Neuer Chef am Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten offiziell begüßt

Dosch tritt in große Fußstapfen

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Ministerialdirektor Martin Neumayer (li.) moderierte die Veranstaltung, auf der Dr. Paul Dosch (3. v. li.) zusammen mit seiner Frau (2. v. li.) begrüßt und gleichzeitig Maria Rita Zinnecker (Mitte) als Leiterin des AELF verabschiedet wurde. Mit auf dem Bild auch MdL Angelika Schorer und der Kaufbeurer OB Stefan Bosse (re.).

Marktoberdorf – Sie gehe mit einem „lachenden und einem weinenden Auge“, betonte die Ostallgäuer Landrätin Maria-Rita-Zinnecker am vergangenen Donnerstag im Modeon Marktoberdorf. Sie wurde aus ihrer Funktion als Leiterin des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) verabschiedet. An ihre Stelle tritt Dr. Paul Dosch.

Rund vier Monate, nachdem Bürger im Landkreis die 49-jährige Maria Rita Zinnecker an die Spitze der Verwaltung gewählt haben, wurde ihr früheres Amt als Leiterin des Amtes für Ernährung. Landwirtschaft und Forsten offiziell an Nachfolger Dr. Paul Dosch übergeben. Dass Zinnecker, die rund vier Jahre die Behörde mit Sitz in Kaufbeuren leitete, Dosch ein gut geführtes Haus hinterlässt, wur- de anlässlich der vielen lobenden Worte klar, die die Vertreter von Verbänden und aus der Politik für Zinnecker fanden. 

Dosch seinerseits betonte, er werde „stets ein offenes Ohr“ für die Sorgen und Anliegen der Beschäftigten im AELF haben. Seine Devise: „Miteinander reden, sich verstehen und vertrauen ist die Basis für alles Weitere“. 

Schon zu Beginn der Veranstaltung, beim einleitenden Musikstück der VLF-Kapelle, zeigte sich, so Ministerialdirektor Martin Neumayer, welch „ein Schwung“ im Ostallgäu in der Landwirtschaft herrsche. Hier gehöre diese zum Leben einfach „mit dazu“ – schon ein Hinweis darauf, wie bedeutend die Stelle des Leiters am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Ostallgäu ist. Mit der Wahl Zinneckers zur Landrätin habe der Kreis natürlich einiges dazugewonnen, das AELF aber gleichzeitig eine „starke Führungskraft verloren“. „Maria Rita Zinnecker hat Frauenpower verwirklicht – nicht per Quote, sondern durch Leistung!“ so Neumayer weiter. Auch MdL Angelika Schorer – die erklärte, sie sei „nicht ganz unschuldig daran“, dass Zinnecker sich seinerzeit schließlich für das Amt der Landrätin habe aufstellen lassen, hob hervor, diese sei stets „mit Herzblut bei der Sache“ gewesen und in ihrer Führungsposition im AELF „vielen aufgefallen“. 

Grünes Zentrum 

An Dr. Paul Dosch als neuen Leiter des Amtes richtete Schorer mit einem Schmunzeln die Worte, die Ostallgäuer Landwirte seien „nicht ganz einfach“, wenn man sie aber einmal gewonnen habe… Sie freue sich auf die Zusammenarbeit mit Dosch im Rahmen seiner neuen Führungsposition im Landwirtschaftsamt. Dosch war zusammen mit seiner Frau und den Söhnen zur Begrüßung im Modeon erschienen. Immer wieder zur Sprache kam das Grüne Zentrum, das bald in Kaufbeuren das AELF, die Landwirtschaftsschule, die Geschäftsstelle des Maschinenrings beherbergen wird. Der Oberbürgermeister der Stadt Kaufbeuren, Stefan Bosse – sich wohl darüber bewusst, dass es im Landkreis seit der Standortentscheidung in 2012 durchaus Stimmen gibt, die das Grüne Zentrum lieber im Landkreis anstelle in der kreisfreien Stadt sehen würden – erinnerte in seiner Ansprache daran, dass Kaufbeuren immerhin schon „seit fast 100 Jahren Sitz des Landwirtschaftszentrums“ sei. 

Er freue sich darüber, dass „dies auch weiter so ist“. Auch im Weiteren betonte er die Nähe und die Gemeinsamkeiten der Stadt Kaufbeuren zum Landkreis, auch hinsichtlich der Amtsträger: Scherzend äußerte sich Bosse gegenüber Zinnecker und Dosch darüber, dass die allesamt 49-Jährigen ja zusammen „ihre Geburtstage feiern könnten“. Über die Zusammenarbeit mit der Landrätin äußerte er sich positiv: Zinnecker als immerhin „einzige Landrätin in ganz Schwaben“ habe er in den vergangenen Monaten seit der Amtseinführung stets als „zielbewusst und sehr konsequent entscheidend erlebt“. 

Einige Abwechslung brachte die Personalratsvorsitzende Marie-Luise Raffalt in die Versammlung, als sie zusammen mit einer Vertreterin des Behindertenbeirats am AELF bildlich vorführte, was sie sich vom und für den neuen Amtschef wünscht: Ein Gefäß, erst mit großen Steinen, dann mit Kieseln, Sand und schließlich Wasser gefüllt, um „jede Lücke innerhalb des Gefäßes restlos auszufüllen“, solle Dosch „stets den richtigen Rhythmus für sich und seine Mitarbeiter“ finden. Dosch seinerseits versprach, stets „ein offenes Ohr“ für die Sorgen und Anliegen der Beschäftigten und ihrer Vertreterin zu haben. Schließlich kamen zum Ende der Veranstaltung auch die beiden Hauptpersonen ans Mikrofon: Maria Rita Zinnecker und Dr. Paul Dosch. Zinnecker wagte einen Rückblick über die vergangenen Jahre im Landkreis. Sie freue sich über das „Grüne Zentrum des Ostallgäus mit Sitz in Kaufbeuren“. 

„Wenn das Ostallgäu kein solches Amt verdient hat, wer dann?“, so Zinnecker. 35 angehende Landwirte, die derzeit im zweiten Berufsgrundschuljahr seien, würden 2015 bereits im Grünen Zentrum die Landwirtschaftsschule besuchen. Sie selbst sei froh, dass sie die „Schlüssel zum AELF nicht unmittelbar nach der Wahl zur Landrätin“ habe abgeben müssen: „Mittlerweile bin ich im Landratsamt angekommen“, fügte sie hinzu. An Dosch gewandt, erklärte sie, sie gehe mit einem „lachenden und einem weinenden Auge“, wurde aber gleich wieder humorvoll, als sie ankündigte, er brauche sich im Ostallgäu „nicht, wie in der Staatskanzlei, mit Außerirdischen herumschlagen“ – eine Anspielung an den kürzlichen „Kornkreis“ im bayerischen Raisting, mit dem sich Dosch in seiner bisherigen Funktion als Ministerialrat beschäftigen musste. 

Dank und Ausblick 

Dosch dankte allen, die ihm zur neuen Stelle verholfen haben. Er trete bei der der Nachfolge von Zinnecker in große Fußstapfen. Er selbst wohne seit 15 Jahren im Ostallgäu (Ruderatshofen), das ihm und seiner Familie zur „echten Heimat“ geworden sei. Seine Devise hinsichtlich der Land- wirtschaft, die für ihn „alles, von der kleinen Wiese bis zum Feld“ betreffe, sei: „Chancen für alle anstatt wachsen oder weichen“. Er wolle das Ansehen der Landwirtschaft in der nicht-bäuerlichen Gesellschaft weiter stärken. „Miteinander reden, verstehen, vertrauen – das ist meine Basis für weiteres“, so Dosch. Er hoffe bei der neuen Aufgabe auf Unterstützung.von Michaela Frisch

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