian (Sepp Eichhorn) mit einer ziemlich gewöhnlichen Kaiserin Bianca (Christa Becker-Hansen), die auf Kauf­beurens „Zitty“-Managerin (Susanne Gentz) und den „Erfinder der Wauerlald-Festspiele“ treffen.

Nach der Pause hängt bei Kaisers zunächst der Haussegen schief, aber man verträgt sich wieder und erwägt sogar einen Eigenheimankauf in der Momm-Piazza. Auch Kunz von der Rosen (Helmut Winkler) entgeht dem penetranten Immobilienverkäufer (Achim Meirich) nicht.

Anschließend gehört die Bühne noch einmal den Mädels der Wertachgarde, die jetzt als niedliche Feen, Einhörner und Teufel auftreten. Bevor der Baustellen-Capo das Zuschütten des Zeitlochs veranlassen kann, kommt schnell auch die heilige Crescentia mit ihrem Siebwunder heraus und anschließend noch der Neugablonzer Nikolaus.

Dann scheint wieder Ruhe eingekehrt zu sein an der Spittelmühle, was drei Kaufbeurerinnen zu einem sehr ausgiebigen Weibertratsch ermutigt. Danach spuckt das Zeitloch noch etliche Römer aus – Anam Cara einmal anders – und schließlich eine Barockgruppe, in gewohnter Anmut die Buronia Dram Boys mit „Barockrockrock“. Gerade, als das Loch endgültig zugeschüttet werden soll, heißt es, „...des bleibt auf, und zwar fier immer! Des duet Beira amol guat, wenn do a bißla andre Kultura reikommat...“. Damit plädiert Hausl Richter zum Abschluss eindringlich für ein bunteres, toleranteres Kaufbeuren.

Weitere Vorstellungen 2019 im Stadtsaal (Kostümierung erbeten): 22. und  23. Februar jeweils um 19.30 Uhr, Saaleinlass um 18 Uhr, mit After-Show-Party. Karten erhältlich beim Kreisbote.

von Ingrid Zasche

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