Zwei Fachmarktzentren sollen es sein

Die Einzelhandelsentwicklung in Kaufbeuren beschäftigte in der jüngsten Sitzung den Bauausschuss. Wie berichtet, ging es im wesentlichen darum, zwei Fachmarktzentren in der Wertachstadt zu etablieren. Das eine soll im Forettle mit rund 10.000 Quadratmetern Verkaufsfläche, dass andere in der Mindelheimer Straße mit insgesamt rund 4.000 Quadratmetern entstehen. Im Forettle will ein Berliner Investor 25 Millionen Euro in die Hand nehmen.

Bereits seit Jahren versucht die Stadt das Forettle zu ertüchtigen. „Doch bislang ohne Erfolg“, erklärte Stadtplaner Manfred Pfefferle. Zuerst habe man eine Wohnbebauung favorisiert, doch keinen Investoren gefunden. Im Juni 2010 hatte der Bauausschuss dann für das Areal Forettle eine „grundsätzliche Genehmigung“ in Aussicht gestellt – bezüglich einer Einzelhandelsnutzung. Auflage war, so Pfefferle, dass möglichst nur großflächige Betriebe angesiedelt werden sollten, die aufgrund ihres Flächenbedarfs nicht direkt im Altstadtbereich mit den dort vorhandenen kleinteiligen Bebauungsstrukturen untergebracht werden können. Inzwischen hat der Berliner Investor Dr. Henrik Aldinger das Grundstück der Firma Holzland Sturm gekauft und beabsichtigt dort ein Fachmarktzentrum mit rund 10.000 Quadratmetern Verkaufsfläche zu errichten. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und erwarten nun schnell eine Entscheidung darüber, ob wir das Projekt umsetzen können“, erklärte Aldinger. Auf die Größe des Zentrums angesprochen erklärte der Investor, dass dieses so groß wie möglich ausfallen müsse, da das Grundstück so teuer gewesen, und es sonst nicht rentabel sei. Potenzielle Mieter stünden für eine Vertragsunterzeichnung bereit, wollten jedoch erst das Votum des Kaufbeurer Stadtrates abwarten. Dieser muss erst über die Empfehlung des Bauausschusses befinden. Sollte es zur Errichtung des Fachmarktzentrums kommen, dann will sich der Investor laut eigenem Bekunden langfristig in Kaufbeuren engagieren und das Objekt behalten und nicht weiter verkaufen. Geplant ist im Forettle ein Verbrauchermarkt mit 3.400 Quadratmetern, ein Elektrofachmarkt mit 3000 Quadratmetern und eine Drogerie mit 800 Quadratmetern zu errichten. Ferner sind geplant: Bekleidung, Schuhe mit 1800, Hausrat, Wohnaccessoires, Geschenkartikel mit 700, Spielwaren mit 350 und eine Parfümerie mit rund 200 Quadratmetern. Wie Aldinger mitteilte, könne bereits ab kommenden Frühjahr gebaut werden. Nach Stadtplaner Pfefferle stünden aber noch viele Detailfragen offen im Raum, so auch die von der Stadt geforderte verkehrliche Erreichbarkeit sowie die fußläufige Verbindung zur Kaufbeurer Altstadt. Offen blieb auch die Frage, wer eine solche Anbindung zahlen muss. Laut Pfefferle wäre es denkbar, dass sich die Stadt und der Investor die Kosten teilen. Letztlich sprach der Bauausschuss seine Empfehlung für das Vorhaben am Forettle an den Stadtrat aus. Mindelheimer Straße Ebenfalls „Grünes“ Licht gab der Bauausschuss dem Vorhaben von Josef Scheibel, der an der Mindelheimer Straße ebenfalls ein Fachmarktzentrum errichten will. Wenngleich mit rund 4.000 Quadratmetern deutlich kleiner als im Forettle. Zu Beginn der Diskussion merkte Wolfgang Hawel von den Grünen an, dass für ihn der Eindruck entstanden sei, dass nur eines der beiden Projekte (Forettle oder Mindelheimer Straße) umgesetzt werden sollte – „Also entweder oder?“ Warum denn nicht beide, schob der Grünen-Politiker auch gleich nach. Laut Stadtplaner Pfefferle liegen aktuell keine Untersuchungen vor, was passiert, wenn man beide Projekte verwirkliche. Es sei aber auch nicht Aufgabe der Stadt, zwei Investoren voreinander zu schützen. Dazu Karl-Georg Bauernfeind (CSU): Herr Aldinger habe ihm im Vorgespräch versichert, dass er kein Problem mit dem Fachmarktzentrum in der Mindelheimer Straße habe. Catrin Riedl (SPD) monierte den Umgang mit dem Kaufbeurer Unternehmer Scheibel: „Es ist unmöglich, wie hier seitens der Stadt mit Kaufbeurer Unternehmern umgegangen wird, während auf der anderen Seite auswärtige Investoren wie Dr. Aidlinger regelrecht hofiert werden“. Schließlich ebnete der Bauausschuss den Weg in den Stadtrat für beide Vorhaben. Scheibel plant ein Fachmarktzentrum mit rund 4.000 Quadratmetern Verkaufsfläche: 1700 Quadratmeter für Lebensmittelmarkt (Feneberg), 650 für Zoo-Artikel und 800 für einen Drogeriemarkt (dm). Weitere 800 Quadratmeter sind noch offen. Erweiterung OBI Ebenfalls in der Diskussion stand ein Antrag der Firma OBI, die derzeit rund 6.500 Quadratmeter umfassende Verkaufsfläche um rund 2.400 Qua- dratmeter zu erweitern. Dort dürfen dann fünf Prozent so genannte „zentrenrelevante Nebensortimente“ angeboten werden. OBI wollte ursprünglich zehn Prozent haben. Klares Nein Dem Antrag des Vermieters, anstelle des Penny-Marktes nördlich der Sudentenstraße einen Drogeriemarkt zuzulassen, wurde vom Bauausschuss abgelehnt. Der Grund: Solche Produkte sollten lieber zentrums- nah angesiedelt werden. Penny hat seinen Mietvertrag gekündigt. Nicht auf die Wiese Abgelehnt wurde auch der Antrag des Elektrofachmarktes EP, von der Ganghofer Straße auf ein Grundstück östlich des V-Marktes im Innovapark umzuziehen. Laut Stadtplaner Pfefferle sei die dort festgesetzte Verkaufsflächenobergrenze von 12.5000 Quadratmetern nahezu vollständig ausgeschöpft. Darüber hinaus will die Stadt „dort draußen“ keine Ansiedlung von Elektrofachmärkten. Dieses Sortiment sollte lieber zentrumsnah angeboten werden. EP-Inhaber Alwin Wolf signalisierte daher seinen jetzigen Standort ausbauen zu wollen. Ein Umzug in eines der neuen Fachmarktzentren lehnte er ab. Das an der Mindelheimer Straße sei eine Sackgasse und das im Forettle viel zu groß. An die Stadträte gerichtet machte Wolf aber auch klar, dass er von der Stadt abrücken werde, wenn zu einem späteren Zeitpunkt doch Konkurrenz-Unternehmen an der B12 zugelassen würden. Erweiterung Aldi Zugestimmt wurde indes einer Erweiterung des Aldimarktes beim Innovapark. Hier soll der Bestand um 120 Quadratmeter erweitert und auf dem Parkplatz ein zusätzliches Gebäude mit Einzelhandelsnutzung errichtet werden. Ja zu Möbelmarkt Im Bereich „Bavariaring“ wurde ein Sondergebiet für einen Möbelmarkt festgesetzt. Laut Pfefferle stehe die Stadt gerade in Verhandlung mit der Möbelkette Roller, die rund 6.500 Quadratmeter plant. Für dieses Areal stehen laut dem Stadtplaner aber nur maximal 3.700 Quadratmeter zu Verfügung. Die von Roller anvisierte Größe sei laut Pfefferle aus städteplanerischer Sicht aber kein Problem. Ein Beschluss hierüber fiel nicht, stattdessen will man abwarten, bis weitere Informationen auf dem Tisch liegen. KL

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