Mehr als 30 Jahre musikalische Völkerverständigung

Zweisprachige Chronik von Musikvereinigung Neugablonz und Mlada Dechovka

MVN Chronik Vorstellung
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Die an der Entstehung der Chronik Hauptbeteiligten: OB Stefan Bosse (v. li.), MVN-Vorstand und Autor Günther „Güschi“ Seydel, MVN-Dirigent Peter Vogt, Nadine Dirlmeier, Leiterin VR Bank Kaufbeuren und Neugablonz, Dr. Hermann Starnecker, Vorstand VR Bank Augsburg-Ostallgäu eG, sowie Layouter Pascal Hübner, Fairma Impredia.

Kaufbeuren-Neugablonz – Es war eine „schwere Geburt“ – von der Idee bis zum fertigen Buch dauerte es rund sechs Jahre. Aber Anfang März konnte MVN-Vorstand Günther „Güschi“ Seydel vor dem Gablonzer Haus endlich die fertiggestellte zweisprachige „Chronik einer musikalischen Völkerverständigung – 30 Jahre Freundschaft zwischen der Musikvereinigung Neugablonz (MVN) und Mlada Dechovka Jablonec“ präsentieren.

Mühsame Recherchen

„Entstanden ist die Idee zu dieser Chronik 2014 nach dem Highlight der Vereinsgeschichte, der Reise nach Straßburg mit gemeinsamen Auftritten im Münster und im Europaparlament“, erzählt Autor Seydel. „Dieses Highlight und dessen Zustandekommen müsste eigentlich in Wort und Bild festgehalten werden“, hatte er gedacht. Die musikalische Zusammenarbeit und Freundschaft zwischen der MVN und Mlada Dechovka hatte bereits 1989 mit einem Besuch in Gablonz an der Neiße begonnen, als so etwas noch nicht selbstverständlich war und es auf beiden Seiten viele Vorbehalte und Hindernisse gab. Kaufbeurens Städtepartnerschaft mit Gablonz folgte erst 20 Jahre später. Nach dem ersten Gegenbesuch von Mlada Dechovka zum Kaufbeurer Tänzelfest 1990 bestanden große Lücken in der Vereins-Dokumentation. Erst ab 2011 wurden die Vereinsereignisse durchgängig dokumentiert. Die nachträgliche Rekonstruktion von Daten und Fakten war mühsam und erforderte zeitaufwändige Recherchen.

Erfolgreiche Finanzierung

Dann kam eins zum anderen: Aus einem zunächst nur vierseitigen Bericht wurde die Geschichte von über 25 – inzwischen über 30 – Jahren Freundschaft. Allerdings war das noch nicht fertig recherchiert, nur knapp bebildert, lückenhaft und lediglich einsprachig. 2018 beschloss die MVN offiziell die Erstellung der Chronik und stellte einen Etat von etwa zweitausend Euro bereit. Dazu kam ein erfolgreiches Crowdfunding mit der VR Bank Augsburg-Ostallgäu, so dass zusammen mit dem Vereins-Etat, weiteren Spenden und der Unterstützung durch die Stadt schließlich rund 7000 Euro zur Verfügung standen. Damit konnte sogar eine zweisprachige Chronik mit über 100 Seiten realisiert werden.

Seydel gute Verbindungen nach Gablonz machten eine professionelle und gleichzeitig bezahlbare Übersetzung durch das Ehepaar Hanna und Libor Behul möglich. Der Kaufbeurer Pascal Hübner mit seiner Firma Impredia kam ihm beim Layout entgegen, und von der Firma Holzmann-Druck in Bad Wörishofen mit Chef Tobi Schneider und Vertriebler Andi Kopf, beides Seydels Kollegen aus der Vorstandschaft des Handball-Fördervereins, bekam er ein sehr gutes Angebot für den Druck. So war das Ganze ein regionales Projekt.

„Ohne Corona-Lockdown wäre ich wohl nicht so schnell so weit gekommen“, sagt Seydel. „Da ich viele Wochen zu Hause angebunden war, konnte ich viel Zeit und Schreibtischarbeit für die Chronik aufbringen.“

Die Chronik ist derzeit noch nicht frei im Handel erhältlich. Von den aufgelegten 1000 Exemplaren wird zunächst einmal jeder Sponsor und Förderer eins erhalten, eventuell auch der ASM, das Museum, die Stadtratsfraktionsvorsitzen und weitere Honoratioren. Am 12. September findet der Festakt zum 75-jährigen Ortsjubiläum statt. Dann soll die Chronik auch zu kaufen sein, wobei bis jetzt noch kein Preis feststeht. Es ist alternativ sogar eine Abgabe gegen Spende denkbar. Wer die Chronik aber unbedingt schon sofort haben möchte, darf sich gerne an die MVN wenden – Spenden sind immer willkommen.

Und wie geht es weiter?

„Der Verein muss weiterleben. Wir wollen mit der Bekanntgabe, dass die Chronik fertig ist, jetzt ein deutliches Lebenszeichen setzen“, sind sich Seydel und Dirigent Peter Vogt einig. Denn selbst nach einer Aufhebung des Lockdowns könnten die Musiker nicht ohne mindestens ein- bis zweimonatige Proben wieder anfangen. Daher musste auch das Frühjahrskonzert, das eigentlich wieder am letzten Sonntag im April stattfinden sollte, bereits abgesagt werden. Um seine Kapellen zu motivieren, arbeitet Vogt gerade ein universell für alle Musiker geeignetes 20-Tage-Programm aus. Konsequent durchgeführt soll es ihnen den Wiedereinstieg erleichtern. Denn Vogt hofft zuversichtlich, dass 2021 die Kulturszene „vom Grabesrand zurückgerissen“ werden kann.

von Ingrid Zasche

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