"Zukunftsvision 2036" verdeutlicht Pläne für den Wirtschaftsraum Ostallgäu

Ostallgäu als Vorreiter und Impulsgeber

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„Fünf Stellschrauben“ sollen laut Landrätin Rita Maria Zinnecker und Beiratssprecher Josef Ambros ermöglichen, die „Zukunftsvision 2036“ für den Wirtschaftsraum Ostallgäu zu erreichen. Die Agenda dazu wurde nun den Ostallgäuer Bürgermeistern vorgestellt.

Landkreis – Der Ostallgäuer Wirtschaftsbeirat, bestehend aus mehr als 20 Unternehmern, Verbandsvertretern und Wirtschaftsförderern, will Handlungsvorschläge für Politik und Verwaltung entwickeln.

Dazu hatte man sich bereits 2016 entschieden, ein Zukunftsbild für die nächsten 20 Jahre zu entwickeln: „Das Allgäu ist 2036 eine der führenden, leistungsstarken und zukunftsorientierten ländlichen Regionen Deutschlands. Das Ostallgäu war auf diesem Weg Vorreiter und Impulsgeber“. Den Weg zur „Zukunftsvision 2036“ soll die Agenda des Wirtschaftsbeirates zeigen, die als Grundlage für künftige Maßnahmen und Projekte dienen soll. Georg Haggenmüller, Manager bei der Felix Schoeller Holding, stellten nun in der Bürgermeisterbesprechung des Landkreises diese Agenda vor.

Zur Visualisierung auf dem Weg zur Zielerreichung hatte man fünf „Stellschrauben“ formuliert, die auch in Form von übergroßen, aus Holz gefertigten Schrauben mit Mutter, die Aktivitäten des Wirtschaftsbeirates begleiten.

„Erreicht werden soll das gesetzte Ziel“, so Haggenmüller, „durch ein kontinuierliches, qualitatives Wirtschaftswachstum mit einer klugen Kombination aus Bestandspflege und bedarfsgerechtem Zuzug von Menschen und Unternehmen“. Man wolle sich dabei auf das klassische und innovative Handwerk, mittelständische Betriebe und die Ausbildung von Facharbeitern konzentrieren.

Als „Stellschraube 1“ erläuterte Beiratssprecher Josef Ambros, von Ambros Holzbau, die Notwendigkeit, bei der Bevölkerung, Politik und Behörden den Wert und die Wichtigkeit der heimischen Wirtschaft zu erkennen. Sogenannte „Hidden Champions“, also mittelständische Unternehmen, die in bestimmten Nischenmärkten in Europa oder der ganzen Welt Marktführer seien, dennoch in der Öffentlichkeit kaum gekannt wären, hätten in der Region oft mit Widerständen bei Unternehmenserweiterungen zu kämpfen.

In „Stellschraube 2“ habe man ein klares Bekenntnis zum klugen Umgang mit den verfügbaren Flächen gemacht. „Aktive Planung statt Zufall“ forderte hier Ambros durch abgestimmte Raumplanung und interkommunale Baukonzepte bei Gewerbe, Industrie und Wohnarchitektur.

„Stellschraube 3“ solle eines der modernsten Verkehrsinfrastrukturnetze im ländlichen Raum sein. Dazu gehöre eine Verknüpfung der Verkehrsarten von Pkw, Lkw, Schiene und öffentlichem Nahverkehr sowie Leit- und Informationssysteme für den Verkehrsfluss an kritischen Stellen. Auch Konzepte zur Verkehrsvermeidung und ein bedarfsgerechtes Strom-Ladenetz für Elektromobilität, oder eMobilität, durch Elektroautos seien notwendig.

Mit „Stellschraube 4“ wolle man durch attraktive Arbeitsplätze eine Modellregion für die Arbeitswelt von morgen sein. Dabei sollen Modelle entwickelt werden, neue Trends bei der Vereinbarkeit von Arbeit, Leben und Wohnen zu erkennen und anzubieten, sowie auf den demographischen Wandel zu reagieren.

Damit sich Unternehmen auf das Wesentliche, nämlich ihr Kerngeschäft, konzentrieren können, solle in “Stellschraube 5“ eine Wirtschaftsförderung als mitdenkender Partner und Dienstleister, mit Vernetzungsmöglichkeiten und Unterstützungsleistungen zur Verfügung stehen.

Landrätin Maria Rita Zinnecker bestätigte, auch als Vorsitzende des Wirtschaftsbeirates, dass bereits vieles aus der vorgelegten Agenda in die tägliche Arbeit einfließe. So habe man beim B12-Ausbau schnell und rechtzeitig alle Beteiligten an einen Tisch gebracht. An der Verbesserung der eMobilität arbeite man, dabei seien auch Unternehmen als Vorreiter gefordert. Die Landrätin freut sich, dass man durch die vorliegende Agenda nun alle neuen Projekt- und Konzeptideen überprüfen könne, ob sie in die „Zukunftsvision 2036“ des Wirtschaftsraumes Ostallgäu passen.

Von Wolfgang Krusche

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