Landrätin zeichnet zahlreiche engagierte Ostallgäuer aus

Dank an Ehrenamtliche

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Die Träger des Ehrenzeichens stellen sich im Landratsamt für den Fotografen auf. Zu den Geehrten gehören auch Prominente wie Walter Sirch.
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Landkreis - Sie sind im Einsatz für den Nächsten, retten Leben, engagieren sich für Kunst, Kultur und Natur oder Tradition, arbeiten in der Kommune und Verwaltung, haben Museen aufgebaut und Gebäude erhalten, Vereine geführt und geholfen oder sind schlicht „Allrounder des Ehrenamts“.

Für ihre Arbeit, oftmals über Jahrzehnte hinweg, erhielten vergangene Woche 28 Personen und sechs Teams das Ehrenzeichen des Landkreises und des Ministerpräsidenten, die Bundesverdienstmedaille, Dankesurkunde der Kommunen und das Ehrenzeichen des Bayerischen Roten Kreuzes. 

Es war der Abend des Ehrenamts und es war der Abend, um all den Ehrenamtlichen Danke zu sagen für ihre Arbeit. Die Bandbreite des freiwilligen Engagements, so Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU), sei phantastisch. Viele der Anwesenden würden Verantwortung übernehmen „im kommunalen Bereich, als Gemeinderäte etwa, im sozialen Bereich, als Asylhelfer oder Sterbebegleiter, im gesellschaftlichen Bereich als Umwelt- oder Heimatschützer, im Sport- oder Musikverein, bei der Feuerwehr oder in der Kultur“. 

Deshalb, so die Landrätin weiter, seien alle, die hier seien, wertvolle Stützen des Gemeinwesens, in so vielen Bereichen und über so viele Jahre hinweg. Ganz gleich, in welchem Bereich sie sich engagierten: „Jedes Engagement tut gut und ist ehrenwert!“ 

Goethe soll einmal gesagt haben, dass sich wahrhafte Dankbarkeit nicht mit Worten ausdrücken ließe. Dennoch versuchte die Landrätin, ihre Dankbarkeit zu formulieren. Vor allem sei sie dankbar, dass „Sie ihr Bürgerdasein nicht nur als Ansammlung von Ansprüchen und Rechten verstehen sondern auch als Aufforderung“. Eine Aufforderung, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und im Sinne der Mitmenschen die Initiative zu ergreifen. Das, so Zinnecker, „bereichert unsere Gesellschaft“. Die Auszeichnungen seien vor allem ein großes ideelles Dankeschön. 

Höchste Ehrung des Abends war die Verleihung der Bundesverdienstmedaille an Heinrich Maul und Hedwig Petrasch. „Herr Maul ist ein Allrounder des Ehrenamtes“, stellte Zinnecker den Biessenhofener vor. Ausgezeichnet wurde er unter anderem für sein Engagement im Turnen. 1975 gehörte er zu den Mitbegründern des Männerturnens in Ebenhofen. Drei Jahre später trat er in Biessenhofen in den Gemeinderat ein, wo er unter anderem als Dritter und bis 2002 als Zweiter Bürgermeister arbeitete. Seine besondere Herzensangelegenheit aber sei das „Baschtlehaus“. Für dessen Erhaltung setzt sich Maul seit über 20 Jahren ein. In mühevoller, akribischer Arbeit habe er sich dabei viel Fachwissen angeeignet und mit großer Hartnäckigkeit die Genehmigung zur Errichtung des Hirtenmuseums erreicht. 

Hedwig Petrasch aus Marktoberdorf gehört zu den Gründungsmitgliedern der Partei Die Grünen, ist Kreisrätin und war 1991 Mitbegründerin des Arbeitskreises Asyl in Marktoberdorf. Daneben arbeitete sie als ehrenamtliche Richterin in Augsburg.

Ehrung für Sirch

Das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten erhielten Herrmann Schimbera (Roßhaupten), die Pforzenerin Roswitha Seitz, Anita Popp aus Lengenwang, Rita Kögel aus Lamerdingen sowie Gertrud Hofmann (Germaringen) und Rupert Helmer aus Rieden a.F. Sie alle waren oder sind in verschiedenen Vereinen aktiv oder engagierten sich auch im Gemeinde- oder Pfarrgemeinderat. Rita Kögel beispielsweise war 30 Jahre lang Ortsbäuerin. Das Ehrenzeichen des Landkreises gab es unter anderem für Walter Sirch, bekannt als Theaterspieler oder Starkbierredner. Verdient gemacht hat sich Sirch aber vor allem im Kultur- und Naturschutz. 

So ist der Marktoberdorfer Moorführer in der Allgäuer Moorallianz. Seine Leidenschaft aber gelte seit mittlerweile 45 Jahren den Trachtenvereinen. Ebenfalls die silberne Anstecknadel erhielten Gerhard Reinholz (Biessenhofen) für seine Verdienste im Bereich Seniorenbildung an der Vhs, Hans Albertshofer aus Buchloe für seine Jugendarbeit und Engagement in Sport sowie Alois Altmann, der sich im Jagdverband und in der Landschaftspflege engagiert. 

Im Bereich Musik wurde Johann Hartmann aus Kraftisried geehrt, der seit bald 50 Jahren aktiver Musiker ist und in seiner Kapelle auch schon Vorstand war. Er habe die Musikkapelle Kraftisried zu einem Oberstufenorchester geformt, so die Landrätin. Den Landkreis auf Landesebene vertritt Sonja Hieber, die gerade zur Landesleiterin des Bayerischen Jugendrotkreuzes gewählt wurde. 

Sechs Teams oder Gruppen wurde außerdem ausgezeichnet. So die Organisatoren des Musikfestivals „Go to Gö“, Klaus Unsinn und Josef Guggemos, und das Team der Filmburg Marktoberdorf um Reinhold Glas. Auch das Team „Hospiz macht Schule“ um Gertraud Echter-Burkhardt wurde geehrt, das die Themen Tod und Sterben kindgerecht in die Schule bringt.

 Die Sammlerfreunde Ostallgäu 1954, die sich vor allem um die Geschichte und die Heimat verdient gemacht haben und sogar international bekannte Tausch- und Sammlerbörsen organisieren, erhielten ebenso eine Ehrung wie die „Freunde Thoirys“, die die Städtepartnerschaft Pfronten-Thoiry unterstützen. Schlussendlich ging auch eine Ehrung an die Füssener Gruppierung „Eine Welt Partnerschaft e.V.“.

Dank an Bürgermeister

Für ihr Engagement und ihre Arbeit in den Gemeinderäten wurden sechs Ostallgäuer mit der Kommunalen Dankurkunde ausgezeichnet. Zweimal wurde auch die Verdienstmedaille in Bronze vergeben. Diese ging an Kaspar Rager aus Germaringen und Jürgen Schweikart aus Aitrang, die jeweils Bürgermeister ihrer Gemeinde waren oder noch sind. Die Dankesurkunden erhielten Herbert Dopfer (Füssen) und die Obergünzburger Herbert Heisler, Max Schwarzer und Franz-Klaus Denlöffel sowie die beiden Pfrontener Manfred Seeboldt und Eva Zazzaretta. 

Last but not least ehrte die Landrätin Mitglieder des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) für ihre langjährige Tätigkeit. Seit 25 Jahren ist Benjamin Mayer aus Obergünzburg als Wachgänger und in der Schnelleinsatzuntersützungsgruppe dabei. Das gilt auch für Robert Rief aus Pfronten (Bereich Technik und Rettungsdienst). Vor 41 Jahren trat Michael Nietsch in die Wasserwachtortsgruppe Füssen ein und arbeitete sich bis in die Vorstandschaft der Kreiswasserwacht hoch. 

Ebenfalls 40 Jahre waren Helmut Lachenmayer aus Irsee und Alois Kappacher aus Buchloe aktiver BRK-ler. Kappacher kam bereits mit zehn Jahren zum Jugendrotkreuz und übernahm verschiedene Führungs- und Leitungspositionen. 1976 kam auch Andreas Gmeindner zum BRK und trat der Wasserwachtortsgruppe Obergünzburg bei, wo er auch als Rettungstaucher und im Hochwasserzug Schwaben aktiv war.

gau

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