Auf der Zielgeraden

Bei der Sitzung der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe wurde der vorgelegte Entwurf des Pflege- und Entwicklungsplans formal verabschiedet: Jörg Rietze, Arbeitsgruppe für Tieröklogie (v.li.), Gerd Woithe, Bundesamt für Naturschutz, Dr. Alfred und Ingrid Wagner, Planungsbüro für Angewandte Landschaftsökologie, Landrat Johann Fleschhut, 1. Vorsitzender der Allgäuer Moorallianz, Günter Riegel, Projektleiter Allgäuer Moorallianz und Dr. Uwe Riecken vom Bundesamt für Naturschutz.

Der Ostallgäuer Landrat Johann Fleschhut, Vorsitzender des Zweckverbands Allgäuer Moorallianz und das Projektteam stellten den Vertretern von Land- und Forstwirtschaft, Gemeinden, Fachbehörden und Verbänden kürzlich im Landratsamt in Marktoberdorf das Handlungskonzept zum Schutz der Allgäuer Moore vor. Mit Unterstützung der Bundesförderung Naturschutz und des Freistaates Bayern sollen die vordringlichen Maßnahmen in den nächsten zehn Jahren umgesetzt werden.

„Die Moor-Inventur unseres Bundesprojektes hat unsere Einschätzung bestätigt: die Allgäuer Moore sind international bedeutsames Naturerbe“, betonte Landrat Fleschhut bei der Veranstaltung. „In diesen attraktiven Landschaften tummelt sich die Vielfalt des Lebens, aber hier werden auch qualitativ hochwertige Nahrungsmittel und Rohstoffe produziert. Und nicht zuletzt profitieren wir auch als Tourismusregion von einer intakten Natur“, so der Landrat und Vorsitzende des Moorallianz-Zweckverbandes weiter. Aber die Moorallianz baue nicht nur auf die Bundesförderung, berichtete Fleschhut. Aus dem Klimaprogramm Bayern stehen für 2012 rund 750.000 Euro zur Verfügung – „eine gute Grundlage für erfolgreichen Klimaschutz“. Mit dem Pflege- und Entwicklungsplan liegt nun ein Handlungskonzept für die wert- vollsten Allgäuer Moore vor, das zeitnah umgesetzt werden soll. Geplant ist eine zehnjährige Umsetzungsphase mit einem Gesamtvolumen von rund 8,5 Millionen Euro. Wichtige Bausteine sind die Wiedervernässung von Hochmooren und die Pflege von Streu- und Nasswiesen. Moore zählen zu den am stärksten gefährdeten Biotoptypen in Deutschland. Daher besteht dringender Handlungsbedarf. Aktuelle Forschungen des Bundesamtes für Naturschutz belegen, dass Moorprojekte neben dem Schutz der biologischen Vielfalt weitere wichtige Funktionen erfüllen: durch Vermeidung von Treibhausgasemissionen leisten sie einen effizienten Beitrag zum Klimaschutz. „Auch das Vorhaben Allgäuer Moorallianz wird hier einen wichtigen Beitrag leisten“, war sich Dr. Uwe Riecken, Abteilungsleiter am Bundesamt für Naturschutz, sicher. „Modellhaft ist bei diesem Vorhaben zudem die enge Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft, etwa in der Streuebörse. Die Biodiversität der Moorlandschaften kann in vielen Bereichen nur zusammen mit den Landnutzern erhalten werden“, so der Vertreter des Bundes. Die Bundesförderung Naturschutz steuert 75 Prozent der nötigen Mittel bei. Dr. Alfred Wagner, mit der Bestandserfassung und Planung beauftragter Moorexperte, präsentierte die Ergebnisse der Pflege- und Entwicklungsplanung. Die Bestandserfassung hat ergeben, dass von den rund 6.000 Hektar an Moorlebensräumen im Projektgebiet rund 13 Prozent noch weitgehend intakt sind; auf rund einem Viertel – insgesamt 1.500 Hektar – bestehen gute Aussichten für eine Renaturierung. Unterstrichen wurde auch die hohe ökologische Bedeutung der Allgäuer Moore. „Im Kempter und Sulzschneider Wald liegen die größten Vorkommen von Berg- kiefern-Moorwäldern in Mitteleuropa – insgesamt über 1.000 Hektar. Das Allgäu hat damit eine hohe Verantwortung für den Erhalt dieser Lebensräume“, resümiert Wagner. Schon während der Planungsphase wurden die vorgeschlagenen Maßnahmen bei sogenannten „Moor-Tischen“ mit Eigentümern, Gemeinden und Landnutzern diskutiert. „Wir haben kritisch diskutiert bei den Moor-Tischen, aber letztlich haben uns doch viele Teilnehmer zugestimmt, dass der Schutz der Moore sinnvoll und notwendig ist“, berichtet Projektleiter Günter Riegel von seinen Erfahrungen. „ Bei der Umsetzung setzten wir darauf, dass wir viele Partner gewinnen, die mitmachen.“

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