Kinotipp: "Peanuts – Der Film"

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Die Peanuts sorgen für weihnachtliche Stimmung.

Wer kennt sie nicht: Charly Brown, sein Beagle Snoopy und die gemeinsamen Freunde Linus, Lucy, Schroeder, Peppermint Patty und den kleinen gelben Vogel Woodstock? Als Peanuts eroberten die Vorstadtkinder zusammen in dem gleichnamigen Comic-Serie von Zeichner Charles M. Schulz weltweit zwischen Ende der 1940er Jahre bis 2000 die Herzen der Leser.

Nun toben sich die beliebten Charaktere auf der Kinoleinwand aus und sorgen für vorweihnachtliche Stimmung.

Inhalt

Charlie Brown ist bei seinen Freunden als Tollpatsch bekannt. Als ein kleines rothaariges Mädchen in die Nachbarschaft zieht, wittert Charlie die Chance auf einen Neuanfang. Leider ist er so schüchtern, dass er gar nicht weiß, wie er sie ansprechen soll. Selbst als das Mädchen in seine Klasse kommt, fehlen ihm die Worte. Nach einem Beratungsgespräch bei Lucy fühlt sich Charlie schon etwas selbstsicherer. Doch noch immer fehlt ihm die richtige Idee, um das kleine rothaarige Mädchen zu beeindrucken.

Gemeinsam mit seinem Beagle Snoopy studiert er eine Zaubershow für die Schulaufführung ein, die er zum Wohle seiner Schwester Sally ausfallen lässt. Als Charlie kurz darauf als erster seiner Schule einen standardisierten Test mit der Höchstpunktzahl besteht, wird er zum Helden. Und auch das neue Nachbarsmädchen ist beeindruckt. Doch Charlie Brown wäre nicht Charlie Brown, wenn er nicht in das ein oder andere Fettnäppchen treten und sich ordentlich peinlich machen würde.

Rezension 

Zeichner Charles M. Schulz bescherte den Comic-Fans bis zu seinem Tod im Jahr 2000 17.897 Peanuts-Abenteuer, aus denen auch halbstündige Fernsehfilme entstanden. Nach insgesamt vier Kinofilmen wurde es ruhig um die Peanuts, bis Charles‘ Sohn Craig 2006 die Idee kam, den Peanuts einen 3D-Film zu widmen. In Zusammenarbeit mit seinem Sohn Brian und Cornelius Uliana entstand das Drehbuch für den liebenswerten Animationsfilm, der unter der Regie von Steve Martino („Ice Age 4“) Realität wurde.

Mit viel Liebe zum Detail wird der Charme der Comics im 3D-animierten Abenteuer eingefangen. Von den gemütlichen Häusern bis hin zu Linus Schmusedecke ist der Wiedererkennungswert zur Comic-Vorlage immens. Um dies zu gewährleisten, haben sich die Filmemacher für einen ungewöhnlichen Stil entschieden. Trotz moderner Technologie lassen sich einzelne Zeichenstriche der Figuren und Objekte erkennen, wodurch die hohen Erwartungen der Fans gestillt werden.

Die Figuren und die zauberhaften Kulissen machen den Anschein, als ob sie direkt aus den Comic-Bänden auf die Kinoleinwand gehüpft wären. Charlie Brown, sein Hund Snoppy, der tollpatschige Vogel Woodstock und alle bekannten Figuren finden sich auf der Leinwand ein und bezaubern das Publikum von der ersten Sekunde an. Die Kinder sind mit jenen Eigenschaften und Fähigkeiten ausgestattet, die sie über all die Jahre so liebenswert gemacht haben.

Im Fokus des Films geht es um Freundschaften und das Erkennen der eigenen Stärken und Schwächen. Hauptfigur und Pechvogel Charlie Brown leitet den Zuschauer durch die Geschichte, deren Look noch immer an das heile Amerika der 1940er Jahre erinnert. Selbst an der Kleidung der Figuren hat sich seither scheinbar nichts verändert, was dem ganzen Film eine gewisse Ruhe und Friedlichkeit verleiht. Fern der heutigen Technik kommen die Peanuts ohne Handy und Fernsehen aus und trollen ausgelassen durch den Schnee. Die Freundschaft zwischen den Figuren feiern in jenen Momenten ihren Höhepunkt, bei dem das Publikum wohlig seufzt.

Bis auf kleine Scherze am Rande fällt die Geschichte harmlos aus. Der Humor ergibt sich aus ruhigen Szenen und altbekannten Gags: Wenn Snoopy sich heimlich in die Schule schleicht, um am Unterricht teilzunehmen, Lucy psychiatrische Ratschläge erteilt, Schroeder in die Tasten seines Pianos haut und Linus stets seine Kuscheldecke umklammert hält, fühlt man sich an die eigene Kindheit mit den Comicheften erinnert.

Nur zwischendurch schwillt das Tempo des Films für kurze Augenblicke an, wenn Snoopy in seiner Gedankenwelt als Pilot auf seiner Hundehütte durch die Lüfte saust, den legendären „Roten Baron“ verfolgt und mit einer kühnen Mission seiner angebetete Fifi imponieren will. Der zuckersüße Animationsfilm verzaubert mit seinen liebenswerten Figuren und der zeitlosen Erzählung Jung und Alt.

von Sandy Kolbuch

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