Zukunft für Kaufbeurer Süden

Sie ist ein zentraler Verbindungspunkt in der Kaufbeurer Innenstadt: die Passage zwischen der ehemaligen „Traube“ und der Ludwigstraße. So wirklich schön und zeitgemäß wirkt der Durchgang allerdings schon länger nicht mehr, darüber sind sich zumindest die Verantwortlichen der Kreis- und Stadtsparkasse mit den Architekten des Büros Stadtmüller-Burkhardt-Graf einig. Um auch den eigenen Geschäftsräumen einen adäquaten Rahmen zu verschaffen und dem „Süden wieder zu mehr Attraktivität zu verhelfen“, so Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Winfried Nusser, hat das Geldinstitut den Umbau der Passage in die Wege geleitet. Vergangene Woche wurde nun der aktuelle Planungsstand der Öffentlichkeit bekannt gegeben.

Zusammen mit dem Bauvorhaben „neues Parkhaus Süd“ steht die Erneuerung der Passage unter dem Motto „Zukunft Süd“. „Wir sind stolz, mit diesen beiden Projekten beträchtlich zu einer Attraktivitätssteigerung in der Innenstadt beizutragen“, betonte Nusser. In einer Ära des Online-Banking habe man sich bewusst die Frage gestellt ob sich die Investition in ein neues Haupthaus überhaupt noch lohne. „Unsere Antwort darauf lautet unbedingt ‘ja’, wir setzen auf den persönlichen Kundenkontakt und eine klare Präsenz in der Innenstadt.“ Mit der neuen Hauptstelle befänden sich dann endlich alle Leistungen der Sparkasse auf einem Fleck, zudem sollen durch die Vermietung des bisherigen „Zweitstandorts“ am Salzmarkt zusätzliche Einnahmen erwirtschaftet werden. Vom Umbau sollen aber vor allem auch die ansässigen Einzelhändler profitieren. Geplant ist eine sogenannte „Shop-in-shop“-Lösung mit einzelnen Ladenflächen, die in einen großen Gesamtraum integriert sind. Licht und Offenheit „Im jetzigen Zustand wirkt der Durchgang dunkel und eng, die Passanten laufen praktisch überall gegen Wände“, urteilt Projektsteuerer Gerd Grohe. Im Rahmen des Realisierungswettbewerbs hätten daher alle drei beteiligten Planungsbüros Wert auf „Offenheit, Luftigkeit und ausreichend Licht“ gelegt. Das Rennen machten aber schlussendlich die Architekten von Stadtmüller-Burkhardt-Graf. Christian Stadtmüller stellte den Anwesenden „sein“ Konzept anhand eines Modells vor. Nicht zu übersehen im Vergleich zum Ist-Zustand ist dabei der sehr breite Passagen-Eingang auf der Seite Kaiser-Max-Straße. Die Fassade der „Traube“ soll, auch wegen des Denkmalschutzes, erhalten bleiben. Durch eine „Lichtfuge“ wird ein Übergang von dem entkernten Bestandsgebäude hin zum Neubau geschaffen. Dahinter wechseln sich Gewerbeflächen mit offenen Schalter- und Servicepunkten der Sparkasse ab. „Das Innere der Passage soll wirken wie ein großes, helles und freundliches Forum“, so der Architekt. Zudem sei beabsichtigt, den Servicebereich der Bank in zwei „Inseln“ zusammen zu fassen - entstehende Freiflächen könnten für Dauerausstellungen oder Veranstal- tungen genutzt werden. Bis zum voraussichtlichen Beginn der Bauarbeiten in Frühjahr 2012 könnten sich aber noch einige Details ändern, denn: „Wir befinden uns momentan in einer Phase der Abstimmung mit dem Einzelhandel, bei der sicher noch einige Pläne umgeworfen oder hinzugefügt werden. Das Grundkonzept wurde von den Händlern bei einer Präsentation positiv aufgenommen“, erklärt Grohe. Manche der jetzigen Mieter würden wohl auch nach dem Umbau bleiben, andere wechseln. „Wir setzen hier auf einen Branchenmix mit Niveau, was sich auch im Raumangebot spiegelt.“ Potentiellen Mietern werden demnach Einzelflächen zwischen circa 15 und 70 Quadratmetern zur Auswahl angeboten. „Klein aber fein“ ist hier das Stichwort, so Grohe. Eventuell wolle man auch ganz neue Angebote nach Kaufbeuren holen. „Hier wird auch die gesicherte Parksituation mit dem neuen Parkhaus Süd positiv zu Buche schlagen“, bemerkt Nusser. Fertigstellung 2014 Weil beim Thema „Denkmalschutz“ bezüglich der „Traube“ noch einiges geklärt werden muss, kann mit den Umbauarbeiten aller Wahrscheinlichkeit nach erst im Frühjahr 2012 begonnen werden. Anfang 2014 soll die neue Passage dann fertig sein. Während des Umbaus sollen die Einschränkungen und Schließungen laut Nusser „so gering wie möglich“ gehalten werden. Die Kosten für das Projekt beziffert der Sparkassenchef – „nach jetzigem Erkenntnisstand“ – auf rund 6,7 Millionen Euro netto für die Instandsetzung der „Traube“, die Gestaltung der Passage und den Umbau der SK-Hauptstelle.

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