Die helle Nacht der Kirchen

+
Der Chor koptischer Eritreer in der Dominikuskirche.

Kaufbeuren – Das Dekanat Kempten hatte am vergangenen Freitag in 57 Gotteshäusern des Allgäus zur ökumenischen Nacht der Kirchen eingeladen. Allein in Kaufbeuren nahmen zwölf kirchliche Einrichtungen teil.

An diesem Abend standen den Menschen von Lindau bis Füssen und von Sonthofen bis Kaufbeuren viele Kirchen- und Gemeindetüren offen, um die ganze Vielfalt christlichen Lebens im Allgäu zu entdecken. Im Jahr des 500. Reformationsjubiläums wollte das evangelisch-lutherische Dekanat Kempten besondere ökumenische Glanzlichter setzen.

Allein in Kaufbeuren beteiligten sich zwölf Kirchen an den nächtlichen ökumenischen Veranstaltungen, die mit Orgelmusik, Konzerten oder poetischen Texten vom Kurz-Gedicht bis zum Poetry-Slam ausgefüllt waren. Der Diakon der koptisch-orthodoxen Kirche München, Isaak Bolous, sprach in der Dominikuskirche an der Augsburger Straße über Inhalte und die spezielle Art der koptischen Liturgie. Ergänzend zum Wort gab es koptische und eritreische Gesänge, die sehr meditativ von einem kleinen Chor von Eritreern vorgetragen wurden.

Das umfangreiche Angebot in den einzelnen Kirchen war so interessant, dass es viele Besucher auch zwischen den Gotteshäusern wechseln ließ. So versammelten sich die gut informierten Nachtwanderer in fortgeschrittener Nacht zu einem Konzert des Vokal-Ensembles Quintensprung in der bis auf den letzten Platz gefüllten Blasiuskapelle.

Mit perfekter Intonation und sehr feinen Klangfarben bot die A-capella-Formation mit alten liturgischen Liedern, englischen Madrigalen und als Abschluss drei Liedern jüngerer Kirchenwerke einen Hochgenuss christlicher Kirchenmusik.

Abschlusskreis vor der Dreifaltigkeitskirche.

Besucher der ökumenischen Nacht der Kirchen trafen sich schließlich um 23 Uhr auf dem Kirchplatz vor St. Martin mit selbstgefertigten Windlichtern. In diesem die dunkle Nacht erhellenden Kreis bat Schwester Daniela vom Crescentia-Kloster die „Lichtboten“ aus den beteiligten Kirchen um eine kurze Information über die dort stattgefundenen nachterhellenden Aktionen. So berichtete unter anderem Lichtbote Günter Kamleiter, dass sich in der Dreifaltigkeitskirche „Papst Franziskus und Martin Luther zu einem äußerst interessanten Meinungsaustausch getroffen hätten“. Mit dem Laudate Dominum, welches von Pfarrerin Michaela Kugler und Pfarrer Bernhard Waltner angestimmt wurde, zogen die Anwesenden mit ihren Lichtern zur Dreifaltigkeitskirche. Das am weitesten verbreiteten Gebet des Christentums, das Vaterunser, beendete die 6. ökumenische Nacht der Kirchen.

von Jürgen Wischhöfer

Auch interessant

Meistgelesen

Ein Herz für andere
Ein Herz für andere
Ein wertvoller Fund
Ein wertvoller Fund
Dank an Ehrenamtliche
Dank an Ehrenamtliche
Sprühender Sportsgeist
Sprühender Sportsgeist

Kommentare