"Gelassenheit und Durchhaltevermögen": Ehrenamtskarte zum 2. Mal an Ostallgäuer verliehen

"Expedition Ehrenamt"

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Stellvertretend für alle 485 Geehrten übergab Landrätin Zinnecker die Ehrenamts-Karte persönlich an vier der Ehrenamtlichen. Von links: Elisabeth Geisert, Wilhelm Weinbrenner, Landrätin Maria Rita Zinnecker, Alexander Spitschan, Josefine Specht, Brigitte Pal (Servicestelle Ehrenamt) und Marlene Dopfer (Servicestelle Ehrenamt).

Marktoberdorf – Ausdauer, einen unerschütterlichen Willen, Kraft und Mut braucht es, um eine Expedition in die Arktis zu meistern. Diese Eigenschaften sind aber auch gefordert, wenn es darum geht, ein Ehrenamt auszuüben. Extrembergsteiger Stefan Glowacz zeigte Parallelen zwischen seinen Extrem-Klettertouren und dem oft fordernden und nervenaufreibenden Alltag der Ehrenamtlichen auf, denen am vergangenen Sonntag die Ehrenamtskarte des Landkreises Ostallgäus überreicht wurde.

Mit seinem Vortrag über die Erstbegehung der Bastion, einer rund 750 Meter hohen Felswand in der nordkanadischen Ödnis, wollte Extremkletterer Stefan Glowacz die geladenen Gäste am vergangenen Sonntag im Modeon dazu „inspirieren“, „einen neuen, anderen“ und etwas ungewöhnlichen Blick auf ihr Ehrenamt zu gewinnen. Dort wurde 485 Ehrenamtlichen im Rahmen eines feierlichen Programms die Ehrenamtskarte des Landkreises Ostallgäu überreicht.

Ziele und Träume 

Vergleichbar mit einer Expedition, erfordere auch die Ausübung eines Ehrenamts Ziele und Durchhaltevermögen, aber auch Gelassenheit, so Glowacz. Glowacz, dem die Erstbesteigung der Bastion mit seinem Team allen extremen Bedingungen und Widrigkeiten zum Trotz gelang, zeigte auf, wie wichtig Ziele, Träume und ein gutes Team sind, um seine Vorhaben zu verwirklichen, dass es aber auch so unausweichlich wie wertvoll sei, Fehler zu machen. Denn aus seinen Fehlern habe er stets gelernt und so „Erfahrungen gemacht“. 

Moderatorin Ulla Müller, die bekannte Stimme des Radiosenders „Bayern 1“, die humorvoll durch das Programm führte, verriet, dass sie öffentlichkeitswirksame Termine nur selten wahrnehme. Doch „das, was hier passiert, ist so etwas Außergewöhnliches, dass es einen guten Grund gibt, zu kommen“. Es sei „spürbar, wie viel Wertschätzung und wie viel Ankerkennung“ hinter der Verleihung der Ehrenamts-Card stecke, die aus dem Bedürfnis heraus entstanden sei, „dieser großartigen Arbeit“ der zahlreichen Ehrenamtlichen „Danke zu sagen“. 

Jeder dritte Ostallgäuer ist laut Landrätin Maria Rita Zinnecker ehrenamtlich tätig, sei es im sozialen oder kirchlichen Bereich, in Sport-, Trachten- oder Musikvereinen. Um das Ehrenamt zu fördern und die Menschen im Ostallgäu für das Ehrenamt zu begeistern, aber auch, um ehrenamtlich Tätigen Hilfe und Unterstützung bei Fragen und Anliegen rund um das Ehrenamt zukommen zu lassen, hat der Landkreis im Rahmen des Konzepts zur „Förderung und Stärkung des Ehrenamts“ ein Programm ins Leben gerufen, mit dem Fortbildungen, ein Ehrenamtsportal im Internet und die Servicestelle „EhrenAmt“ im Landratsamt, eine Anlaufstelle für Fragen rund ums Ehrenamt, eingerichtet werden konnten. Auch die Ehrenamtskarte ist Teil des Förderprogramms. Inhaber der Ostallgäuer Ehrenamtskarte erhalten freien Eintritt für viele Freizeitangebote im Landkreis wie Schifffahrten, Bäder und Museen und Einladungen zu besonderen Aktionen. 

Dank und Anerkennung 

Mit der Ehrenamtskarte solle laut Zinnecker Dank und Anerkennung für das soziale Engagement ausgedrückt werden, mit dem die Ehrenamtlichen das Ostallgäu „liebens- und lebenswert machen. Das Ostallgäu wäre nicht das, was es ist, wenn wir Sie alle nicht hätten.“ Auch sollen die Angebote dazu einladen „nicht immer an andere zu denken“, sondern auch einmal die eigenen Energiereserven aufzufüllen und „unsere schöne Heimat entdecken“ zu können. 

Vier Ehrenamtliche, Elisabeth Geisert aus Rieden, Wilhelm Weinbrenner aus Obergünzburg, Alexander Spitschan aus Marktoberdorf und Josefine Specht aus Pfronten, durften die Ehrenamts-Card stellvertretend für die insgesamt 485 Geehrten bereits auf der Bühne entgegen nehmen. Im Anschluss an den offiziellen Programmteil überreichten die anwesenden Bürgermeister aller Ostallgäuer Gemeinden jedem ihrer ausgewählten Bürger persönlich die Ehrenamts-Card für ihr herausragendes Engagement rund um das Gemeinwohl. von Sabrina Hartmann

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