Ein Ort im Kneipp-Fieber

Zum 200. Geburtstag von Kneipp plant Aitrang zweite Tretanlage

St. Ulrichsbrunnen in Aitrang
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Mehr Attraktivität für den Dorfplatz. Hier am St. Ulrichsbrunnen plant Aitrang eine neue Wassertretanlage.

Aitrang – „Wir verbinden Soziales mit dem Ökonomischen und dem Prinzip der Nachhaltigkeit“, konstatierte Aitrangs Erster Bürgermeister Michael Hailand auf der Gemeinderatssitzung am vorvergangenen Montag, auf der die Gemeinderäte beschlossen, mitten im Ort und direkt am St. Ulrichsbrunnen eine zweite Kneipp-Tretanlage zu bauen. Entstehen soll so ein neuer Dorftreffpunkt im Zentrum für Jung und Alt, bei dem man sich austauschen und gleichzeitig etwas für die Gesundheit tun kann.

Dennoch ist der Platz nicht zufällig gewählt. Der St. Ulrichsbrunnen wird nämlich derzeit noch mit Trinkwasser gespeist, wodurch der Gemeinde unverhältnismäßig hohe Wasser-und Abwasserkosten entstehen. So hat man nun die Gelegenheit am Schopf gepackt und im Kneipp-Jahr 2021 eine entsprechende Förderung vom bayerischen Wirtschaftsministerium beantragt. Auf diese Weise wird es nicht nur erschwinglich, ein Wassertretbecken, ein Armbecken und einen Barfußpfad zu bauen sowie ein Kräuterbeet anzulegen und die Anlage mit Informationstafeln zu versehen.

Was viel wichtiger ist: Man hat vor, dort einen sechs bis sieben Meter tiefen Grundwasserbrunnen anzulegen, damit die Becken zu speisen und auch den Ulrichsbrunnen, der von der Trinkwasserversorgung abgekoppelt werden soll. Die geschätzten Kosten liegen insgesamt bei circa 58.000 Euro brutto und können dem Vermögenshaushalt entnommen werden. Aitrang rechnet dabei nicht nur mit einer Förderung von 18.000 Euro. Bei den Wasser und Abwasserkosten erwartet sich die Gemeinde künftig auch Einsparungen von circa 4500 Euro jährlich.

Doch auch die mittlerweile 60 Jahre alte Wassertretanlage im Süden des Ortes an der Thingauer Straße soll einen Grundwasserbrunnen bekommen, wodurch sich die Gemeinde eine jährliche Ersparnis bei den Wasserkosten von 1500 Euro verspricht. Auch diese Anlage soll neue Hinweistafeln und einen Barfußpfad erhalten. Dazu kommen neue Liegen und auch eine Einfassung des bereits vorhandenen Kräutergartens ist vorgesehen. Die Kosten dafür werden auf circa 26.000 Euro geschätzt der mögliche Förderbetrag liegt bei 9000 oder vielleicht auch sogar 18.000 Euro (abhängig von der finalen Kostensumme).

Darüber hinaus möchte die Gemeinde auch noch von einem weiteren Förderprogrammen profitieren. Dieses sieht vor, dass die Bürger der Gemeinde an der Sebastian-Kneipp-Akademie in Bad Wörishofen eine Schulung im Kneipp-Baden erhalten, die sie dann an Mitbürger und Touristen weitergeben können. Die Idee dazu stammte von Birgit Martin, der Quartiersmanagerin von Aitrang und Ruderatshofen. Mit all diesen Maßnahmen setzt die Gemeinde Aitrang nicht nur auf den Bekanntheitsgrad der Lehren Sebastian Kneipps im Allgäu, sondern möchte auf diese Weise das Leben im Dorf für Einheimische wie Touristen noch attraktiver machen. Darüber hinaus rechnet Bürgermeister Hailand auch damit, dass die neue Anlage am beliebten Dorfplatz neben dem Café Moser gut frequentiert wird, und somit auf dem alten Areal im Süden des Ortes wieder mehr Ruhe einkehren wird. Die neue Anlage am Ulrichsbrunnen soll dafür einen besseren Stromanschluss für die Bewirtung bei Dorffesten bekommen.

Felix Gattinger

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