Zufrieden mit Abfallentsorgung 

Studie: Bürger finden Entsorgungsmöglichkeiten im Landkreis gut

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Herausragendes Ergebnis: Die Entsorgung im Landkreis Ostallgäu ist im bundesweiten Vergleich besonders gut.

Ostallgäu – „Das ist ein hervorragendes Ergebnis, zu dem ich sie nur beglückwünschen kann“, sagte Ute Kerber von L∙Q∙M Marktforschung GmbH in Mainz bei der Präsentation ihrer Ergebnisse im Ausschuss für Kreisentwicklung und Umwelt. Im Auftrag des Landkreises Ostallgäu hatte das Marktforschungsinstitut mittels einer repräsentativen Bürgerbefragung die Zufriedenheit der Ostallgäuer Bürger unter anderem hinsichtlich der Entsorgungsmöglichkeiten von Abfällen befragt. Das Ergebnis ist nach den Worten der Expertin umso bemerkenswerter, da es sich im Vergleich mit anderen Kommunen deutlich nach oben abhebt.

Wie zufrieden sind die Ostallgäuer mit der Abfallwirtschaft im Landkreis? Wollen sie Leichtverpackungen wie Joghurtbecher, Nudelfolien und Shampooflaschen weiterhin beim Wertstoffhof abgeben oder lieber von zu Hause abholen lassen? Wie häufig besuchen die Bürger ihren Wertstoffhof? Auf diese und weitere Fragen rund um das Thema Abfallentsorgung im Ostallgäu gab das Marktforschungsunternehmen Antworten.

Für die vom Landkreis in Auftrag gegebene Studie wurden 1.000 Bürger ab 18 Jahren, quotiert nach Alter, Geschlecht und Wohnort, per Zufallsgenerator ausgewählt und anhand eines standardisierten Fragebogens telefonisch interviewt. Die repräsentative Bürgerbefragung ergab, dass 87 Prozent der Bürger mit der Abfallwirtschaft im Landkreis zufrieden sind. Die Hälfte gab an, sogar sehr zufrieden zu sein. Nach den Entsorgungsmöglichkeiten für einzelne Abfallarten wie Hausmüll, Sperrmüll, Biomüll, Gartenabfälle, Papier und Glas gefragt, äußerten sich die Befragten ebenfalls sehr positiv. Im Vergleich zu anderen Landkreisen erreichte das Ostallgäu hierbei weit überdurchschnittliche Zufriedenheitswerte.

Grüner Sack oder Gelbe Tonne?

Etwas weniger zufrieden sind die Bürger mit der Entsorgung von Verpackungsmaterialien, die im Grünen Sack zum Wertstoffhof zu bringen sind. Hier liegt die Zufriedenheit fünf Punkte unter dem Durchschnitt aller befragten Landkreise. Trotzdem spricht sich nur die Hälfte der Befragten dafür aus, dass Kunststoffverpackungen zukünftig in einer Gelben Tonne gesammelt und von zu Hause abgeholt werden. 33 Prozent der Befragten möchten das bisherige System beibehalten, 13 Prozent sind unentschieden. Dass ein vergleichsweise hoher Anteil der Bevölkerung am Bringsystem festhalten möchte, steht in Zusammenhang mit den geringen Entfernungen zu den Wertstoffhöfen und dem positiv beurteilten Service vor Ort. Dies gaben rund 90 Prozent der Befragten an.

Die Meinungsforscher fanden heraus, dass 65 Prozent der Bürger mindestens alle vierzehn Tage einen Wertstoffhof besuchen. Fast alle (96 Prozent) nutzen dafür ein Auto. Nur rund ein Drittel aller Wertstoffhofbesucher verbindet die Fahrt zum Wertstoffhof mit anderen Erledigungen wie zum Beispiel Einkaufsfahrten oder Arztbesuchen. „Das Ergebnis ist großartig, hier wurde sehr viel sehr richtig gemacht“, lobte Kerber den Landkreis.

Die Studie erfüllt sämtliche wissenschaftliche Anforderungen. Die Fehlerquote, die sich durch die Hochrechnung der Ergebnisse ergeben könnte, liegt bei weniger als drei Prozent. „Wir werden nun die Ergebnisse genauer bewerten und unsere verschiedenen Optionen prüfen, um das Abfallwesen im Sinne unserer Bürgerinnen und Bürger weiter zu optimieren“, sagte Landrätin Maria Rita Zinnecker. Laut Bernd Rohde als zuständigem Sachgebietsleiter besteht derzeit kein Handlungsdruck, da das jetzige System noch bis 31. Dezember 2020 vertraglich geregelt ist.

von Wolfgang Becker

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